blogger-interview | frage-stippvisite bei anette von lebenslustiger

wieder einmal habe einer faszinierenden frau und bloggerin zur meiner FRAGE-STIPPVISITE
hier bei mir auf dem blog eingeladen. ich freue mich unheimlich, heute ANETTE von LEBENSLUSTIGER als gast begrüßen zu dürfen. ich bin ja ein echtes „fängörl“ was anettes großartigen stil angeht, und das nicht erst seit gestern. ihre designs hauen mich regelmäßig vom hocker {ihr findet ihren schmuck und ihre „knitworks“ in ihrem DAWANDAshop und auch auf ETSY}. ihre fotografie erzählt zarte geschichten auf ihrem BLOG und ihrem INSTAGRAM feed. dass ich da nicht die einzigebin, die ihren stil liebt, zeigt wohl auch die phänomenale zahl von 29.000 PINTEREST followern. ihr ahnt… wenn ihr anette noch nicht kennt, dann wird es wirklich zeit. freut euch auf ein wirklich spannendes interview mit ihr.

frau PIMPI fragt: liebe anette,
ich bewundere dich sehr für deinen grandiosen geschmack, deinen
ausgeprägten stil in eurem zuhause und auch in deinen kreativen arbeiten. egal, ob man interior-bilder von dir sieht, deine
fantastischen STRICK-KREATIONEN oder auch deine GOLDSCHMIEDE-KUNST betrachtet… es scheint stylemäßig wie aus einem guss! wie würdest du deinen ganz persönlichen stil beschreiben? wie hat du ihn
gefunden und wie schaffst dues, so konsequent an dieser linie
festzuhalten? 

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ANETTE antwortet: oh danke! jetzt
werd’ ich rot! siehst du das so? das freut mich zu hören. ich denke, es liegt am alter {lach} und den erfahrungen , dass sich ein gewisser stil rauskristallisiert und auch daran, dass man vielleicht nicht mehr so
viele kompromisse eingehen muss. dein stil ist doch
auch unverkennbar!


egal, was ich mache –
ob ich nun die wohnung einrichte oder ein kreatives projekt oder produkt entwickle – es muss mir persönlich absolut gefallen und ich
entscheide das in der regel allein und relativ spontan. ich mags eigentlich
schlicht und funktional, aber nicht unterkühlt und immer gern mit
einem gewissen extra oder einem augenzwinkern wie etwa die große schlingenbommel auf meinen dicken mützen, oder die bäume in unserer wohnung. wir haben auch einen elefanten an unserer badezimmerwand. :) ich habe ja schon
wahnsinnig viel ausprobieren dürfen im laufe der zeit und tue das
auch weiterhin – sonst wird es ja langweilig – nur kann ich mir im moment nicht vorstellen, noch mal von sanften naturtönen auf krass bunt oder schwarz/weiß umzusteigen – but
never say never, right?

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was unsere wohnung
angeht, bin ich durch die gegebenheiten natürlich nicht so frei, wie
ich mir das vielleicht wünsche. es ist eine tolle {miet-}wohnung – keine frage – und ich bin auch noch überhaupt nicht
fertig mit der einrichtung und deko {vieles steckt auch nach einem
jahr noch  immer in umzugskartons}, aber z.b. mag ich das
gediegene parkett nicht. dann die fenster – auch sehr schön – aber
durch die prominente farbe der rahmen sind sie schon ein ganz eigenes statement. und ein riesiger weinroter flügel verfolgt mich durch
unsere wohnungen. ich hatte gehofft, dass er von den USA nicht mit
nach deutschland zieht, aber niemand dort wollte ihn haben, da er
eben nicht schwarz ist. oder ein teppich, den mich meine kinder
nicht entsorgen lassen wollen u.s.w. u.s.f…der trick ist,
solche gegebenheiten auch als chancen zu sehen, die zu einem
individuellen mix beitragen, denn perfekt wie im einrichtungshaus
wäre mir sowieso zu fad.

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frau PIMPI fragt: du hast eine
zeitlang in KALIFORNIEN gelebt, davon träumt ja so mancher… auch
ich! was hast du am „californian way of life“ besonders
geliebt? gibt es andereits etwas „typisch deutsches“ das du
in deiner zeit dort dann doch arg vermisst hast? und wie kommt man
damit klar, wenn man sein leben aus sunny california dann wieder
zurück nach niedersachsen verlegt? 

 

ANETTE antwortet: ich sags gleich
vorweg: wir sind freiwillig wieder nach deutschland zurückgekehrt.
in der regel ruft dieses bekenntnis bei den meisten ungläubiges kopfschütteln hervor. aber wir wollten nie
auswandern, sondern ein kleines abenteuer und fast 10 jahre waren dann
aus verschiedenen gründen einfach genug. es war perfekt, solange die kinder klein waren. unsere tochter ist auch dort geboren. wir waren
immer draußen in der natur oder natürlich am strand. kein lästiges angeprummel mit zig klamotten – einfach easy living – jeder wie er
mag. 

kein küstenkalifornier würde je denken: “ach wie sieht die denn heute
wieder aus?” oder“ guck mal an, jetzt schon drei autos auf dem hof. ob das mit rechten dingen zu geht?”. ja, stimmt schon –
viele leben dort auf pump und ihr verhalten kommt uns machmal
oberflächlich vor, aber sie sind in der regel alle supernett und das
macht einfach gute laune im alltag. dieses lässige leben hat mir
natürlich neben dem guten wetter besonders gut gefallen. und
die frischen bio-produkte auf den FARMERS MARKETS das ganze jahr über
– die vermisse ich hier schon sehr.

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wobei man auch
erwähnen muss, dass man in SANTA BARBARA {dem ort, in dem wir gewohnt
haben} ein bisschen unter einer “heile-welt-glocke” lebt. die gemeinde ist durch ihre vielen wohlhabenden bürger sehr reich und
die lebenshaltungskosten sind extrem hoch. es gibt kaum kriminalität,
ein großes gesundheitsbewußtsein auch im ernährungsbereich {raw food, green smoothies ect. habe ich alles dort schon vor vielen jahren gemacht}, viel yoga und interesse an alternativen heilmethoden. santa barbara ist quasi „hippie mit geld“ und
repräsentiert ganz sicher nicht ganz KALIFORNIEN. ohne entsprechende
finanzielle mittel ist das leben dort nicht mehr ganz so cool.  das
soziale gefälle zu den mexikanischen einwanderern ist entsprechend
groß.

als unser sohn ins kindergartenalter kam, begann unsere suche nach einer schule. die sogenannten preschools entsprachen nicht wirklich meiner vorstellung. meine vorstellung war, dass mein sohn ein paar morgenstunden mit
anderen kindern spielend verbringt. möglichst viel draußen mit klettern, toben, singen, malen und kneten. ganz normal halt – dachte
ich. aber die preschools
sind dort oft ganz anders aufgezogen. mit viel “academics”. toben
und klettern sind ‚eh viel zu “dangerous”.

so meldeten wir
unseren sohn in der waldorf school an, da dies unseren vorstellung am
nächsten kam. in den USA ist die waldorf schule eine reine privatschule und nicht wie hier staatlich unterstützt. entsprechend
teuer ist das schulgeld. die begriffe vorschule und kindergarten sind
in den USA also genau anders herum, als bei uns. erst geht man in die preschool und dann in den kindergarten. unser “problem”
war natürlich nicht auf dauer gelöst, denn bald musste er ja zum
“kindergarten”. das ist dann also die vorschule, die aber schon an die eigentliche schule angegliedert ist. der öffentlichen schule wird man dann nach schooldistrict
zugeordnet. die rektorin der für uns zuständigen schule bat uns zum gespräch und riet uns dringend davon ab, unseren sohn in ihrer schule anzumelden, da der anteil mexikanischer kinder 98% betrüge
und die kinder in den ersten jahren dort erstmal überhaupt nur englisch lernten. unser kind konnte aber schon englisch… also blieben wir
weiter auf alternativen schulwegen.

nun ist es natürlich
so, dass in den USA überhaupt niemand in irgendeine schule gehen
muss, denn es besteht ja keine schulpflicht. man darf mit seinem kind
auch “home school”
machen. habe ich auch sogar mal zwischendurch gemacht, als mein sohn
dann mittlerweile in der 3. klasse war, und seine schule sich
plötzlich auflöste. sowas ist für ein so junges land wie kalifornien nicht ungewöhnlich. vieles wird ausprobiert und
wieder fallen gelassen. es gibt dort nicht die traditionen, wie wir
sie kennen. schulen werden gegründet und zerfallen halt machmal nach
kurzem wieder. unsere tochter wurde
dann auch älter und schwups hatten wir zwei kinder in einer private school. ich mag gar nicht
sagen, was das kostet. um es nun kurz zu
machen: ihr seht, das schul-ding wurde irgendwie kompliziert, teuer,
zermürbend und eine gute, langfristige perspektive fehlte. wir
hätten umziehen können, um in einen anderen schooldistrict zu
kommen, aber letztendlich hatte ich auch von schulbildung eine
bestimmte vorstellung und war mir nicht mehr sicher, ob wir das
überhaupt so finden würden.

ich erwischte mich
immer öfter dabei, wie ich von der tradition und zuverlässigkeit
der schulen unserer früheren heimatstadt  träumte. schulen,
die es schon teilweise seit mehreren hundert jahren gibt. dazu kam,
dass unsere eltern älter wurden und uns brauchten und noch ein paar
andere dinge. irgendwann war klar: wir gehen zurück! und ich bin
immer noch der meinung, dass diese entscheidung für uns richtig war. und hey – sonne ist nicht alles! ;)

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frau PIMPI fragt:  da wir in
den kommenden jahren sicherlich noch einmal einen CALFORNIA-ROADTRIP machen werden, kann ich mir eine frage natürlich nicht verkneifen.
Was sind deine persönlichen must-sees, must-eats und must-dos dort?
ich schreibe das dann schon mal auf meine bucket list. ;)

ANETTE antwortet: ha ha- DU hast
vermutlich schon viel mehr von kalifornien gesehen, als ich in 10 jahren! ich beneide dich
sehr um deine reiselustige familie. bei uns bin leider nur ich mit
dem virus infiziert – mein mann und unsere kinder sind am liebsten zu hause. und roadtrips kommen schon mal gar nicht in die tüte! außer ein bisschen das übliche touri-programm aus dem reiseführer habe
ich also auch nicht viel vom land gesehen.

immerhin konnte ich
einen jährlichen badeurlaub auf HAWAII oder in MEXIKO durchsetzen.
in santa barbara sind zwar auch wunderbare strände, aber das wasser
ist einfach eiskalt. ohne neoprenanzug ist  das meer eigentlich
nur im august und september erträglich und auch dann ist das wasser
nicht wärmer, als die nordsee! überhaupt denken ja viele, in kalifornien sei es sehr heiß. das ist im innland auch der fall, aber
an der küste kann es sogar im sommer durch den kalten pazifik sehr
frisch sein. laue sommernächte, wie wir sie hier in deutschland
kennen, gibt es z.b. in santa barbara so gut wie nie. ich war mal im juni in san francisco. mit winterjacke! durch den
berühmt-berüchtigten “june gloom”
kann es echt empfindlich kalt sein.

blogger-interview | hawaii-tipps von lebenslustiger | luziapimpinella.com
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kleiner einwurf von frau PIMPI: das kann ich absolut bestätigen! als wir vor ein paar jahren unseren KALIFORNIEN-URLAUB gemacht haben, waren wir zum teil wirklich erschroken, wie kalt es war. wir starteten ende juni in SAN FRANCISCO bei 15°C! nun weiß man natürlich, das SF etwas „chilly“ ist, trotzdem haben wir uns fast den hintern abgefroren und waren froh, dass wir in deutschland auch bei unterirdischen temperaturen gestartet waren. so hatten wir dicke klamotten dabei, die wir dann quasi drei tage am stück trugen, bis wir weiter reisten. auch am ende der reise konnte ich am strand von redondo beach bei LOS ANGELES {wo wir gwohnt haben}  kaum ohne strickjacke sein und was wasser war eisig! an baden war für mich frostbeule gar nicht zu denken! 

ANETTE erzählt weiter: aber auf HAWAII sind wetter und wassertemperatur natürlich fantastisch! ich kann jede der hawaiianischen inseln empfehlen – sie sind alle unterschiedlich und alle toll.
kawaii ist die älteste insel der kette; sehr grün und mit diesen
irren jurassic park formationen. big island ist vergleichsweise big
und jung zu den anderen inseln. hier ist die lava überall
präsent und es gibt nur wenige, gute strände. dafür kann man über dampfende lavawüsten wandern und am kraterrand stehen. das ist wie am puls der erde zu stehen. MEGA!

sogar auf OAHU, der hauptinsel, ist es toll, wenn man nicht gerade in honolulu oder waikiki beach absteigt. das ist einfach nur eine große stadt mit dem
berühmten strand davor. so ein bisschen ballermann am pazifik. aber
man ist schnell raus aus der stadt und dann ist oahu sehr vielfältig
und es gibt schöne strände zu entdecken. unsere Lieblinge hier:
Kailua Beach und die berühmten Surfstrände an der North Shore.
Hawaiis Strände entsprechen generell nicht unbedingt unserer
Südseeromantik. Häufig
liegt man dort zwar in wunderbar weißem Sand, aber nicht unter
Palmen.  Dafür muss man dann doch noch ein Stückchen weiter in
den Südpazifik fliegen…

blogger-interview | hawaii-tipps von lebenslustiger | luziapimpinella.com
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frau PIMPI wirft ein: hey… wir waren auch schon mal in honululu!  für eine stunde! auf dem flughafen zum umsteigen in einen flieger in die südsee. das war auf unserer hochzeitsreise. herr p. spricht schon seit jahren davon, dass er gern mal nach HAWAII möchte. ich muss gestehen, mich schrecken da ein wenig die extrem hohen flugkosten. die würde ich vermutlich eher für einen flug nach australien oder neuseland ausgeben. aber irgendwann wird er seinen wunsch sicher durchsetzen. ;) 

ANETTE fährt fort: am häufigsten waren
wir auf MAUI, da uns dort das baden und schnorcheln mit kindern am
besten gefällt und diese insel auch sehr vielfältig, aber nicht zu
groß ist. man kann tolle ausflüge zum vulkan machen oder auf wilden strassen in abgelegene orte fahren. alles immer mit diesem super
relaxten, coolen surfer-insel-feeling. gute buchten zum planschen und schnorcheln sind hier die kapalua bay im norden oder um waimea beach
im süden
. tolles schnorcheln ohne strand im süden gibt es in der la perouse bay. auf hawaii isst man
natürlich POKE! das sind rohe, marinierte tunfischstückchen. sehr
lecker! und natürlich die früchte, die dort wachsen: ananas, mango, papaya…hach!

blogger-interview | hawaii-tipps von lebenslustiger | luziapimpinella.com
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in SANTA BARBARA darf man einen sonnenuntergang am hendrys beach {offiziell: arroyo burro beach} nicht verpassen. vorher holt
man sich dafür ein paar leckereien vom lieblingssupermarkt „lazy acres“. natürlich gibt es auch viele, gute restaurants. zum beispiel CAJUN CUISINE im palace grill oder authentisches mexican food in der
LA SUPER-RICA TAQUERIA. amazing ist auch ein weekend brunch im
BILTMORE in MONTECITO
mit anschließendem besuch des butterfly beaches, der direkt vor diesem hotel liegt.

blogger-interview | santa barbara tipps von lebenslustiger | luziapimpinella.com
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eine ganz tolle
kleine wanderung oberhalb von santa barbara ist LIZARD’S MOUTH. klasse felsen zum klettern und ein rundblick auf santa barbara
und den pazifik. und den in vielen reiseführern erwähnten MORETON BAY FIG TREE muss man tatsächlich
gesehen haben.

liebe nic – ganz
lieben dank für deine einladung zum quatschen – hat mich sehr
gefreut! XX, anette

frau PIMPI meint: liebe anette, nein! ich danke dir! ich kann gar nicht sagen, wie spannend ich diese interwiew fand. schön, dass du dir zeit genommen hast, deine erfahrungen mit uns zu teilen. es war mir ein vergnügen! 

8 Kommentare

  1. Ach, Nic!
    Ich kann dir nur zustimmen, Anette ist eine super tolle und vor allem nette Frau! Ich war letztes Jahr mit ihr spontan Essen hier in Berlin und war ganz verzaubert … und ihre Kreationen sind einfach nur wunderschön!
    Dicken Drücker, Ines! :O*

  2. Ich bin seit langem eine Bewunderin von Anettes Schmuck, ihren Fotos und so vielem mehr, danke für die Einblicke in ihre kalifornische Zeit.
    herzlich Judika

  3. Woah, ich hatte das Interview damals, als Du es veröffentlicht hattest, irgendwie nur am Anfang überflogen. Jetzt habe ich es VERSCHLUNGEN und Gänsehaut! Ich will das sehen – ALLES!

    Großartige Reihe!

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