love will still trump hate – #my2cents zur schockierenden US-Wahl , obwohl mir eigentlich die Worte fehlen

Real Life | #my2cents zur US-Wahl 2016 | luzia pimpinella

Eigentlich wollte ich heute ganz muckeliges Lifestyle-Trallafitti bloggen. Eigentlich habe ich mich heute morgen über den wunderschönen Schnee vor unserer Haustür freuen wollen. Uneigentlich ist mir alles beim ersten Blick auf meinen News-Feed im Halse stecken geblieben und ich in fassungslose Schockstarre angesichts der aktuellen Nachrichten gefallen. Eigentlich fehlen mir noch immer die Worte. Uneigentlich kann ich trotzdem nicht nichts sagen und zum Trallafitti übergehen. Das fühlt sich einfach nicht richtig an.

Ich kann es nicht glauben, was da über Nacht in den USA passiert ist. Dass, wie schon einmal in diesem Jahr {welches irgendwie unter einem schlechten Stern scheint} beim Brexit der Populismus das Rennen macht. Dass erschreckend viele Menschen mit fataler Begeisterung flache Parolen wählen, die Hass, Fremdenfeindlichkeit, Sexismus, Rassismus, Homophobie und letztendlich auch antidemokratische Ansichten propagieren. Ich bin entsetzt, fassungslos und auch voller Zukunftsangst, wie schon seit meinem 16. Lebensjahr nicht mehr, wo Tschernobyl und saurer regen die Nachrichten beherrschten. Nur mit dem Unterschied, dass ich mittlerweile ein Kind in diese Welt gesetzt habe.

Eins ist für mich nun mehr denn je klar. Wir sind in Deutschland keineswegs in der Position zu denken, das wäre hier nicht möglich. Simple, populistische Plattitüden und Hasstiraden stoßen auch hierzulande viel zu oft auf offene Ohren. Also sollten wir zumindest etwas aus diesem traurigen Tag gelernt haben… dass wir nicht in sprachloser Schockstarre und Politikverdrossenheit ausharren dürfen, sondern dass wir laut nein sagen müssen zu simplem, rassistischem, sexistischem, fremden- und schwulenfeindlichem, engstirnigem und rückwärts gewandtem Populismus. Denn es ist die Zukunft unsere Kinder, die wir vergrützen, wenn wir das nicht in den Griff kriegen!

Heute ist ein bisschen mein Herz gebrochen und mein Glaube an die Menschheit hat eine neue fette Schmarre bekommen. Aber ich glaube auch weiterhin fest daran, dass diese Menschheit das besser und verantwortungsvoller kann und dass es manchmal einen fetten Arschtritt braucht, um Dinge endlich wirklich besser zu machen. Love will still trump hate!

Können wir bitte trotzdem 4 Jahre vorspulen?

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38 Kommentare

  1. Liebe Nic, du schreibst mir aus der Seele! Ich laufe heute schon den ganzen Tag irgendwie neben dem Spur. Mein Arbeitstag abgespult und noch immer nicht begriffen, wie so etwas passieren kann. Traurig, bestürzt und besorgt … trifft es wohl am Besten!

    LG Gila

  2. Es ist ganz erschreckend!
    Wir Österreicher*innen gehen ja auch bald (zum wiederholten Male) zur Bundespräsidentenwahl… leider schwant mir schlimmes.
    Ich dachte wirklich wir bewegen uns in eine gute Richtung vor 8 Jahren. Und jetzt? Hass, Angst, Anschuldigungen, …. Dieses Ergebnis öffnet Tür und Tor für Hofer, Le Pen usw. Es ist ein Graus!

  3. Liebe Nic,
    ich kann so gut nachvollziehen, was du hier schreibst. Heute fühle ich mich den ganzen Tag schon wie in Trance (und ich poste einfach gar nicht, weil ich nicht die richtigen Worte finde).
    Du hast Recht, wir müssen ganz laut NEIN sagen! Dass so viele so geschockt und getroffen sind, gibt mir auch ein klein bisschen Hoffnung – immerhin gibt es sie ja doch noch irgendwo, die vernünftigen, empathischen Menschen…
    Ich drück dich ganz fest!
    Ganz viel Liebe – das brauchen wir.

    Bis bald,
    ♥ Katha

  4. Ich finde es gut, dass du nicht nichts sagst und nicht einfach zum Lifestyle-Trallafitti-Bloggen übergegangen bist.
    Und ich finde es gut, dass du darauf hinweist, dass Deutschland nicht in der Position ist, so zu tun, als könnte „so etwas“ hier nicht passieren. Dafür ist hier schon viel zu viel Unvorstellbares passiert und die Wahlen in 2017 bereiten mir große Sorgen.
    Irgendwie habe ich es geahnt, weil die Clinton war nicht wirklich eine Alternative.

    • Man kann über Hillary Clinton natürlich denken, was man möchte, aber ich glaube, in der Konstellation war sie die einzig richtige Alternative, denn es gab keine andere.

  5. Ich habe dieses Ergebnis befürchtet, aber bin trotzdem erschüttert, fassungslos, wütend, traurig, und frage mich, ob das hier bei uns auch möglich ist, wenn ich die AfD, die Reichsbürger oder andere Populisten höre. Ich finde es richtig und mutig, jetzt nicht einzuknicken, und was zur Wahl zusagen. Wir können alle was im kleinen bewegen, in unserem Umfeld. # love will still Trump hate

    • Ja Fee, mir geht es eben auch so und den Artikel habe ich heute auch gelesen und selbst wenn ich mit der Autorin nicht komplett einer Meinung bin {und ich mich wundere, dass sie sonst Kulinarisches vom Wochenmarkt schreibt ;)}, steckt sicherlich viel unbequeme Wahrheit drin.

  6. YVONNE
    11

    Sehr wahre Worte, so hab ich auch gedacht. Wo geht der Weg hin? Manchmal hab ich echt Angst. Vorallem was nächstes Jahr hier in Deutschland passieren könnte.
    Sind denn alLe verrückt geworden, welche Werte zählen eigentlich noch.

  7. Liebe Nic, erstens: We shall overcome!
    Zweitens: Der Griff auf die Herdplatte ist für all die kindischen Gemüter wohl notwendig. Hoffen wir nur, es geht ihnen nicht so wie weiland 1933 unseren Altvorderen.
    Drittens: Nächstes Jahr haben Menschen wie du und ich die Gelegenheit, aufzustehen und mitzumachen, wenn unsere Gesellschaft ähnlich umgebaut werden soll.
    Mit dir in einer Reihe würde es mir sogar großen Spaß machen, für die Zukunft unserer Kinder & Kindeskinder zu kämpfen, die ich mir so vorstelle, wie wir es in den letzten Jahrzehnten erreicht haben.
    In diesem Sinne!
    Astrid

    • Liebe Astrid, die Wähler als „kindische Gemüter“ halte ich ehrlich gesagt als falls und auch etwas überheblich. ;) Sorry. Ich glaub, dass diese „Denke“ zum einen zu sehr pauschalisiert und letztendlich auch zur Spaltung einer Gesellschaft beiträgt. Fee hat hier einen Artikel verlinkt, den ich heute auch schon gelesen hatte. Auch wenn ich mit der Autorin nicht komplett übereinstimme… da steckt auch viel Wahrheit drin.

  8. Seit gestern Nachmittag überlege ich, was und ob ich etwas schreiben soll – ich arbeite noch an den richtigen Worten und hoffe, sie fallen heute an ihren Platz.

    Ich bin bei Dir, wenn es darum geht, dass wir nicht hier sitzen und denken dürfen, dass so etwas nur „bei den anderen“ möglich ist. Die rechtsgestellte Populismus, der sich die letzten Jahre immer weiter verbreitet hat, macht – wie wir wissen – auch in Deutschland nicht halt und wir haben alle die Pflicht, nächstes Jahr unsere Stimme abzugeben. Demokratie bedeutet aber eben auch, dass gewählt werden kann, was zur Wahl steht – so sehr es uns missfallen mag… Manchmal ist mir das auch das Schwerste daran zu verstehen. Ich las gestern einen sehr guten Artikel, der sich damit beschäftigte, dass wir Nach-Nachkriegsgenerationen eine demokratische Republik immer als selbstverständlich genommen haben, weil wir nichts anderes kennen. Dabei muss darum immer und immer wieder gekämpft werden! Allerdings nicht mit Hass und Verachtung! Denn dann unterscheiden wir uns in nichts von dem, was wir beklagen.

    Ich freu mich sehr darauf, dass wir uns am Wochenende sehen.

    Liebe grüße,
    Carolin

    • Liebe Carolin, klar bedeutet das Demokratie, auch wenn es unbequem ist. Wobei ich gestehen muss, dass ich bei dem amerikanischen Wahmänner-Stystem so meine kleinen Probleme habe mit dieser Form von Demokratie… wenn das nun bedeutet, dass die Mehrheit der Amerikaner Hillary Cintion gewählt hat und doch Trump Präsident wird.

  9. Ich bin total bei Dir und natürlich ebenfalls sehr besorgt, Nic. Aber ich muß sagen, daß mich der Ausgang dieser Wahl überhaupt nicht überrascht. Ich war mindestens 10 mal in den USA und immer wieder schockiert darüber, wie ungebildet und auch arm die Menschen außerhalb der großen Städte und Tourizonen sind. Ich kann daher irgendwie nachvollziehen, daß ein Fließbandarbeiter aus Ohio, der seit Jahren arbeitslos ist und seine Familie nicht versorgen kann, so frustriert ist, daß er Trump wählt. Amerikaner fallen bei einem Absturz ja auch nicht so weich wie wir. Ob Trump diese Menschen nun aus der Misere rausholen kann, sei mal dahingestellt, aber eine Präsidentin Clinton hätte es u.U. gar nicht erst versucht. Denn die ist nun mal Synonym des reichen, gebildeten Amerikaners. Trump ist zwar reich, aber ebenfalls ein Outsider, der immer nur belächelt und nicht ernst genommen wird. Und ja, ich fürchte mich auch sehr vor der Wahl in Deutschland und den anderen europäischen Staaten. Denn wir haben die gleichen Probleme, wenn auch nicht so extrem wie in Amerika. Daher kann ich nur auf Bildung, Bildung und nochmals Bildung pochen und dazu aufrufen unsere Kinder zu klugen, weltoffenen Menschen zu erziehen. Selbst mein 5jähriger Sohn weiß schon wer Donald Trump ist ;). LG/ Nadine

    • Genau aus dem Grund und weil wir von unseren Reisen ebenfalls wissen, dass es in den USA so aussieht, habe ich den Durchmarsch Trumps auch immer mit echter Sorge betrachtet. Das es eine knappe Kiste wird war mir schon lange klar, aber wie beim Brexit habe ich doch bis zuletzt inständig gehofft, das die Vernunft siegt. Nun ja.

      Auch wenn es vielleicht arrogant klingt (so wie es ja auch der unten erwähnte Zeit-Artikel anmahnt), ich sehe die Hauptursache auch im Bildungssystem (auch hierzulande) und in der zunehmenden Schere zwischen ländlichen und urbanem Leben und der damit verbundenen Chancen-Ungleichheit.

      Natürlich können wir das beste tun, unsere Kinder zu reflektierten, gebildeten, toleranten und weltoffenen Menschen zu erziehen. Ich habe auch keinen Zweifel, dass wir da einen ganz guten Job machen. Aber das löst die akute Misere leider auch nicht. Ich hoffe sehr, die Politiker erkennen das als Warnschuss und arbeiten an dieser Problematik. Denn wir können meist am Ende nur das tun, was wir eh schon tun, fürchte ich.

  10. Ach Nic! Danke für deine Worte. Es tut allein schon gut zu wissen, dass man nicht allein ist mit dieser f*ckin‘ Angst. Wenn wir zusammenhalten, können wir der „rechtsdrehenden Säure“, die sich in unsere freie, demokratische Welt frisst, etwas entgegensetzen. So let’s #makedemocracygreatagain

  11. Liebe Nic.
    Dass wir einer Meinung sind war klar…
    ich bin immer noch am Grübeln, wie das weitergehen soll. Vor allem auch in diesem Land, denn eins ist uns ja klar, wir haben nächstes Jahr auch einen schweren Schritt zu gehen. So viel läuft hier schief, Politiker beziehen keine unbequemen Positionen mehr. Sie machen nur noch das, was sie der nächsten Wahl wieder näher zu ihrem Ziel bringt, nämlich wiedergewählt zu werden.
    http://www.huffingtonpost.com/tobias-stone/history-tells-us-what-will-brexit-trump_b_11179774.html
    Als ich das gelesen habe wurde mir ganz schlecht…

    … Ehrlich gesagt, denke ich seit gestern wieder einmal mehr darüber nach, in die Politik zu gehen, damit ich endlich wirklich etwas ändern kann, nicht nur im Kleinen an meinen Kindern, denn dass die hoffentlich „normale“ Wähler werden hoffe ich stark, aber da sin ja noch die vielen anderen, die ich nicht beeinflussen kann… leider scheitert das meist dann daran, … ja woran eigentlich?
    Ich denk nochmal drüber nach… ;-)
    Liebe nachdenkliche Grüße
    Martina

    • Liebe Martina, ich habe den HuffPost-Artikel nicht zu Ende gelesen, denn am Enge hätte ich sicherlich das Gefühl gehabt, dass ich mich sofort umbringen muss. Ich möchte bitte weiterhin daran glauben, dass es ganz so zerstörerisch nicht wird. Punkt.

      Ich denke auch, es war ein großer Fehler, dass gerade die großen Parteien seit Jahren zu einem unbefriedigenden Einheitsbrei ohne wirklich Opposition und klare Kante geworden sind. Wenn du daran selbst etwas ändern wolltest, würde ich das sehr bewundern. ;)

  12. Mein erster Blick nach dieser Nacht ging auf mein Tablett. Und ich dachte sofort: Oh no, das glaube ich nicht. Ich hatte in der Tat immer noch mit dem kleineren Übel gerechnet. Also ist es vielleicht ganz gut, dass sich unser Amerikaaufenthalt (wegen bürokratismusgedöns) um ein Jahr verschiebt. Da kann man erst mal sehen, wie sich das so entwickelt. Und ich bin auch froh, dass unser Termin bei der Botschaft erst Ende Dezember ist, sonst wäre mir vielleicht was blödes rausgerutscht und das Visa wäre futsch…. (Amerika ist ja trotz allem ein faszinierendes Land)
    Ja bitte, 4 Jahre vorspulen und hoffen, dass irgendjemand daraus gelernt hat.
    Yna

  13. Um ehrlich zu sein, ich war eigentlich fast noch mehr geschockt, wie geschockt ich dann doch war. Seit einem Jahr habe ich dem Mann erzählt, er soll Trump nicht so auf die leichte Schulter nehmen (der wird NIE Kandidat; der wird NIE Präsident!), und jetzt schockiert es mich dennoch so sehr.
    Der fatale Fehler, glaube ich, der auch in diesen Kommentaren hier auftaucht ist zu denken, dass die Menschen arm, blöd und/oder verzweifelt sind und deshalb Trump / Le Pen / Brexit / AFD wählen. Daran glaube ich nicht mehr. Wir brauchen uns ja hier nur umzuschauen: Viele der AFD-Wähler sind doch mitnichten völlig verblödet und vor allem geht es denen auch nicht schlecht. Nein, die Leute wollen es genau so haben, wie _wollen_ eben jemanden, der so eine Politik macht. (Ist ja auch nicht so, dass es mit Sanders oder den Grünen keine Alternativen gegeben hätte.)

    Und das ist, was mich viel mehr besorgt. Bildung hilft da nur zum Teil. Ich denke, eine Mischung aus Bildung und auch Stärkung des Gesellschaftszusammenhaltes, Empathie und Mitmenschlichkeit, die würde die Menschen vom Weg ihrer Angst abbringen. Und ja, es ist nunmal so, und das kapieren anscheinend derzeit auch viele: Jederzeit kann sich alles ändern, Du kannst Deinen Job verlieren und Dein Haus, Umweltkatastrophen passieren, Wasser wird knapp, Kriege. Da braucht man starke Wurzeln (Familie, Fürsorger, und Selbstbewusstsein), um nicht die Nerven zu verlieren, alles an sich zu raffen was geht und um sich herum zu mauern. Für mich ist immer das Grundübel, dass das „Liebe Deinen Nächsten“ irgendwann verloren gegangen ist.
    LG /inka

    • Ich unterschreibe, was du sagst, Inka. Verblödet sind viele dieser Wähler mit Sicherheit nicht. Aber es fehlt eben wohl nicht immer nur an konventioneller Bildung, sondern eben leider auch an emotionale Intelligenz und Empathie bei vielen Menschen. Da bin ich auch ganz bei dir. :/

  14. Sandra
    19

    Fragt man die Amerikaner, dann sagen die meisten: die Prognosen waren für Clinton. Also haben viele gedacht: ok, dann wähle ich Trump, denn ich wähle gegen Clinton. Kann ja nicht viel passieren. Doch, es ist passiert. Und einige unser Freunde und Bekannte sind jetzt ebenso geschockt.
    Ich habe mich die Jahre in Amerika immer wohl gefühlt. Wir haben damals die Obama-Wahl ja direkt vor Ort migemacht. Amerika kann so toll sein. Man darf aber nicht vergessen: New York City ist nicht Amerika und Amerika ist nicht New York City.
    Amerika ist viel biederer und spießiger als wir hier in Europa meinen.

    Und ich fürchte es wird bei uns in Deutschland nächstes Jahr genauso funktionieren. Die Menschen werden gegen die momentane Politik wählen und nicht für eine andere Politik. Und billiger Populismus wird auch hier die Oberhand gewinnen. „Ha, endlich können wir mitreden.“ Da werden ganz niedrige menschliche Triebe angesprochen.

    Herr Trump wird ganz schnell auf die Füße fallen, denn er wird schnell erkennen, dass letztendlich die Wirtschaft bestimmt wo es hingeht. Bitter ist natürlich, dass die Republikaner den Senat und das Repräsentatenhaus nun im Griff haben. DAS ist die tatsächliche Katastrophe, denn jeder Präsident kann u.U. sonst ausgebremst werden (was Obama ja in vieler Hinsicht sehr blockiert hat).

    Wir können die Uhren leider nicht zurückdrehen. Aber wir können alle die kommenden Monate dazu nutzen dafür zu sorgen, dass die Katastrophe hier bei uns nicht eintritt.

    • Liebe Sandra,
      „Also haben viele gedacht: ok, dann wähle ich Trump, denn ich wähle gegen Clinton. Kann ja nicht viel passieren.“ Das glaube ich tatsächlich nicht. Gerade weil ich von unseren Reisen durch Amerika sehr genau weiß, dass die USA nicht NYC oder San Fransisco oder ect. Metropole ist. Deswegen weiß ich schon lange, dass Amerika nicht annähernd so fortschrittlich ist in den Köpfen, wie es oft nach außen wirkt. ;) Da brauchen wir ja nur mal das Thema Bewusstsein für Umweltschutz nehmen, wenn es ein unverfängliches sein soll.

  15. Sandra
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    Liebe Nic,

    „Also haben viele gedacht: ok, dann wähle ich Trump, denn ich wähle gegen Clinton. Kann ja nicht viel passieren.“ Das glaube ich tatsächlich nicht.

    Doch. Genau das ist das dramatische an dieser Geschichte. Wir haben genau das nicht nur von einem, sondern von mehreren unserer Freunde, Bekannte und Geschäftspartner meines Mannes gehört. Die Amerikaner wollten gegen Clinton wählen und ein Zeichen setzen. Nachdem ihnen aber die Wahlforscher vorgegaukelt haben, dass Clinton sowieso mit Vorsprung führt, haben sie gedacht, dass da nicht viel schief gehen kann. Das es kann, das sieht man jetzt.

    Nun und was erwarten wir? Die Amerikaner wachsen in dem Bewußtsein auf, dass sie der Nabel der Welt sind. Die Polizei die es richtet, die die den 2.ten Weltkrieg gewonnen haben. Sie haben die bestens Universitäten, sie haben uns Microsoft, Google, Apple, das Iphone, Mc Donalds und und und gebracht. Ich fand die Kommentare in den letzten Tagen immer so anmaßend, dass die Amerikaner doof sind, dass sie keine Ahnung haben von der Welt um sie drumherum. Ja, aber man bringt es ihnen eben auch so bei. Ein ganzer Kontinent, ohne Sprachbarrieren, mit allen möglichen Klimazonen und extrem unterschiedlichen Regionen. Warum wohl sollten die Amerikaner überhaupt das Land verlassen? Und würden wir es tun?

    Erst, wenn wir es z.B. schaffen, dass in Frankreich nicht Le Pen gewinnt, dass wir in Deutschland nicht die AfD in den Bundestag hieven – erst dann haben wir das Recht andere dafür zu verurteilen, dass sie Trump gewählt haben. Denn die Ursachen, wie das passiert ist, sind hier genau dieselben. Das hat nichts mit Bildung oder Wissen zu tun. Das sind Dinge wie Unzufriendenheit, das Gefühl abgehängt zu werden und Populisten, die diese Strömungen für ihre Ziele ausnutzen.

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