#my2cents | und plötzlich ist das internet ihr spielplatz…

familienleben | warum medienerziehung für unsere kinder so wichtig ist | luziapimpinella.com

plötzlich ist es dann soweit. gestern spielten unsere kinder noch mit lego, barbie, playmobil und komischen kleinen plastiktierchen und plötzlich ist ihr spielplatz das internet {da wo die komischen anderen menschen sind}! oft genug werden bereits beide spielplätze parallel bespielt, bis die digitale welt dann endgültig die macht über die freizeitgestaltung übernimmt. zumindest zu einem nicht unerheblichen ausmaß. 
dieser online-spielplatz entzieht sich zum teil der elterlichen aufsicht und was ich da manchmal ganz zufällig im internet entdecke, lässt mir als mutter oft genug die haare zu berge stehen. ihr wisst, ich liebe INSTAGRAM sehr. dort schaue ich zum beispiel regelmäßig in meine abonnentenliste und sehe mir die profile der leute an, die mir neu folgen. nicht selten sind sehr junge mädchen darunter und fast immer möchte ich diese mädchen schnappen und schütteln und ihre eltern gleich dazu! da sind profile von 11, 12, 13-jährigen, die voll sind mit knutschschnuten vorm badezimmerspiegel, gern mit blanken schultern und extra herunter gezerrtem ausschnitt. „follow me please!“ ist da zu lesen. oder „folllow 4 follow“. wer da followt ist eigentlich wurscht, hauptsache man knackt die nächsten hunderter. es ist unfassbar, was man dann wiederum für profile entdeckt, wenn man auf die abonnenten dieser kids schaut. nicht selten ist es ein gruselkabinett von gesammelten creeps! das ist aber kein mädchen-spezifisches bild. die jungs sind auf instagram oft kaum anders unterwegs. „mann“ lässt gern sein ego streicheln, indem man viele kommentare auf ein spiegelselfie mit nacktem oberkörper bekommt. auch hier gilt… „follow me“ um jeden preis! dass die meisten ihrer follower sehr gruselige typen mit abartigen motiven sind, ist belanglos. hauptsache man hat eine protzige anzahl an abonnenten. jedes mal denke ich… wissen ihre eltern eigentlich, was sie da treiben?

dann sind da noch die feeds von kindern und jungendlichen, die voll sind mit geklauten fotos von irgendwo im internet. ich habe schon desöfteren fotos von mir darunter gefunden. dass ein solches verhalten nicht nur ganz niedlich bilderklau heißt, sondern auch gegen so richtig gegen urheberrecht verstößt, das wissen die kids natürlich meist nicht. woher auch? ich frage mich dann jedes mal… sind unsere kids eigentlich darauf vorbereitet, was sie beim spielen auf dem großen, weltweiten spielplatz des internets erwartet? was ihnen alles passieren kann? was recht und was unrecht ist? was die spielregeln sind? wer bringt das alles unserem nachwuchs bei?

ist es die schule? naja, die kids lernen quintenzirkel in musik. für den fall, dass sie konzert-pianisten werden wollen. auch das fortpflanzungsritual der stichlinge oder die kommunikation der bienen per schwänzeltanz ist nach wir vor enorm wichtig. man weiß ja nie, als welches wesen man im nächsten leben auf die welt kommt. man stelle sich vor, so ein stichlingskerl zeigt einem seinen bauch und gräbt eine grube und man hat stichlingsweibchen dann keine ahnung, dass das mal eben die vorbereitungen zum poppen sind. nicht auszudenken!
versteht mich nicht falsch, ich bin totaler fan einer guten allgemeinbildung. aber manche bildung ist leider ein bisschen sehr weit von dem leben entfernt, mit dem unsere kinder tagtäglich konfrontiert werden. die in der schule erworbene allgemeinbildung ist doch oft irgendwie „lebensunfähig“. insbesondere medienerziehung findet selten bis gar nicht gar nicht statt. und wenn, dann höchstens stiefkindlich in einem projekttag oder ähnlichem abgehandelt. in meinen augen ist das ein fatales missverhältnis im lehrplan. nun, allgemeinbildugn ist vor allem die erziehungssache der eltern, kann man argumentieren. absolut! ich halte es für enorm wichtig, dass eltern ihren kindern das rüstzeug mit auf den weg geben, dass sie brauchen, um in der welt {eigenverantwortlich} zu bestehen. aber seien wir mal ganz ehrlich…. das passiert auch nicht immer und in allen familien! schon gar nicht, wenn es um die erziehung im umgang mit den neuen medien geht.
eltern, die selbst sehr umsichtig, kritisch und vor allem regelmäßig im internet unserwegs sind und sich mit sozialen netzwerken auskennen. sind meist ganz gut in der lage, ihren kindern eine angemessene medienerziehung zu kommen zu lassen. aber was ist mit der überwiegenden zahl an eltern, die entweder null ahnung von facebook & co haben… oder b) sich in den sozialen netzwerken selbst wie die axt im wald benehmen? öffentliches mobbing anderer menschen, verletzung von persönlichkeitsrechten, urheberrechtsverletzungen, bilderklau ect. sind ja leider auch bei erwachsenen und vermeindlich mündigen internet-usern weit verbreitet. das unrechtsbewusstsein hingegen ist oft erschreckend unterentwickelt. manchmal ist dickfällige ignoranz der grund, manchmal dreistig- oder einfach boshaftigkeit, aber of genug auch schlichtes unwissen. wie soll da also eine kompetente medienerziehung des nachwuchses geschehen?
oft genug beherrscht auch angst die gedanken von eltern, wenn es um das thema internetnutzung der kinder geht. im www lauert ja das personifizierte böse, also verbietet man es einfach! toller plan! „unser kind darf keinen facebook-account eröffnen! so etwas erlauben wir unserem kind nicht!“ {FB bitte bei bedarf wahlweise durch diverse social media plattformen austauschen!}. bei solchen {nicht}argumenten kann man eigentlich nur mitleidig lachen, denn die kids tun es so oder so! dann eben heimlich! dazu brauchen sie die erlaubnis von mama und papa nicht und mache dieser eltern wären sicherlich zutiefst erschüttert, wenn sie wüssten in welchen sozialen netzwerken sich ihr nachwuchs ganz selbstverständlich tummelt! 
dass aus internet-kontakten böse, sehr böse geschichten erwachsen können, wissen wir alle. wenig hilfreich sind verbote und verteufelungen. wir werden unsere kinder nicht davon abhalten, sich im netz zu bewegen. online zu sein ist keine modeerscheinung, die sich wieder gibt. es gehört zu unserem leben. deswegen müssen wir unseren kindern das rüstzeug mit auf den weg geben, sich in diesem medium sicher und auch rechtens zu bewegen! erziehung und aufklärung ist wichtig und notwendig. REDEN HILFT… sag ich immer gerne! und zwar regelmäßig und sachlich und vielleicht nicht erst, wenn das kind in den brunnen gefallen ist und auch nicht, wenn der adrenalinpegel von mama und papa gerade im roten ist, weil sie teeny-töchterlein oder pubi-sohnemann in komischen chats erwischt haben. altersgerechte medienerziehung kann gar nicht früh genug anfangen. oft fummeln doch schon kindergartenkinder täglich am tablet-PC herum. es sollte selbstverständlich werden, dass wir das verhalten unserer kinder mit den PC und im internet immer wieder miteinander besprechen. es müssen verhaltensregeln gemeinsam erarbeitet werden, regeln die die kids auch verstehen können und erst nehmen.

manchmal erinnere ich mich an meinen großvater, der nie aufgehört hat, mit mir über situationen im leben zu reden, die bedrohlich werden könnten. selbst als ich längst über 20 war, hat er mich noch vor k.o. tropfen im getränk in der disko gewarnt {süß, oder?} und mir erzählt, wie ich mich davor schützen kann. natürlich habe ich ihn oft für seine sorgen belächelt und auch manchmal heimlich mit den augen gerollt. aber er war unermütlich in seiner sorge um mich und was er mir da gebetsmühlenartig immer wieder erzählte blieb tatsächlich haften. heute weiß ich, dass seine worte mich ein ums andere mal vor prekären situationen gerettet haben. ja, im wirklichen leben würden wir unsere kinder kinder schützen! inzwischen ist ein leben 2.0 dazu gekommen und auch da sollten wir unsere kinder schützen. wir eltern haben die pflicht, uns mit dieser virtuellen welt, in der sich unsere kinder bewegen, auseinander zu setzen. ob wir das wollen oder nicht! keine ahnung davon zu haben ist eine lahme ausrede. denn ich finde, wenn man ahnungslos ist, dann muss man es eben lernen, neugierig sein und sich schlau machen. erweitern wir unsere allgemeinbildung! online-elternratgeber zur mediennutzung wie „SCHAU HIN“ können dabei eine großartige und kompetente hilfe sein, wo wir an unsere eigenen wissensgrenzen stoßen. dabei ist es völlig egal, was wir selbst von facebook & co. halten… denn dort werden sich unsere kinder nun mal bewegen! wir werden das nicht verhindern und wir sollten es auch nicht. geben wir ihnen stattdessen die medienerziehung, die sie dringend brauchen! reden hilft.

NACHTRAG: ich finde es großartig, wir wir hier auf dem blog und auch auf meiner FACEBOOKseite (jahaaa. facebook ;) ins diskutieren gekommen sind. einige informatiionen möchte ich euch hier zum thema noch verlinken. suse von REVOLUZZZA hatte eine tolle buchempfehlung: *NETZGEMÜSE: aufzucht und pflege der generation internet … ein probekapitel des elternratgebers gibt es auch HIER zu lesen. anna von BERLINMITTEMOM hat vor einiger zeit zu einer blogparade zum thema medienerziehung eingeladen. großartig!

nachdem YOU NOW gerade „the last hot shit“ {leider ist es auch wirklich der größte scheiß, den das internet im moment zu bieten hat} unter den kids und jugendlichen ist, haben sich bereits einige medien mit dieser fragwürdigen live-stream videoplattform auseinander gesetzt. uns als eltern dürfte es bei diesem artikel der FAZ eiskalt den rücken herunter laufen. ich habe ihn meiner tochter zu lesen gegeben. sie kannte die plattform gott sei dank noch nicht und hat das ganze sehr „creepy“ gefunden. immerhin. außerdem hat sich christian solmecke und seine kanzlei WBS ebenfalls mit YouNow befasst und klärt in diesem VIDEO über die rechtlichen gefahren der nutzung auf.

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104 Kommentare

  1. Genau so. Ich unterschreibe alles. Wir führen mit unserem Sohn regelmäßig Diskussionen zum Internet, den Chancen und den Dingen, die man da besser nicht tut. Außerdem auch zu dem Thema Persönlichkeitsrechte. Denn nicht selten werden die kompletten Veröffentlichungsrechte an Fotos von Kindern von Museen, Projekten von Unternehmen und nicht zuletzt den Schulen angefordert. Weil sie diese ein Mal besucht haben oder dort eben immer hingehen. So etwas unterschreiben wir aus Prinzip nicht mehr. Danke, dass Du auf solche Themen aufmerksam machst.

  2. Liebe Nic! Danke dafür… unterschreib ich ganz genau so alles… ob ich das wohl mal im Waldorfnetz teile ;-) Dort herrscht ja eine fürchterliche Angst vor dem bösen großen Internet!!! Und ich kann immer nur sagen, setzt euch damit auseinander sonst wird das nie was und dann wird es erst richtig gefährlich. Wenn eine Mutter da sitzt und noch nicht mal einen eigenen Email-Account hat, wie soll sie dann ihrem Kind erklären, was geht und was nicht geht??? Ich bin da immer nur extremst verwundert!!!! Ich geh das jetzt mal teilen ;-)) und abspeichern, damit ich es in 1-2 Jahren noch mal lesen kann, wenn es hier richtig losgeht.
    Liebe Grüße Martina.

    • ich musste ein bisschen schmunzeln bei deinem kommentar. ich muss gestehen, adass ich umgeben von (wohl den meisten ;) waldorfeltern wohl verzweifeln und mich sehr fix unbeliebt machen würde.

      ich verstehe einfach nicht, wie man meint, diese thematik (so wie andere wichtige auch) einfach konsequent ignorieren kann. dass man es selbst so verdammt, wird es für die kids sowieso nur noch interessanter machen… und man kann sie eben nicht aufhalten!

    • frag mal mich. Unbeliebt ist mein zweiter Vorname ;-) macht aber nix. Was sage ich immer, Rudolf Steiner war nicht von gestern und wenn er heute gelebt hätte, dann hätte er eine Lösung dafür gefunden. Die wäre aber ganz gewiss nicht, die totale Verweigerung gewesen. Also werde ich weiterhin meine Meinung vertreten. Immerhin bin ich nicht alleine, es gibt einige – und es werden immer mehr- die das genauso sehen wie wir, das ist schon viel wert ;-) und der erste Vortrag zum Thema wird schon ausgearbeitet… Es gibt also noch Hoffnung! Ich sehe das so wie Du reden, aufklären, reden, aufklären, NIEMALS weggucken. Das gilt ja sowieso für alles zum Thema Erziehung. Bei Drogen etc. sieht es ja auch nicht anders aus. Aber wie oft hör ich da dann, ja was will man machen. Die hören einem nicht mehr zu… Klar, wenn man schon im Kleinkindalter nie mit ihnen geredet hat, wie sollen sie dann in der Pubertät wissen wie das geht mit dem Zuhören und dem Reden…
      Abendfüllendes Thema :-) Aber danke für Deinen Anstoß und das Teilen Deiner Gedanken! Liebe Grüße Martina.

  3. Danke! Ich bin zwar weder Mutter noch bin ich so richtig jung mit Facebook und Co in Berührung gekommen. Ich konnte also so langsam hineinwachsen. Das ist heute natürlich anders und ich verstehe auch manche Sorge der Eltern. Aber wenn ich Aussagen von nicht-online erfahrenen Eltern höre, die Facebook (oder jedes andere soziale Medium) verteufeln, weil das auf jedem Elternabend-Vortrag und in den Medien so gesagt wird, dann wird einem auch schnell klar, das zuhören alleine da nicht funktioniert. Den so kann dem Kind sicherlich keine Kompetenz beigebracht werden, denn es fehlen einfach auch die eigenen Erfahrungen damit. Und verbieten ist sicherlich der schlechteste Weg, da gebe ich dir vollkommen Recht! Ich werde deinen Link an solche Eltern weiterleiten (auch, weil sie mich nach meinen Erfahrungen gefragt haben),
    Danke dir!
    Marina

    • ja, weil eben vielen eltern die kompetenz für dieses thema komplett fehlt, würde ich mir sehr wünschen, es würde in der schule endlich das fach "medienerziehung" eingeführt werden.

  4. Du sprichst mir aus der Seele, Nic. Auch wenn ich 'nur' eine Stieftochter habe… sie ist 14 und schon seit sie knapp 10 ist mit Tolerierung der Mutter alleine im Netz unterwegs. Ob aus Dummheit, zu großem Vertrauen oder Unwissenheit, ich weiß es nicht. Ab und an wird es aus dubiösen Gründen versucht zu verbieten, nutzt natürlich tatsächlich nichts, so richtig rangeführt hat sie aber niemand. Und Kontrolle? Findet keine statt, soweit ich das beurteilen kann.

    Wir, der Vater und ich, haben es erst ein Jahr später mitbekommen und da war es eigentlich schon zu spät, noch was zu retten. Ob amerikanische Chatrooms mit Erwachsenen Männern oder scheinbar sichere regionale Plattformen, überall war sie alleine unterwegs und kannte Dinge, die ich – trotz intensiver Nutzung des Internets – nicht mal gehört hatte vorher.

    Nur Facebook, das kam tatsächlich erst am 13. Geburtstag dazu. Aber auch durch ihren Freund und nicht durch Erwachsene, mit Einführung und Erläuterung. Wäre ja auch zu schön gewesen. Wobei der Stellenwert niedrig ist. Wenn, dann werden Selfies gepostet, ähnlich wie du es beschreibst. Whatsapp ist beliebter…

    Alles in allem, ich bete immer, daß nichts passiert… und halte die Augen offen bei ihr

    Liebe Grüße, Claudia

    • die spielplätze wechseln ja auch ständig. früher war es facebook, heute ist es instagram, snapchat und younow. gerade deswegen ist es wichtig, einfach ein auge drauf zu haben und selbst informiert zu sein, was gerade angesagt ist.

  5. Toll, danke! Ich gebe dir in allen Punkten recht und fands jetzt richtig toll, eine Gebrauchsanweisung wie für mich gemacht zu lesen! :-) Bei uns ist's auch bald soweit. Mit dem Wechsel in die weiterführende Schule wird Social Media ja durchaus ein Thema, mit dem es sich auseinanderzusetzen gilt und ich denke es ist nicht einfach da immer alles richtig zu machen. Ich werde jetzt immer mal wieder an deinen Opa denken! :-)
    GLG Biggi

  6. Liebe Nic! Jawoll ja, es trifft die Sache auf den Punkt! Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es mich schockiert, mit welch einer Gleichgültigkeit manche Eltern Ihre Kinder ins Netz lassen. Via Whatsapp & Co. bis teilweise spät in die Nacht bzw. mit dem ersten Griff am Morgen haben manche Kids bereits die Grüße in die unbekannte Welt geschickt. Manchmal weiß ich nicht, ob es tatsächliche Unwissenheit ist oder einfach die Bequemlichkeit, sich mit den Kindern zusammen des Themas anzunehmen. Spätestens, wenn das eigene Kind im Netz ausgegrenzt wird, ist das elterliche Geschrei für gewöhnlich groß. Dabei wäre es so einfach, die Kinder im "Real Life" stark zu machen und so zu beschäftigen, dass sie einfach wenig Lust auf Internet und Co. haben und mehr Wert auf "Echte Freundschaft" legen.

    • ich denke, die grenzen sind schwimmen. auch wenn die kids im RL stark sind, hat die virtuelle welt heute eine große bedeutung für die jugendlichen. es ist ja auch so eine art gruppenzwang (früher hatten wir andere gruppenzwänge…. ich habe zum beispiel mit 13 meine erste zigarette geraucht! was irgendwie schlimmer ist ).

      außerdem ist das nun mal der ort, wo heute viel der kommunikation stattfindet. wer sich da entsagt ist automatisch nicht dabei. das macht es nicht einfacher.

  7. Ich gebe dir völlig Recht! Ich habe zwar keine Kinder, bin aber Lehrerin. Meiner Meinung nach wird in Deutschland das Thema der modernen Medien viel zu sehr verdrängt. Viele Schulen verbieten z.B. einfach das Handy und damit hat sich das Thema für sie erledigt.
    Hier in der Türkei, wo ich an einer türkisch-deutschen Schule arbeite, läuft das ganz anders ab. Wir binden den Umgang mit Handys in den Unterricht ein, z.B. das Benutzen von Wörterbüchern. Natürlich sind die Schüler auch in den sozialen Netzwerken unterwegs, aber die Vor- und Nachteile werden immer wieder diskutiert. Ich schicke meinen Klassen auch manchmal Hausaufgaben über Facebook.
    Natürlich gibt es hier auch genug Probleme beim Umgang mit den modernen Medien, die Zensur durch die Regierung beispielsweise, aber niemand scheut sich davor, die Themen anzusprechen – wäre auch komisch in einem Land, wo die meisten zwischen 7 und 87 ein Smartphone besitzen.

    • was mich da interessieren würde… wie reagieren die eltern darauf, wenn die kommunikation mit der lehrerin auch mal per facebook stattfindet?

      ich denke, hier würden 80% der eltern auf die barrikaden gehen. ;)

    • Hallo Jana,
      ich bin auch Lehrerin und bei uns waren Handys im letzten Jahr erlaubt worden. Was dazu führte, dass die Kleinen nur noch blöde Spiele auf dem Handy spielen statt raus zu gehen und sich zu bewegen. Die Schüler stört es selbst so sehr, dass sie wollen, dass das Handy wieder verboten wird. Im Unterricht darf es genutzt werden, wenn der Lehrer das erlaubt.
      Hausaufgaben per Facebook schicken finde ich sehr fragwürdig, weil man damit Schüler ausschließt, die kein Facebook nutzen möchten. Oder wie machst du das dann?
      LG Steffi

  8. Word! An den Schulen passiert diesbezüglich auch hier in NRW viel zu wenig. Und für viele Eltern ist das Internet immer noch Neuland. Toller Artikel Nic! Danke!

  9. Mädel, Du sprichst mir so was von aus der Seele! In vieler Hinsicht gucken die Leute zu wenig auf ihre Kinder, und die Lehrer fühlen sich dafür nicht zuständig, wenns nicht um ihr Fach geht und in ihre Stunde fällt. Manche Eltern haben noch nicht mal gemerkt, dass ihre Kinder mit 10 noch nicht mal die Gabel richtig halten, lassen sich von den dümmsten Lügen ihrer Kinder täuschen, die meisten sind einfach zu faul, auch nur hinzusehen…Meine Güte, und wenns ums web geht, ist wegschauen ja besonders einfach!

    • ja, wegschauen ist wirklich einfach. und oft auch bequemer.

      aber wie eine leserin vor dir schon kommentierte… wenn dann etwas passiert, ist das geschrei der eltern groß.

  10. In unseren Schulen wird dazu soviel geredet und beigebracht, daß die Kinder mit den Augen rollen. Im Übrigen hat jedes laptop parental control settings, die die schlimmsten sites weitgehend blockieren. ♥nic

    • Gilt natürlich nicht für smartphones, aber auf die mußten meine Kinder auch warten bis sie 13 waren. Ja, das geht! ♥nic

    • ja, das geht. muss aber nicht und kann in manchen fällen auch kontraproduktiv sein.

      das das thema an euren schulen so allgegenwärtig ist, das ist vorbildlich und wirklich toll. aber irgendwann hören eben auch die parental control möglichkeiten auf.

    • Diese sogenannte Kindersicherung konnte mein Sohn schon mit 12 knacken.
      Nicht, weil er uns umgehen wollte, sondern um uns zu demonstrieren, das es kein Schutz für Kinder ist, die sich damit auskennen.
      Und ein Smartphone mit 13 ist heutzutage auch nicht mehr umsetzbar, weil mit Übertritt an die Oberschule es einfach dazu gehört, in der Klassengruppe dabei zu sein.

      Gruß Simone

    • da bin ich ganz bei dir simone. auch wnn man selbst es für pädagogisch wertvoll hält, ist es manchmal eben auch fraglich, ob es wirklich hilfreich ist, sein kind von den medien (in diesem fall dem smartphone) fern zu halten und es so auch ein stückweit zum außenseiter zu machen. ich bin davon keine verfechterin, sondern setze lieber darauf, dass der umgang mit diesen dingen sinnvoll vermittelt wird.

    • b@tchman
      10.5

      Zum Thema "parental control":
      1) Wie den einschlägigen News zur Zeit zu entnehmen ist, erkauft man sich mit sowas unter Umständen ganz ganz massive Sicherheitslücken (Stichwort HTTPS-Interception und Zertifikate). Da die Kids ja i.d.R. im elterlichen LAN/WLAN mitsurfen, kann man sich dann auch gleich sicheres Surfen auf allen Rechnern zuhause verkneifen (Also goodbye e-banking, e-trading, paypal, ebay, amazon etc.). Und wenn die "Schutz-Software" https-Verbindungen nicht untersuchen kann, dann taugt sie auch nix!

      2) Und noch viel wichtiger: ein USB-Stick mit nem kleinen Linux drauf, ein UMTS-Stick mit pre-paid Flat .. zusammen beim Discounter um die Ecke für unter 30€ zu haben, beim (großen Bruder vom) Kumpel das Linux drauf geworfen, und schon ist die ganze Kontrolle umgangen. Einfach so! Und ehe das Argument kommt: Dann legt man eben 10€ drauf, und dann kauft der 18+ -jährige große Bruder vom Kumpel einem das Zeug, oder der Flohmarkt, oder sonst wie. (Wer jetzt denkt: Boot-reihenfolge uns Bios-Password, der hat entweder schon verstanden dass es nichts nützt, oder er möge auch weiter an "Bios-Baterie raus" und "Steckplätze tauschen" denken.)

      Es ist eine Sache wenn man Kontrolle und Verbote in der Medien-Kompetenz-Erziehung benutzt. Eine andere Sache ist es wenn man diese Kontrolle aus Unwissenheit und Faulheit in die Hände von Software legt, die man als Eltern auch wieder nicht versteht.
      Man muss sich kümmern, da kommt man nicht drum rum. Erst recht nicht wenn man als Problemlösung noch mehr Dinge rankarrt, die man nicht versteht.

    • weil ich es irgendwann einmal zum stilmittel dieses blogs bestimmt habe.

      und warum du? ich meine, in deinem kommentar ist groß- und kleinschreibung irgendwie auch nicht gerade konsequent verfolgt. ;)

    • wenn es dein Stilmittel ist, ists völlig ok, posting hab ich klein geschrieben, entsprechend dem anglikanischen Ursprung.

    • den satzanfang auch? sorry, aber das musste dann noch raus. ;)))

      nichts für ungut.

  11. Hm… das ist schwierig. Ich bin zwar "schon" 26, aber ich weiß noch wie es war, als uns die "Erwachsenen" damals etwas vom Internet und Computern erzählen wollten. Vor allem Lehrer mit ihrem "Ihr dürft keine Sticks und Disketten mitbringen, da könnte ein Virus drauf sein"-gelaber ist uns so auf den Keks gegangen. Da war das Hauptproblem aber, dass sich die Meisten selbst nicht wirklich mit Computern und dem Internet auskannten.
    Wir sind ja mehr oder weniger damit aufgewachsen und wir dachten "Uns brauchen die doch nichts zu erzählen!"

    Den Jugendlichen heute wird es wahrscheinlich ähnlich gehen. Die wachsen aber wiederum in einer völlig "neuen Zeit des Internets" auf. Vielleicht lassen die sich ja was sagen. :)) Ich hoffe es jedenfalls für sie, weil du mit deinen genannten Punkten natürlich mehr als Recht hast.

    • ja, heute wachsen die kids vielleicht direkt mit den internet auf, aber kaum jemand setzt sich damit auseinander, wieviel mist da gebaut werden kann. auch von den kindern und jungentlichen selbst. leider wird dass www von denen, die direkt damit groß werden, oft mit einem rechtsfreien raum verwechselt. und das liegt eben tatsächlich an mangelnder erziehung, was dieses medium angeht und oft an der ahnungslosigkeit der elterngeneration.

      nur das "benutzen können" ist ja keine qualifikation. ;)

    • Ja, da kann ich dir nur zustimmen :) Das mit dem "rechtsfreien Raum" ist ein extrem wichtiges Thema. Aber leider wissen viele Eltern da selbst zu wenig Bescheid. :( Ich denke das ändert sich dann nochmal drastisch mit der nächsten Elterngeneration.

  12. Wow, dankeschön liebe Nic! Bei uns ist dieses so wichtige Thema nun auch bald aktuell und ich wünschte auch, die Schule würde mehr Zeit dafür bieten….
    Deine Worte werden mich begleiten!
    Liebe Grüße,
    Mira

  13. Toller Post, wichtiges Thema. Unsere Tochter ist grade mal zweieinviertel (vierteldrei, quasi). Sie wischt selbstverständlich mit dem Finger über Papas Smartphone und guckt Bilder von sich und uns an. Sie hat natürlich noch keinen Zugang zu Medien, schon gar nicht unbeaufsichtigt. Was ich damit aber sagen will – sie wächst mit Medien und Technik auf, die wir als Kinder nicht kannten. Ich war mit sechzehn das erste Mal im Internet und fand das damals phänomenal. Heute ist das Internet mein täglicher Begleiter. Mein Kind kennt die Welt nicht mehr ohne Internet. Es liegt an uns Eltern, Kindern den Umgang und die Gefahren des Internets vernünftig zu erklären. Verbieten und verteufeln ist sicher der falsche Weg. Dazu müssen wir uns aber Zeit nehmen und uns vor allem selbst mit dem Ganzen befassen und uns auskennen.

  14. Sehr gut, sehr gut, sehr gut!! Ich hatte heute noch die gleich Diskussion mit einer Freundin, die völlig überrascht war, was ich alles an Anfragen von Kindern auf Instagram bekomme und was für accounts die da auch teilweise haben. Erschreckend! Letzte Woche saß ich noch mit sämtlichen Freunden meines mittleren Sohnes (12), die mir alle auf Instagram folgen, beim Mittagessen und es ergab sich eine Diskussion über Verhaltensregeln, Nogos und Gefahren in den diversen Plattformen. Alle waren so unwissend und regelrecht erschreckt, als ich einige Dinge mal erklärt habe. Fürchterlich! Ich will ja nicht alle Eltern zwangsweise dazu verdonnern sich mal exzessiv in all den genannten Portalen zu tummeln, aber wie soll man seinem Kind sicher über die Straße gehen beibringen, wenn selber noch nie eine Straße gesehen hat? Das ist auch der Grund, warum in den Schulen nix passiert! Den Lehrern fehlt die einschlägige Bildung, was noch nicht mal ein Vorwurf sein soll, das Thema findet bis jetzt in der Lehrerausbildung einfach nicht statt. Ich hoffe, ich kann meinen eigenen Kindern und vielleicht auch noch ein paar ihrer Freunde etwas Wissen um die Umstände im Netz mit auf den Weg geben. Allein deshalb lohnt es sich schon zu bloggen und auf sämtlichen Socialmediakanälen unterwegs zu sein. Daumen hoch Nic für diesen tollen Artikel! GlG Anne

    • ja, wir unterhalten uns hier auch viel und man ist erschüttert, wie wenig die kids im freundeskreis so einschätzen können, was sie da überhaupt tun. dabei sind die eltern erfolgreiche, gebildete, unsichtige menschen. aber beim thema internet hapert es halt doch an allen ecken und enden, wenn man sich nicht #ausgründen ständig damit auseinandersetzt.

      L. klärt oft ihre freundinnen auf und sagt ihnen, dass irgendetwas, das sie tun ein echtes no-go ist, aber damit macht sie sich dann oft zur spießigen spaßbremse in der runde. das verständnis dafür ist meistens überhaupt nicht da! erschreckend finde ich das.

  15. Liebe Nic, ein schöner Post! Als du die Instagramprofile der 11/12/23-Jährigen beschrieben hast, musste ich an einige meiner Schüler denken, die sich genau so präsentieren!
    An meiner Schule wird Medienerziehung gross geschrieben und wirklich viel diesbezüglich gemacht. Nicht nur an Thementagen, sondern täglich, im Unterricht. Ich als Sozialkundelehrerin unterrichte ganze Einheiten zu diesem Thema.
    Dabei gibt es meiner Meinung nach zwei Probleme:
    1. Der Soziunttericht setzt in RLP, aber auch in anderen Bundesländern zu spät ein und danit auch die im Lehrplan verankerte kritische Medienerziehung.
    2. Der Lehrplan ist zu vollgestopft mit anderen, auch unnötigen Themen und kann so eigentlich nicht geschafft werden, sodass einige Themen den Kürzeren ziehen, vielleicht gsr nicht oder gar viel zu spät unterrichtet wrtden.
    3. Selbst eine gelungene, schülerorientierte Medienerziehung kann manchmal nicht wirklich fruchten, wenn weitere Faktoren wie Gruppenzwang, Wunsch nach Anerkennung etc ins Spiel kommen.
    Reden, thematisieren, reflektieren, Risiken aufzeigen in der Schule, im Freundeskreis, zu Hsuse, das ist ein guter Anfang!
    Danke für deinen Artikel! Liebe Grüsse Kaddi

    • wenn man denn überhaupt sozi-unterricht hat, kaddi! in manchen schulen (bundesländern?) steht das ja nicht einmal auf dem lehrplan. also bei unserem gym habe ich davon noch nicht gehört.

      punkt 3… DAS kommt ja erschwerend hinzu! es ist halt toll, sich mal eben schnell anerkennung und lob online zu holen. selbst gestandene, erwachsene frauen verfallen ja der ständigen selfi-knipserei, weil es so gut tut, wenn man anerkennende kommentare und somit selbstbestätigung bekommt! ;) als teenager is man ja noch anfälliger dafür.

  16. Du hast sowas von Recht… davor graut es mir auch .. noch habe ich ja ein wenig Zeit ;)
    Aber sollte mir langsam mal einen kleinen Plan parat legen …

    Denn verbieten bringt nicht – ganz genau ….

    Was bin ich froh das das internet noch nicht so stark in meiner Pubertät vertreten war – das wäre unangenehm geworden ;)

    • da sagst du was! ha!

      ich mag mir das auch gar nicht ausmalen, was das bei mir geworden wäre. ;)

  17. Hallo Nic!
    ich könnte zum Thema einen laaaaaangen Kommentar schreiben, lasse es aber lieber, weil das Thema ziemlich emotional besetzt ist (habe selbst Kinder). ich fasse mich kurz: ein wichtiges Thema und sehr gut geschrieben!
    ich denke wir – die wir uns (einigermaßen) auskennen – sollten versuchen diejenigen mitzunehmen, die sich nicht damit beschäftigen (wollen/können).
    nicht missionieren, informieren sollten wir andere Eltern, damit sie die Chancen, Risiken und Nebenwirkungen kennen und auch ihre Kinder dieses (tolle!) #Neuland erforschen können. sicher!
    glg
    Stefanie

    • schade, dass du es nicht hast. ich finde es wirklich spannend, was zu diesem thema an geschichten und informationen zusammenkommt.

      das ding ist, dass man oft bei anderen eltern auf ablehnung oder totales unverständnis stößt, sobald man über dieses thema spricht. manchmal hat man sogar das gefühl, sie wollen die sachen gar nicht hören, weil sie ihnen eben angst machen. es wird weggeguckt und gehofft, dass alles gut geht… weil sie wirklich glauben, die kinder wüssten das schon irgendwie. tun sie aber nicht. so eine bequemlichkeit macht nicht wirklich wütend und traurig.

    • das stimmt leider, weggucken und hoffen ist m.E. gefährlich. vermutlich ist das thema vielen zu komplex und/oder sie wissen schlichtweg nicht, wo und wie sie anfangen sollen, sich selbst erst einmal zu informieren.

      diejenigen, die bewusst wegsehen gibt es sicher auch, aber ich vermute die mehrheit ist einfach "nur" überfordert bei dem thema.

      es gab es von berlinmittemom zusammen mit scoyo schon einmal eine blogparade zur medienerziehung. eine gute idee!

      vermutlich können blogger einen teil zur aufklärung beitragen, ob als blogparade oder gar als issuu magazin oder buch …

      ich kenne diese abwehrhaltung und teilweise falschen einschätzungen andere mamas.meist sind sie dann aber doch am thema interessiert und es ist ihnen durchaus bewusst, dass es wichtig wäre ihre kinder auch online zu begleiten.
      Aber wie?

      Das ist die frage, vor allem wenn man sich selbst gar nicht für das thema begeistern kann.

      ich finde das thema sehr wichtig und denke, wir sollten versuchen die interessierten, aber unsicheren mama's, "mitzunehmen" und zu informieren.
      das müsste doch machbar sein!?

      glg
      stefanie

    • ja, ich denke, wir können da schon eine menge erreichen, indem wir es einfach versuchen. :)

  18. Bereits im Studium zum Grund- und Hauptschullehrer vor ca. 20 Fahren war das Fach Medienerziehung schon ein fester Bestandteil des Lehrplans an der Päd. Hochschule in BW,. Damals gab es FB und Co. noch nicht, aber wir Studenten haben uns mit der Thematik "Neue Medien" auseinandergesetzt und das Fach Medienerziehung schon damals als sehr wichtig empfunden. Leider ist Medienerziehung bis heute (20 Jahre danach) immer noch kein eigenständiges Fach…dafür sind die Kernfächer immer noch viel zu wichtig. Ich frage mich manchmal wirklich, wer denn da so in der Kultusministerkonferenz sitzt, diese Leute müssen sowas von uralt und aus der Zeit sein…wir haben schon damals gewitzelt, dass die Schule Bildungs-Inhalte aus dem 19. Jahrhundert nach Methoden des 20. Jahrhunderts für das Leben im 21. jahrhundert lehrt. Ich finde ja, dass die Lehrpläne an Schulen mal so richtig radikal geändert werden müssen. Das Internet ist doch einfach aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken und der Umgang mit dem Internet und Co. sollte nicht nur den Eltern überlassen werden, die meisten sind doch damit total überfordert. Danke für deinen Artikel und danke für den Link.

    • du sprichst smir so aus der seele. manche dinge, die auf dem lehrplan stehen, sind einfach veraltet und nicht mehr zeitgemäß! wenn man mal überlegt, was für eine rapide technische entwicklung die menschheit vollzugen hat, ist es eigentlich erschütternd, wie krampfhaft trotzdem an veralteten struktuten festgehalten wird.

  19. Das kann ich alles unterschreiben! Ich bin froh, dass ich auch in der digitalen Welt unterwegs bin und daher schon gewisse Einblicke habe! Ich versuche auch immer wieder, meine Jungs auf diverse Sachen hinzuweisen! Das Web bietet viele Möglichkeiten… allerdings beunruhigt es mich, wie schnell und in welchem Umfang auf weltweite Ereignisse reagiert wird! Leider nutzen ja nicht nur Leute, wie Du und ich das Web, sondern eben auch viele Kriminelle und Kranke!

    • ich verstehe nicht ganz, was du damit meinst… "allerdings beunruhigt es mich, wie schnell und in welchem Umfang auf weltweite Ereignisse reagiert wird!" ???

    • Ich meine damit z. B. die Bilder, die uns im Moment von IS und Co. präsentiert werden! Alles verbreitet sich im Web rasend schnell und jeder kann sehen, was man nicht unbedingt sehen muss! Alles wird kommentiert und dadurch oft ein Shitstorm und eine Hetze ausgelöst, dass einem Angst und Bange werden kann! Was früher gar nicht in den Medien auftauchte, ist heute sofort überall!!!! Diese Entwicklung finde ich schon bedenklich!

    • hmmm…. andererseits könnte man aber auch argumentierten, dass schreckliche dinge, über die früher mal eben "das mäntelchen des schweigens" gelegt werden konnte, heutzutage leichter an die öffentlichkeit kommen können. ich sehe das auch durchaus positiv.

      was allerdings die verhetzung von menschen und hassverbreitung angeht, bin ich ganz bei dir. das fängt ja oft schon im kleinen auf privaten FB profilen an. ich habe tatsächlich in den letzten wochen ein paar leute entfolgt, weil ich da statements zu lesen bekam, über die ich nur den kopf schütteln kann.

    • Da gebe ich Dir natürlich Recht! Wenn das Netz dazu genutzt wird, um Nachrichten aus aller Welt zu verbreiten, kann das natürlich auch durchaus positiv sein!

  20. Toller Post und super geschrieben! Du sprichst mir aus dem Herzen. Meine Kinder sind zwar (jetzt) noch nicht so weit um im Internet unterwegs zu sein, aber das wird auf Dauer nicht ausbleiben. Da werden wir als Eltern auch viel zu tun haben um ihnen den richtigen Umgang bei zu bringen. Ich finde es wirklich traurig, dass in den meisten Schulen da so wenig gemacht wird und die neuen Medien so verteufelt werden. Andere Länder sind da viel weiter. Vielleicht ändert sich da ja mal etwas….
    Liebe Grüße
    Petra

    • bis sich hier etwas ändert, wird es bestimmt noch ewig dauern.. befürchte ich. :(

  21. Moin liebe Nic!

    Super Post!! Thx! :-* Du hast eine wunderbare Einstellung zu dem heißen Thema. Aber Du bist (zum Glück!!) auch selbst mitten drin in der Materie! Und das wird dem (nicht mehr ganz so) kleinen Fräulein ganz sicher mal den A**** retten! :-D *grins* Du weißt…! :-P
    Ganz ehrlich, wir können froh und dankbar sein, dass wir uns selber im www so gut auskennen, dass wir wissen, dass es 'Bilderklau' überhaupt gibt. Ich hoffe da immer auf die gute alte Vorbildfunktion. ;-) Die bewirkt oft mehr als tausend Worte. (Was nicht heißen soll, dass man gar nicht reden soll!!!!)
    Im übrigen bin ich seeehr froh darüber, dass ich ganz gut im Quintenzirkeln bin! :-P *grins* In meinem Fall ist das tatsächlich was fürs Leben. Ganz im Gegensatz zu irgendwelchen Integralen oder ähnlichem. ;-) Was mich nun aber noch brennendst interessieren würde:

    WIE SCHÜTZE ICH MICH DENN NUN VOR KO-TROPFEN IN MEINEM GLAS????????? DAS ist wirklich mal ne nützliche Hilfe!! Ein Hoch auf Deinen Opa!! :-D

    Ganz liebe Donnerstagsgrüße!
    Sanni (c:

    • was mein opa immer gesagt hat…

      kein fremdes getränk annehmen. niemals dein getränk einfach so herumstehen und aus den augen lassen oder sogar mal eben zum tanzen gehen und dann später weiter. immer in der hand halten und handfläche drüber. am besten ein getränk in der flasche nehmen und beim herumstehen einfach den daumen drauf haben.

      dann wirds schon schwierig mit den KO tropfen. ;)

    • Perfekt! ;-) Ich danke Dir! :-* :-D

      Ganz liebe Grüße und hab ein schönes Wochenende!
      Sanni (c:

      PS: Ist es nicht schlimm, dass wir so wenig Vertrauen haben (können) heutzutage und man davon ausgeht/ausgehen muss, dass jemand uns etwas Böses will? :-O (Ich weiß, dass war früher auch so, ich kenne die Drogenproblemkatik im Getränk. :-P Aber heute empfinde ich es leider als noch viel potenzierter! Und das ist soo traurig!!)

    • das problem ist, dass früher der "feind" wenigstens in person und im echten leben gegenüberstehen musste. heute kann er sich ganz einfach hinter einer anonymen maske verstecken und an dich herantreten.

      diese blöde anonymität im netz ist ja auch der grund, warum manche (in echten leben relativ normale) menschen, sich dann plötzlich im internet wie die größten arschlöcher benehmen. es werden kommentare jenseits der gürtellinie angegeben, es wird gehetzt und gift gespritzt. alles so einfach, wenn man denkt, man wird ja nicht erkannt.

      deswegen gab es auch von mir ein HURRA als es pflicht wurde, bei FB einen klarnamen zu führen und nicht so einen pseudonym-quatsch, wie lieschen mäusezahn. ;)

  22. Liebe Nic,
    Ich kann mich nur anschliessen, wirklich ein guter Post. Unsere Kinder sind ja nun schon auf der Schwelle ins Berufsleben und da stellt sich u.U. Das Problem, dass von Ihnen Details im Netz kursieren, die einen zukünftigen Arbeitgeber dazu bewegen, einen Bewerber in die nähere Auswahl zu ziehen. Duckface und freie Schultern, glasiger Partyblick etc!
    Allerdings muss ich sagen, dass unsere Kinder das Internet ganz gut im Griff haben und sehr genau wissen, wie man bei FB seine Privatsphäre beschränkt. Manchmal muss man in seine Kinder auch vertrauen haben. Über Urheberrechte und verbotenes Downloaden von Filmen habe wir schon oft gesprochen, wo es in unserem Bekanntenkreis eine Familie gibt, die schon mal von einem Anwalt angeschrieben wurde…! Sehr heilsam, kann ich nur sagen!
    Ein weites Feld, das man wirklich am besten in stress-und agressionsfreien Situationen ruhig bespricht.
    Gros bisou
    Sandra

    • das stimmt. natürlich muss man zu den kindern auch vertrauen haben. aber das kann man meiner meiung nur, wenn man weiß, dass sie über korrektes verhalten aufgeklärt sind. viele eltern reden ja gar nicht mit den kids drüber, sondern schenken ihnen blind vertrauen und denken, die machen das schon. aber unwissenheit ist im internet nunmal ziemlich gefährlich. da muss man vorbeugen. wie su sagst.

  23. Danke für diesen tollen Beitrag. Meine Kinder (18 Jahre) sind auch bei einigen "SOZIALEN PLATTFORMEN" angemeldet, mein Mann und ich dagegen sträuben uns sehr gegen diese Plattformen. Vor allem "FB" ist für uns ein GRAUS. Was die für Rechte haben, ist echt ein "UNDING". Vor Allem, was FB alles mit den Danten der Menschen anstellen kann ist absolut UNGLAUBLICH. Die Zwillinge werden zwar schon bald 19 Jahre alt, aber GOTT SEI DANK können wir noch über alles miteinander reden. Bei FB kann man auch nicht über ein "SOZIALES NETZWERK" reden. Es ist ja inzwischen so, dass Arbeitgeber sich auf dieser Plattform über ihre Bewerber informieren, und dann entscheiden, ob man den Job bekommt oder nicht. Ich bin zwar eine VOLLBLUT Amerikanerin, aber mit diesen Plattformen habe ich so garnichts am Hut.Einen Blog habe ich zwar auch, und viele bedrängen mich oft, ich solle mich doch auf FB anmelden, dann könnten viele mit mir kommunizieren und so, aber mir reicht mein Blog. Was mich ganz besonders traurig macht, ist die Tatsache, dass es so viele Blogs gibt, denen ich gerne folgen würde, aber hierfür müsste ich mich bei FB, TWITTER usw. anmelden, aber sorry, das möchte ich nicht.
    An dieser Stelle sei auch gesagt, dass ich nichts zu verbergen habe, aber meine Privatsphäre ist mein Heiligtum.

    Liebe Grüße und danke nochmals für diesen Beitrag
    Sandra

    • echt, das gibt es?

      blogs, denen man nur folgen kann, wenn man sich bei irgendeiner der plattformen anmeldet? das wäre mir in der tat auch zu übergriffig. ich mag es schon nicht, wenn auf manchen blogs erst einmal ein fenster aufpoppt, dass man doch bitte die FB-seite abonnieren soll.

  24. Liebe Nic,
    ein wirklich gutes und auch wichtiges Thema, dass Du da ansprichst. Ich wundere mich auch immer sehr, wenn man sieht was sich da so in den weiten des World Wide Web so tummelt. Ich bekomme es zwar nicht bei Instagramm, dafür aber umso mehr bei FB mit. Da ich seit fast 20 Jahren Jugendarbeit betreibe, habe ich auch ganz viele junge Leute in meiner Liste und bin oft erschrocken…… über genau die Bilder, die Du beschreibst.

    Ich habe auch schon oft versucht, mit den Kids darüber zu sprechen, war auch schon bei Fachvorträgen zu dem Thema und es ist mir auch immer wieder ein Anliegen, dass sich die Teenies bewusst werden, was sie da eigentlich anstellen. Du beschreibst, dass diese Sache nicht richtig in den Schulen behandelt werden würde, mir erzählt man da aber anderes. Eher das Gegenteil, einer sagte mal zu mir, er könne das Thema schon nicht mehr hören, da es ständig von den Lehrern angesprochen werden würde. Sei seien ja schließlich auch nicht doof (der ein oder andere wie man sieht aber ja wohl doch)

    Ich selbst bin aber auch der Meinung, dass nicht nur die Schulen da einen Auftrag haben, darauf hinzuweisen, sondern vor allem stehen da auch die Eltern in der Pflicht. Ich kann zb. auch überhaupt nicht verstehen, wie man sich vor diesen Medien komplett verschließt, sich weigert irgendwo anzumelden und den Kindern damit freie Bahn lässt. Das Internet ist so gefährlich, da darf man nicht wegschauen und diese Vogel-Strauß-Mentalität hilft da auch nicht nicht wirklich weiter, getreu dem Motto "mein Kind macht sowas sicher nicht". Es geht auch sicher nicht darum, die Kinder ständig zu kontrollieren, ein Stück kann und muss man ihnen auch vertrauen. Aber einmal genauer hinschauen schadet sicher nicht, denn ich will schon wissen, was mein Kind da so treibt (mal davon abgesehen, dass mein eigenes da noch ein paar Jährchen hin hat)…. Die Angst, was diese böse Medien mit einem machen, kann ich im Übrigen nicht so wirklich nachvollziehen. Jeder war früher bei wkw, aber zu facebook geht man nicht. Denn die sind böse und wollen einem nur ausspionieren. Durch diese Einstellung verwährt man aber auch, dass man mitbekommt, was vielleicht das eigene Kind oder deren Freund so machen.

    Das Thema ausspionieren finde ich auch viel zu hoch dramatisiert. Man gibt ja nicht automatisch mit dortiger Registrierung sein Bankkonto preis, sondern lediglich das, was man selbst auch wirklich mitteilen möchte. Letztendlich hat doch jeder die Möglichkeit, sich einfach nur mit dem Namen anzumelden, ohne überhaut weitere Angaben zu machen, und der muss nichtmal richtig sein. Geht man mit diesem Wissen bewusst um, kann doch gar nichts schief gehen. Bei einem Vortrag zu diesem Thema wurde mal gesagt, man solle eine Überlegung für sich selbst machen: "Wäre es für mich ok, wenn genau dieser Beitrag über mich morgen in der Zeitung stehen würde?"…. alles was man mit "ja" beanwortet, ist dann doch auch völlig ok.

    Ich bin der Meinung, man sollte davor keine Angst haben, eher einfach bewusst damit umgehen und das eben dann auch an seine Kinder so weitergehen. Wer ihnen dann auch noch ein bisschen Selbstvertrauen vermittelt, kann sich doch dann schon fast gewiss sein, dass sein Kind es nicht nötig hat, vorm Spiegel zu posieren, nur um viele Likes zu erhaschen.

    Liebe Grüße,
    Pamela

    • ich glaube (weiß), dass es da leider sehr große unterschiede, von schule zu schule gibt, ob und in welchem umfang dieses thema im unterricht behandelt wird. umso mehr plädiere ich dafür, dass medienerziehung ganz offiziel auf den lehrplan gehört.

      ich finde auch, dass er nicht zwingend von lehrern unterrichtet werden müsste, sondern lieber von menschen, für die das internet ihr "täglich brot" ist.

      was die "kopp-in-sand-taktik" mancher eltern angeht, bin ich ganz bei dir! das ist fahrlässig.

      ebenso was die hysterie angeht, was google & co alles über uns wissen. es steht mir ja selbst frei in welchem rahmen ich mich bewegen mag und was ich von mir preisgebe. ich verstehe auch nicht, warum sich plötzlich alle aufregen, dass facebook verfolgt, welche seiten man sich angesehen hat, um die werbung besser auf einen zuschneiden zu können. das tut google schon ewig! (oder wieso sehe ich immer schuh-werbung… haha!).

      den letzten absatz möche ich bitte auch fett unterschreiben.

      DANKE für deinen kommentar!!!

  25. Liebe Nic,
    vielen Dank für diesen tollen Beitrag! Ich habe nach dem Lesen ein leichtes Schleudertrauma vom vielen zustimmenden Kopfnicken! :) Ich lese hier schon eine ganze Weile "stumm", aber heute muss ich einfach mal ein großes Lob für deinen Blog und speziell diesen Post dalassen!
    Zwar bin ich selbst (noch) nicht Mutter, aber das Thema beschäftigt mich auch sehr. Ich muss zugeben: es geht mir mit meinen 30 Jahren oft genug so, dass ich das Gefühl habe, ich kenne mich in der digitalen Welt viel zu wenig aus. Zum Teil ist es extrem gruselig, was da so alles abgeht. Und die Schulen verpassen – leider wie so oft – komplett den Anschluss bei den eigentlich wirklich wichtigen Dingen, die Kinder fürs Leben lernen sollten. (Lass mich mal kurz nachdenken, wie oft ich im Alltag e-Funktionen berechnen muss…)
    Das Buch "Netzgemüse" wollte ich dir zu dem Thema auch noch empfehlen, aber da ist Suse mir zuvor gekommen. :) Ich hab es zwar bisher noch nicht gelesen, es liegt aber ziemlich weit oben auf dem "to read"-Stapel.
    Deinen doppelten Blickwinkel als Mutter und als aktive Bloggerin finde ich sehr spannend und du hast das toll in Worte gepackt. Deswegen habe ich deinen Post auch als Link-Empfehlung in meinen Blog gestellt. Ich hoffe, das ist für dich ok.
    Liebe Grüße, Claudi

  26. Liebe Nic,
    super Post – das ist echt ein Thema, das einem schlaflose Nächte bereiten kann.
    Aber ich möchte auch mal etwas positives berichten. In der SZ gab es neulich ein Interview zum Thema Internet, und da wurde z.B. über Klarnamen-Pflicht diskutiert. Als ich meinem Sohn sagte, dass ich das gut fände, hat er mir zugestimmt. Denn (Zitat) "sonst wäre das ja so, als ob ein unsichtbarer Junge in unseren Klassenraum kommen und alle Tische umschmeißen würde". Mein Sohn ist 12, und da habe ich einen Moment lang gedacht, vielleicht machen sie sich doch mehr Gedanken als wir meinen (sie teilen sie nur nicht immer mit uns).
    LG, Stefanie

    • GROSSARTIG!!!

      da weiß man dann, dass medienerziehung eben doch fruchtet.

  27. Liebe Nic,
    schon wieder so ein brisantes Thema.
    Nun möchte ich auch noch einen Lesetipp empfehlen.
    Unsere Mädels gehen zur Waldorfschule in Münster, nein unsere Mädels tanzen und trommeln ihre Messages nicht ausschließlich ;). Auch unsere älteste Tochter mit fast 14 Jahren besitzt ein Smartphone und geht täglich für 30 Minuten in's Internet. In Münster an der Waldorfschule kommt schon seid mehreren Jahren folgender Referent: Uwe Buermann. Er und seine Vorträge und Seminare zum Thema Kinder/ Teenie und Computer sind sehr zu empfehlen. Auch für Eltern sehr interessant. Ich lass Dir mal die Links hier.
    http://www.erziehung-zur-medienkompetenz.de/
    http://www.spielundzukunft.de/kinderzeit/kinder-und-medien/1066-uwe-buermann-kinder-und-computer-worauf-eltern-achten-sollten
    Herzliche Grüße mal wieder aus dem Teuto…
    Michaela

    • auf den video-plattformen könnten sie ihre nachrichten aber auch tanzen! ;))) spaß beiseite…

      ich finde es super, dass an eurer schule das thema so groß behandelt wird. ich denke gerade n waldorfschulen ist das eher selten der fall.

      danke für die links! die werde ich mir auf jeden fall mal ansehen!
      Delete

    • Liebe Nic,
      auch an Waldorfschulen sind die Schüler- und Schülerinnen ohne Smartphone eine Ausnahme. Zumindest ist es in Münster so. Ich finde das muss auch jedes Elternhaus für sich entscheiden ab wann es so ein Smartphone für den Nachwuchs gibt ;). Wir haben uns da die 13 Jahre gesetzt. In Charlottes Klasse (8) hat wirklich jede ihrer Freundinn so ein Phone. Selbst bei Luise in Klasse (3) gibt es schon Kinder mit I-Phone. Unsere Johanna Klasse (6) geht mittlerweile auf ein Gymnasium in Tecklenburg, dort ist das Smartphone wirklich ein größeres Problem. Auch der Umgang mit dem Medium ein größeres Problem in Bezug auf Mobbing, Fotos auf der Toilette usw. Wie Du schon geschrieben hast, ein bewusster Umgang ist wichtig und das Verbieten und Verstecken bringt da gar nichts. Wir verbieten es generell nicht sondern setzen uns damit auseinander :). Ich benutze seitdem meine Kinder ein smartphone besitzen, Facebook, intagram und co bewußter.
      Liebe Grüße…
      Michaela

    • Oh gut, dass Du das erwähnst, Michaela… den guten Mann brauchen wir hier in HH dringend an unserer Schule!!! ist notiert ;-) Danke dafür! LG Martina.

  28. Moin Moin Nic,
    ein super toller Beitrag. Ich kann es nur zu 100% unterstreichen. Mein Junior hat ja inzwischen die 20er-Grenze überschritten. Seine UNI in Maastricht würde ohne digitale Medien gar nicht existieren. Aber ich zucke regelrecht zusammen, wenn ich wie letztens auf einer Party, folgende Aussage höre: "Also unsere Mädels sind erst (!!!) 12 und 14 Jahre alt. Die haben bei Facebook und Co nichts zu suchen. Aber daran halten sie sich auch. Das ist bei uns kein Problem".
    Hallo, wie bitte, wovon träumen die nachts. Bis mich ein Fußtritt meines Mannes unterm Tisch traf, konnte ich nicht an mich halten. Doch solche Eltern sind irgendwie nicht zu überzeugen.
    Was ich daran nur so unglaublich traurig finde, ist, dass es die Mädels trifft, also die Kinder und nicht die Eltern. Sicher sind die Eltern die Ersten, die mit ihren Kinder reden müssen. Doch auch in der Schule, zumindest in Hamburg, wird da noch viel zu wenig gemacht.
    Lieben Gruß
    Sylke

  29. Liebe Nic,
    da hast du ein ganz wichtiges Thema angesprochen. Ich kann da ganz gut mitreden – mein Sohn ist 14 1/2 und ist seit knapp zwei Jahren auch im Internet aktiv. Instagram und YouTube sind ganz wichtig für ihn. Als ich am Anfang mitbekommen habe, dass er auch fremde Bilder postet, habe ich mit ihm darüber gesprochen, dass das gar nicht geht und strafbar ist. Er hat dann diese Bilder gelöscht. Seit dem macht er seine eigenen Fotos (Vorteil: er beschäftigt sich kreativ mit Bildkomposition, Licht, etc., außerdem räumt er jeden Tag sein Zimmer auf :-) , damit es auf Fotos schön aussieht). Ich habe mit ihm auch über allgemeine Regeln im Internet und Gefahren gesprochen. Hoffe natürlich, dass es fruchtet. Ich kontrolliere (er weißt es!!!) auch regelmäßig seine Accounts und auch die Kommentare unter seinen Bildern und Filmen – Kinder können untereinander ganz schön gemein sein. Deshalb müssen sie auch lernen mit Kritik und vielleicht auch mit Neidern und Hatern umzugehen.
    Waren es früher die Sammelbilder, Barbiesammlung oder diese Tierchen bei dir oben im Bild (hatten wir auch eine zeitlang am Badewannenrand), heute ist es möglichst viele Likes zu haben/zu sammeln, das ist für die Kinder und Jugendliche ganz wichtig.
    Oft wird dadurch das Selbstbewusstsein gesteigert. Wundert mich aber auch nicht, da inzwischen nicht die Filmstars und Musiker die Vorbilder sind, sondern die erfolgreichen YouTuber, Instagrammer und Blogger. Inzwischen begegnet man ihnen überall, in der Werbung (z.B. Telekom-Werbung – der junge Mann ist ein sehr bekannter YouTube-Star in Deutschland), bei Fashionweeks in der ersten Reihe sitzen jetzt die Fashion-Bloggerinnen neben Hollywoodstars usw..
    Letztes Jahr waren über 15.000 !!! Besucher (Jugendliche) bei den VideoDays in Köln, um ihre YouTube-Stars zu sehen. Dieses Jahr findet es in Berlin und Köln statt und werden wahrscheinlich mindestens doppelt so viele sein.
    Das alles wüsste ich eigentlich gar nicht, wenn ich meinen Sohn nicht hätte.
    Übrigens die Unternehmen haben das schon längst mitbekommen, da werden Kooperationen mit Teenies abgeschlossen – Produkte und Proben werden an die Kinder geschickt, damit sie Werbung auf Instagram und Co. machen und die Eltern werden nicht einmal gefragt.
    Was ich eigentlich sagen will, achtet auf eure Kinder, lasst sie nicht allein und lasst die Kommunikation zwischen euch nicht abreisen. Lasst euch von euren Kindern erklären was sie im Internet "treiben". Die Entwicklung geht so schnell, dass wir Erwachsenen nicht immer mitbekommen, was angesagt ist. Diskutiert mit ihnen, stärkt ihnen den Rücken, man muss nicht alles mitmachen, aber einiges schon. Verbieten funktioniert nicht.

    Vielen Dank für die Diskussion hier und für die Links, das wird vielen von uns weiterhelfen einigermaßen durchzublicken. Trotzdem, wie du sagst, REDEN HILFT.

    Liebe Grüße
    Isil

  30. Liebe Nic,

    sehr schöner Beitrag und der Nagel ist auch auf den Kopf getroffen. Reden hilft und so bin ich auch groß geworden. Als ich mit 8 Jahren zu Weihnachten einen Gameboy bekommen habe, hat mein Onkel meine Mutter beiseite genommen und gesagt, dass sie mir das Ding wieder wegnehmen soll, weil ich sonst mein Abi nicht schaffe. Über den Satz habe ich lange nachgedacht, weil ich den Zusammenhang damals nicht verstanden habe – ironischerweise habe ich vor einem Jahr in Medienpädagogik promoviert *lach* Dass ich mein Abi trotzdem habe *gacker* und auch einen sehr gesunden Umgang mit Medien, hat sicherlich auch damit zu tun, dass in meiner Familie Medien immer ein Thema waren: Meine Mutter hat sich den Gameboy mit mir geteilt und kannte daher auch die Spiele, wir haben zusammen fern geschaut und uns dann auch mal beim Essen drüber unterhalten, mein Vater hatte Ahnung vom Internet, das schon früh bei uns eingezogen ist – tja, und irgendwann habe ich meine Eltern aber mit der Entwicklung der Medien überholt, denn das ging dann irgendwann zu schnell. Aber da auch immer Probleme, Gefahren, Meinungen etc. Gespräch waren, war für mich ein reflektierter Medienumgang nie ein Problem – und für meine Geschwister auch nicht. Verbote oder Reglementierungen à la "jeden Tag eine halbe Stunde fernsehen" gab es bei uns nie, ist ja auch kompletter Schwachsinn, wenn man genügend andere Freizeitangebote hat und sich das ganze selbst reguliert.
    Medien in der Schule sind ein recht heikles Thema und darüber könnte ich wiederum aus meiner Erfahrung in Forschungsprojekten, Interviews mit Lehrern, Umgang mit Lehramststudierenden, Politik u.v.m. einen langen Bericht schreiben, denn das alles passt nicht zusammen. Es gibt leider viele Studis, die sehr medienkonservativ sind, und keinen Wert darauf legen, mit Medien im Unterricht zu arbeiten, wo man ja nicht intentional arbeiten muss, aber zumindest ein Stück weit einen guten Umgang vorleben könnte – wenn man das denn wollen würde… Dann hat man wiederum Lehrer, die total ambitioniert sind, etwas innovatives machen, aber wo entweder das mangelnde Geld und/oder das Gesetz sie bremst. Es gibt leider einige Bundesländer, in denen die Schulgesetze überhaupt nicht angepasst sind bzw. immer weiter rückschrittig formuliert werden, was es den Lehrern teilweise unmöglich gemacht, sich überhaupt zu trauen, irgendwas innovatives zu machen, v.a. online. Denn "Online, OMG!" – da erlebt man dann einen Aufschrei der Helikopter-Eltern, die nichts anderes zu tun haben, als den Klassenlehrer von Lasse-Rasputin mal so richtig in die Pfanne zu hauen, weil er gerade auf einer ach-so-schlechten 2- steht. Alles schon passiert…
    Und von reinem Medienkompetenz-Unterricht bin ich sowieso kein Fan – und Schüler auch nicht. Medienerziehung in der Schule geht auch anders, wenn auch beschwerlich.

    (Fortsetzung folgt… ich wusste nicht, dass es eine Obergrenze für Zeichen in den Kommentaren gibt… *dumdidum*)

    • du hast die obergrenze für zeichen gesprengt? haha, ich glaube es nicht…

  31. Zu YouNow hatte ich neulich eine längere, sehr gute Diskussion mit meinen Studis. Ursprünglich wurde die Plattform gegründet, um z.B. Musikern eine Möglichkeit zu geben, eigene Konzerte zu streamen. Und die Idee finde ich total großartig. Das ganze hat in den USA wohl auch gut geklappt, aber in D haben sich die ganzen Jugendlichen ran gehängt und streamen aus dem Unterricht, Kinderzimmer usw. – und dank der Berichterstattung werden es immer mehr ;-) Natürlich sehe ich die Gefahren, die da lauern (Verletzung der Privatsphäre, des Urheberrechts, usw.) und der gamifizierten Nutzungsweise, die es noch einmal sehr viel reizvoller macht. Da muss in Sachen Jugendschutz dringend noch nachgeholfen werden (passiert auch gerade), allerdings muss man sich auch selbst mal an die Nase packen: Wir nutzen alle(?) solche Vorzeigeplattformen wie Xing, LinkedIn usw. – und Facebook ist ein Abschaum, funktioniert aber nach dem gleichen Prinzip. Früher waren Chatrooms total verteufelt (ich war aber dennoch drin) – heute diskutiert das niemand mehr großartig, sondern man versucht Kindern einzutrichtern, dass man keine privaten Daten usw. rausgibt. YouTube war vor ein paar Jahren noch die Wurzel des Bösen; furchtbar, dass man dort Jugendliche im Bewegtbild sehen kann. Heute ist es eine der gefragtesten Suchmaschinen bei Kindern, es gibt zahlreiche sinnvolle Angebote (vom Schminktutorial bis hin zur Hilfe bei Mathehausaufgaben) und in zahlreichen Projekten werden Kinder und Jugendliche mittlerweile angeleitet, diese Plattform zu vergrößern. Und welcher Erwachsene nutzt es nicht auch dann udn wann mal? Und BAM – jetzt haben wir YouNow. Klar sehe ich die Gefahr, die davon ausgeht, dass irgendwelche Erwachsene 12-jährige anquatschen und sie bitten, ihnen mal ihr tiefere Dekollete (und mehr) zu zeigen. Und das ganze ist dann auch noch live. Bilder von allen möglichen Körperteilen konnte man auch schon vor 15 Jahren verschicken, wenn man im Chat (heute: FB, IG usw.) darum gebeten wurde. Heute ist das live und natürlich muss das Bewusstsein der Kinder und Jugendlichen dafür geschärft werden. Aber das geht nicht damit, worin man in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern verdammt gut ist: mit Verteufeln. YouNow wird sich nicht einfach abstellen lassen, vielmehr wäre es aber wichtig, dass die "Großen" vorleben, wie man YouNow sinnvoll nutzen kann. Und ich bin mir sicher, dass das kommen wird. Und wenn das nicht kommt, dann geht YouNow einfach nur pleite, halte ich aber eher für unwahrscheinlich. Aber je größer der Hype und die Verbote werden, desto spannender ist es für die jüngeren User.
    Daher zeigt doch einfach, wie es richtig geht: Bastelt, malt, näht, backt live – das wäre auch tatsächlich was, was ich mir anschauen würde. Und ich vermute mal, dass das auch spannender ist, als der mittägliche Schulblues ;-) Dann kommen die Kids vielleicht auch auf die Idee, dass man über einen solchen Kanal Mathe-Nachhilfe anbieten kann, statt kollektive Langeweile. Das zusammen mit der richtigen Aufklärung kann genauso gewinnbringend sein, wie YouTube es jetzt schon ist.
    Außerdem sind die User von YouNow auch nicht völlig auf den Kopf gefallen: Ich habe mir das schon mal länger angeschaut und die Jugendlichen, denen bedenkliche Fragen gestellt wurden, haben klipp und klar Nein! gesagt bzw. Fragen auch einfach nur ignoriert. Dass das nicht in allen Fällen so ist, ist mir absolut klar. Aber ich finde es toll, dass es dennoch so viele aufgeklärte Nutzer gibt.

    So, das war ganz schön lange. Man muss auch nicht mit mir einer Meinung sein, aber vielleicht ist ja der ein oder andere Gedankengang dabei, dem man nochmal etwas nachgehen kann.

    Liebe Grüße!
    PS: Es gibt auch ein tolles YouTube-Video von LeFloid, das vielleicht auch Jugendliche gut anspricht: https://www.youtube.com/watch?v=La68NIQYTP4

    • liebe kathrin, ich möchte dir danken für deinen langen und sehr kompetenten kommentar. danke, dass du dir so viel zeit dafür genommen hast.

      letztendlich wollen wir beide ja das gleiche sagen. es muss eine sinnvolle nutzung der möglichkeiten im internet vermittelt werden. es muss aufgeklärt werden und letztendlich müssen unsere kinder zu selbstbewussten menschen mit einer antenne für "komische" situationen und einem sinn für richtiges verhalten erziehen.

      ich würde gern mit videos als gutes vorbild voran gehen… haha. nur leider ist das irgendwie gar nicht das medium, in dem ich mich persönlich wohl fühle. leider muss ich auch sagen, dass ich nicht besonders scharf bin auf jungendliches publikum auf einen eigenen kanälen. denn da herrscht dann oft ein umgangston, den ich erschreckend distanz- und respektlos finde. das fällt mir immer wieder auf, wenn ich auf youtube unterwegs bin oder auch auf blogs, die eine sehr junge leserschaft haben.

    • Äh ja… die Kommentarfunktion hat sich beschwert, dass xy Zeichen zu viel auf einmal seien… wusste ich auch nicht – bis jetzt ;-)
      Ich hoffe, du hast meinen Kommentar nicht persönlich genommen. Nach ein paar Sätzen brannte die Tastatur (außerdem habe ich gerade eine Abschlussarbeit zum Thema Instagram und Identität fertig bewertet, da passte das einfach!) und ich hoffe, dass das außer dir noch ein paar andere Leute lesen! Daher wollte ich auch nicht dich auffordern, was die Präsentation auf YouNow betrifft; da muss wirklich jeder sein Medium finden, da gebe ich dir völlig recht. Ich bekomme auch immer noch die Krise, wenn mal wieder wer vom Fernsehen mit seiner Kamera bei mir anklopft; daran werde ich mich auch bestimmt nie mehr gewöhnen. Aber vielleicht gibt es da draußen ja Leute, die sich damit wohlfühlen und einfach anfangen wollen, YouNow zu etwas zu machen, was Potenzial hat. Das muss ja nicht heißen, dass sämtliche Jugendliche plötzlich DIY-Bloggern folgen, werden sie vermutlich auch nicht, jedenfalls nicht in Massen. Aber wenn Jugendliche wissen, dass YouNow das Medium ist, wo sie Antworten auf ihre Fragen finden, dann werden sie es größtenteils auch entsprechend nutzen. Lediglich der Anfang muss gemacht werden, und das geht nun mal nicht über hunderte, vernichtender Medienartikel, sondern über konstruktive Diskussionen und "mitmachen". Vielleicht wäre das ja was für Teile der Blogst? Der ein oder andere Vortrag würde mich ganz sicher interessieren, aber mit einer persönlichen Teilnahme hat es bisher noch nicht geklappt. Auch da muss man natürlich das Einverständnis der betreffenden Aktiven einsammeln und viele rechtliche Dinge klären, aber ich glaube, das könnte nicht nur mich interessieren :-)

      Vielen Dank dir auf jeden Fall, dass du diese Diskussion angeregt hast. Mit Reden kommt man nun mal weiter als mit Verbannen und ich denke, dass man auch im Fall von YouNow und allem, was da noch kommt, sicherlich gute Lösungen findet, um Kinder auf das, was da draußen wartet, vorzubereiten.
      Luzie wünsche ich auf jeden Fall viel Spaß auf ihrem neuen Spielplatz – ich bin mir sicher, dass das alles prima läuft!

      Liebe Grüße
      Kathrin

  32. Liebe Nic!
    Ich bedanke mich jetzt mal stellvertretend für alle, dass du dir die Mühemachst, jeden einzelnen Kommentar zu beantworten und zu kommentieren! Das ist viel Arbeit und zeigt, wie sehr du deine Leser wertschätzt! Vielen, vielen Dank! Du nimmst das sehr ernst – klar, ist ja auch ein wichtiges Thema, aber trotzdem!
    Gros bisou
    Sandra

    • liebe sandra, ich danke dir! :)

      es ist ja so, dass ich nicht immer und bei jedem post dazu komme, alle kommentare auch nochmal zu beantworten. manchmal fehlt mir einfach die zeit. und bei einem DIY-posting ist das zum beispiel auch nicht immer zwingend notwendig, finde ich. es sei denn natürlich, es tauchen fragen auf.

      aber wenn mir ein thema sehr am herzen liegt, dass tue ich das natürlich, so gut ich kann. außerdem wertschätze ich es sehr, wenn ihr leser euch die zeit nehmt, hier einen kommentar zu hinterlassen. das ist ja mittlerweile auch nicht mehr so selbstverständlich wie früher, als die bloglandschaft noch recht überschaubar war. das kostet zeit und deshalb freue ich mich über jeden kommentar sehr.

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