Von den Lachsen an der Müritz – ein köstlicher Besuch bei der Friedrichs Feinfisch Manufactur

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Als ich am letzten Donnerstag an der Müritz {oder sagt man vielleicht am Müritz?} saß und auf das Wasser blickte, schoss es mir für eine Sekunde durch den Kopf: „Warum riecht es hier nicht salzig nach Meer?“. Im nächsten Moment musste ich über mich selbst den Kopf schütteln, denn der Müritz See an der mecklenburgischen Seenplatte ist ja keine Meeresbucht – auch wenn er irgendwie so aussieht. Da kann man bei der Weite des Wassers schon mal kurzzeitig verwirrt sein.

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Ich war gerade hier angekommen, um etwas über die Lachse in Waren an der Müritz zu lernen. Wahrscheinlich denkt ihr jetzt – die spinnt ja total. Salzwasser-Halluzination… Lachse… wie bitte? Nein, natürlich hat Mecklenburg Vorpommern keine einheimischen Lachse zu bieten. Aber dafür norwegische, die dort in der Ersten Hanseatischen Feinfisch Manufactur Gottfried Friedrichs veredelt, geräuchert und gebeizt werden. Und genau deswegen war ich mit ein paar anderen Bloggern dort… um mir den Friedrichs Lachs bei der Verarbeitung anzuschauen und natürlich ganz viel davon zu verkosten.

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Das fand nicht nur ich köstlich, sondern auch meine kulinarischen Mitstreiter auf Lachs-Mission: Björn von Herzfutter, Claudia von Dinner um Acht, Tina von Tinatausendschön, Kerstin von My Cooking Love Affair, Denise von Foodlovin‘ und Dirk vom Gourmet Blog. Und so folgten wir sehr gern der Einladung nach Waren an der Müritz.

So trafen trafen wir uns letzte Woche im hübschen Schloss Klink {wo wir zugegebenermaßen etwas das Durchschnittsalter der Gäste senkten ;)} um von dort aus den Friedrichs-Lachsen, bei einem Blick hinter die Kulissen, nachzuspüren. Am nächsten Morgen hieß es dann „warm anziehen!“, denn wo Frischfisch ist, ist’s auch sonst ganz schön frisch.

Unser Besuch bei Gottfried Friedrichs Feinfisch in der Lachs Manufactur an der Müritz

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Für jemanden, der gern Fisch ist, wie mich, war der Anblick vor Ort schon allein eine optische Gaumenfreude. Die atlantischen Zucht-Lachse, die an diesem Morgen aus norwegischer Aquakultur angeliefert wurden, wurden drei Tage zuvor gefangen und dufteten nach Meer – sonst nichts. Frischer Fisch riecht nämlich tatsächlich überhaupt nicht nach Fisch, davon konnte ich mich hier wieder einmal überzeugen. Am liebsten hätte ich ehrlich gesagt die Wasabi-Paste und die Soja Sauce aus der Tasche gezogen und das Lachs-Sushi direkt vom Filet geschnitten.

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Geschnitten wurde hier in der Tat eine Menge und zwar nicht nur maschinell, sondern noch viel mehr von Hand. Die frischen Lachs-Seiten werden getrimmt, versäubert und in Form gebracht … selbst die letzten übrig gebliebenen Gräten werden aus jedem einzelnen Filet mit Hilfe einer Pinzette per Hand gezupft! Für die Veredelung der Fische nimmt man sich hier ganz schön viel Zeit… es wird klar, warum es eine Manufactur ist, in der Qualität an erster Stelle steht, und eben keine schnöde Fischfabrik, wo nur die Masse zählt.

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Auch wird der kostbare Lachs im ganzen und quasi ohne Abfall verwertet. „From nose to tail“ ist bei Friedrichs allerdings kein neuer Hipster-Trend, sondern schon immer die Devise. Kleinere Fleischstücke zum Beispiel, die sich noch zwischen den Lachskarkassen {also dem zusammenhängenden Grätengerippe des Fisches} befinden, werden per Hand mit Löffeln ausgelöst und für die Herstellung von hochwertiger Babynahrung mit vielen Omega-3-Fettsäuren verwendet. Aus anderen Resten werden später Fischfonds… und am Ende bleibt vom Fisch wirklich nichts übrig.

Am meisten hat mich an diesem Tag die Herstellung des Graved Lachs beeindruckt. Die Methode Lachs durch Salz und Zucker haltbar zu machen ist bereits Jahrhunderte alt. In Skandinavien bedeutet „graved“ begraben. Nun gut, einbuddeln muss den Fisch heute niemand mehr, aber viel Handwerk ist es immer noch, diese Lachs-Spezialität herzustellen. Die mit einer Mischung aus Salz und Rohrzucker {Mauritius, das neben dem Tourismus vom Rohrzucker lebt, lässt grüßen! ;)} bedeckten Lachs-Seiten reifen 5 Tage und werden dabei täglich von Hand gewendet und umgeschichtet. Schon nach einem Tag hat die Zucker-Salz-Mischung dem Lachsfilet soviel Wasser entzogen, dass es wie kandiert aussieht und die Schuppen funkeln wie Silber… eine echte Augenweide.

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Ein weiteres kulinarisches Highlight war für mich der heiß geräucherte Stremellachs nach ostpreußischer Originalrezeptur aus dem Jahr 1782. Diese Köstlichkeit direkt und noch warm aus dem Buchenrauch genießen zu dürfen war einmalig lecker. Ich liebe ja Stremellachs auf einer Backkartoffel mit Avocado und schneller, selbst gerührter Joghurtsauce. Das ist hier ein obligatorisches Freitagsabendessen. Aber frisch aus dem Rauch… holymoly, das war wirklich ein Erlebnis der anderen Art.

Wie der köstliche Stremellachs hergestellt wird, könnt ihr auch HIER in einer „Abenteuer Leben“ Folge als Video sehen! Sehr spannend.

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An dem Stremellachs habe ich mich so gütlich getan, dass kaum noch Platz war für die folgende Lachs Galore Rundumverkostung. Und dabei sollte das das Ende unserer Manufactur-Besichtigung bei Friedrichs Feinfisch gewesen sein… aber längst nicht der letzte Lachs des Tages.

Nach einem Mittagspäuschen mit kleiner Futternarkose {aus Gründen} fuhren wir mit der ganzen Truppe nach Burg Schlitz, um dort unter der Anleitung der sympathischen Küchenchefin Sabine Teubler zu kochen. Mit Lachs versteht sich!

Food & Travel | Kochkurs im Schlosshotel Burg Schlitz mit Lachs von Friedrichs Feinfisch Manufactur | luziapimpinella.com

Danke an Claudia für diese Bierchen-Schnappschüsse von mir. ;)

Aber zuvor servierte man mir das winzigste Bierchen, das ich jemals hatte. Mein „Alster-Shot“ sorgte bei allen Sektchen-Schlürfern für viel Gelächter…. und bei mir auch.

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Nach einer kleinen Schnell-Besichtigung des gediegenen Schlosshotels Burg Schlitz und der Feststellung, dass Domizile dieser gehobenen Art zwar wunderschön, aber irgendwie doch nicht meine Welt sind, ging’s dann schnurstracks in die Burg-Küche.

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„Ich habe da schon mal was vorbereitet“ war – angesichts der zuzubereitenden vier Gänge – zwar der Spruch des Nachmittags, aber es gab noch genug für uns zu tun. Vom Steckrüben schnippeln, über Heu ankokeln, Rote Beete kochen, bis hin zum Nudelteig mit Streifen verzieren.

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Schließlich sollten wir mit vereinten Kräften und unter der Küchen-Regie von Sabine Teubler folgende Köstlichkeiten zustande bringen: Graved Lachs & Rote Beete-Variationen auf Pumpernickel-Bett an Wildkräutern, offene Ravioli mit geräuchertem Lachs mit gedünstetem Spinat und Rauchheu-Schaum, frischen Lachs in Orangenöl confiert mit Safran-Steckrüben und Kartoffel-Koriander-Strudel. Klingt edel und lecker? Das war es auch! So sehr, dass ich bei Lachs-Gericht drei nicht ein mal Zeit für ein Foto hatte.

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Die Dessert-Variation „Frühlingserwachen“ war dann der krönende Abschluss des kulinarischen Abends. Ich bin ja normalerweise nicht so für Nachtisch zu haben und reiche ihn gern mal weiter an Menschen, die Süßspeisen mehr zu schätzen wissen als ich. Doch dieses hier hat mich mit seiner säuerlichen Frische wirklich begeistert. Neben der göttlichen Sauerampfer-Eiscreme lag dann auch mein erster Rhabarber der Saison auf dem Teller. Und ihr wisst ja längst… ich liebe Rhabarber. Wie sollte ich da widerstehen?

Ein wahrlicher Augenschmaus war vor allem der erste Gang des Abends, der wie ein Frühlingsbeet im Garten anmutete. Wir durften uns mit Räucherlachs und bunten Zutaten kreativ auf unseren Tellern austoben. Heraus kam ein köstliches Lachs-Ikebana.

Das Rezept für diese bunte, frühlingshafte Vorspeise mit Lachs und roter Beete in Variation verrate ich euch dann im nächsten Post. Denn… sieht das nicht so aus, als würde es sich perfekt auf der Oster-Tafel machen? Ich finde schon.


Info & Offenlegung | Der Blogger-Trip nach Waren an der Müritz wurde organisiert und unterstützt von Friedrichs Feinfisch-Manufactur. Vielen Dank dafür, dass ich mich beim Blick hinter die Lachs-Kulissen wie bei der Sendung mit der Maus fühlen durfte. Danke auch an Kathrin, Hendrik, Solvej & Nina! Meine persönliche Meinung bleibt dennoch meine eigene… in Wort und Bild.

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8 Kommentare

  1. Katharina
    1

    Ich hab jetzt Riesenhunger, obwohl es erst 9.30 Uhr ist…. Warum nur? ;-)

    Tolle Bilder hast du wieder mal gemacht!

    Liebe Grüße,
    Katharina

  2. Wow, so cooool! Ich finde es ja immer wieder spannend, was es alles so zu erleben gibt! Vielen Dank fürs Mitnehmen!
    Und was den Fisch angeht, kann ich Dir nur zustimmen! Eine der absoluten Freuden, wenn man an der Nordsee wohnt ;-).

    Ganz liebe Grüße!

    Carolin

  3. .Mjam…toller Post, da läuft auch mir das Wasser im Mund zusammen! Ich esse den Lachs von „Friedrichs“ auch total gerne, man schmeckt doch die Handarbeit deutlich raus :-))…

    Liebe Grüsse

    Sabine

  4. Olga Finch
    4

    Ein wunderbarer Bericht über den Wert der wirklichen Qualität in Zeiten der genussscheuen Schäppchenjäger und eine spannende Reise durch die Friedrichswelt!

  5. Doris
    5

    Hallo,
    tolle Bilder und interessant.
    Ich hätte eine Fragean dich als Vielfliegerin, wählt ihr meistens bestimmte Sitzplätze im Flieger aus? Ich bin völlig überfordert damit, deshalb meine ungwöhnliche Frage. Wäre toll, wenn du es schaffst mir zu antworten.
    VG Doris

  6. Reinhard Mühe
    6

    Toller Artikel mit sehr schönen Bildern! Jetzt habe ich richtig Hunger auf einen schönen Fischteller bekommen :-) Leider gibt es bei uns in Südniedersachsen nur begrenzt frischen Fisch. Ende des Monats fahren wir aber an die Ostsee. Da hole ich dann mit meiner Frau alles nach. Liebe Grüße, Reinhard

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