#my2cents | was wäre anders in meinem leben, wenn ich ein mann wäre…

#my2cents | was anders wäre - ich als mann | luzia pimpinella

was wäre anders, wenn ich ein mann wäre? das hat haben mich esther, silke und verena von FOURTY SOMETHING gefragt und ich fand die frage ehrlich gesagt so interessant, dass ich dieses blogstöckchen gern angenommen habe. darüber hatte ich so ausführlich noch nie nachdgedacht!

was wäre anders in deinem leben,
wenn du ein mann wärst?
ich wäre natürlich der tollste hecht im karpfenteich, auch wenn das mit dem namen kai-oliver vermutlich auf anhieb nicht ganz einfach wäre. ich hätte als teenager vermutlich nur mist gebaut und wäre einer von den bad guys gewesen {okay, dieser punkt unterscheidet sich jetzt nicht so von meiner pubertären mädchen-vergangenheit}. astronaut hätte ich sicherlich nicht werden wollen, aber vielleicht pilot. vielleicht aber auch comic-zeichner. ich hätte die welt entdecken und natürlich erobern wollen… vermutlich gern mit einem rucksack auf dem rücken und mit kumpels an meiner seite.
was tust du nur deshalb, weil du
eine frau bist?
mir die beine rasieren und die bikinizone! dabei nervt mich das meiste von diesem typischen frauen-badezimmer-gedöns fürchterlich. ich tue es trotzdem, den ich will eben doch nicht wie eine schimpansenfrau auf den schienbeinen aussehen. zumindest nicht im sommer. im winter kann das schon mal vorkommen.
ich fühle mich viel zu sehr für das wohlbefinden meiner umgebung verantwortlich. das ist wohl so eine weibliche fürsorge-automatik, die ich schlecht abstellen kann. außerdem ertappe ich mich viel zu oft dabei, wie ich dinge, die meine familie faul herumliegen lässt, ohne muh und ohne mäh einfach wegräume, ob wohl das überhaupt nicht mein job sein sollte. 
ich rechtfertige mich zu oft für dinge, die den männern ganz selbstverständlich wären. außerdem tappe ich regelmäßige in diese blöde komplimente-falle… ach die hose? die ist doch schon oll! und dann ärgere ich mich, dass ich nicht einfach mal so ein lob oder ein nettes kompliment annehmen kann, ohne es prompt kleinzureden.
welche dinge lässt du lieber, weil
du eine frau bist?
allein durch die ganze welt und vor allem in stark von männern geprägte kulturen reisen, wäre etwas, bei dem ich mich als frau unsicher fühlen würde. leider gibt es ja immer noch gesellschaften, in denen eine frau eigentlich nichts wert ist und kaum rechte hat. da würde ich allein nicht unterwegs sein wollen.
durch welches klischee fühlst du
dich persönlich beeinträchtigt?
ich kann es nicht ausstehen, wenn man{n} mich aus prinzip für zu doof zum autofahren hält. diese „frau am steuer“-scheiße nervt unfassbar und ist zudem einfach unwahr. überhaupt finde ich ich die manchmal sehr gönnerhafte klugschieterei von männern gegenüber frauen unterirdisch. vor allem, wenn es um technische themen geht.   
es nervt mich aber genau so, wenn sich frauen untereinander wegen unterschiedlicher lebensmodelle bekritteln. wer ist jetzt die bessere frau und mutter? die, die zuhause bleibt, um sich ausschließlich um die brut zu kümmern, oder die mit toller jobkarriere? dadurch, dass wir frauen uns untereinander nicht einmal in ruhe die rollen leben lassen können, die wir wählen, tragen wir selbst zu klischees bei, um die sich männer nicht mal einen kopp machen würden.
ich selbst bin jetzt nicht so der klassische karriereleiter-typ, aber ich finde es absolut skandalös, dass männer in führungsstellen immer noch bevorzugt werden oft für die gleiche arbeit mehr verdienen als ihre weiblichen kollegen. 
in welcher situation war es von vorteil, zur gruppe der frauen zu gehören?
generell gehöre ich sehr gern zum weiblichen geschlecht. schon allein, weil wir
empathischer und sensibler sind, wenn es um das zwischenmenschliche
geht. wir halten die gesellschaft zusammen. im kleinen und im großen. davon bin ich überzeugt.
es gibt momente, in denen sich frau vorteile verschaffen kann, nur weil sie klug genug ist, die männer im glauben zu lassen, sie würden das ruder in der hand halten und die entscheidungen ganz allein treffen. das sind schon situationen die frau schmunzelnd in in aller stille genießen kann. 
wenn ein mann mir hilfe beim tragen eine schweren koffers anbietet, kann ich das ganz prima annehmen. da habe ich gar keine lust, die starke zu markieren. 

gibt es situationen, in denen das geschlecht keine rolle spielt?
klar gibt es die. kreativität ist zum beispiel für mich völlig unabhängig vom geschlecht. ebenso mein persönlicher humor. der kann genau so derbe, wie der eines kerls sein. trotzdem bin ich nun mal eine frau und sehe viele aspekte des lebens eben aus der weiblichen perspektive. das beeinflusst auch mein verhalten. so isses nun mal. letztendlich bin gern frau und habe nicht das bedürfnis immer „gleich“ zu sein, sei es zu anderen frauen oder männern. ich bin ich.

liebe mädels, das wesen von geschlechtslosen blögstöckchen ist ja nun mal, dass sie weitergegeben werden sollen, aber nicht unbedingt immer gern angenommen werden. ihr lieben, fühlt auch ganz frei, dieses anzunehmen oder auch linksliegen zu lessen!  aber ich würde doch schon sehr gern von euch lesen, was ihr zu dem thema #wasanderswäre zu sagen habt…
nico von LIVELIFEDEEPLY
anna von BERLINMITTEMOM
monika von MO BEADS
caro von THE BLOGBOOK 

ich freue mich, wenn ihr dabei sein mögt. wenn nicht.. auch gut! und vielleicht möchte ja die ein oder andere nichtgenannte bloggerin, dass thema einfach aufgreifen? ich freue mich auf spannende antworten… so oder so.
 
EDIT: die frage #wasanderswäre hat übrigens HIER seinen ursprung. bei almut sind auch alle teilnehmer gesammelt, falls ihr dazu noch mehr lesen möchtet. ;)

34 Kommentare

  1. Interessantes Thema, über das ich gerne auch einmal nachdenken werde. Bei vielen deiner Antworten konnte ich schon zustimmend Nicken. Viele Grüße, Rahel

  2. Hey, der Text könnte so auch von mir sein, liebe Nic ( na ja, die Rasiererei wird mit zunehmendem Alter und ständigem lange Hosen Tragen weniger, dafür zupfe ich mehr im Gesicht herum )! Und die Karriereleiter? Die bin ich auch wieder abwärts geklettert, als ich merkte, dass ich mir dort nicht treu bleiben konnte…
    Frausein ist allerdings wesentlich entspannter, wenn man alt ist & in der Omaliga spielt…
    GLG
    Astrid

    • das sagst du ja immer, astrid! :D ich habs trotzdem nocht eilig mit dem oma-werden. da kann ich gernnoch ein paar jahre (jahrzehnte) drauf warten. ;)

  3. Kai- Oliver? Das ist wirklich hart! Aber ich habe auch noch mal Glück gehabt, denn meine Mutter wollte mich Gwendolina nennen. Ich glaube, das war das einzige Mal, wo mein Vater sein Veto wirklich durchgesetzt hat!
    Komplimente kleinreden ist übrigens sehr japanisch und muss dirgar nicht unangenehm sein. In ihrer wie in deiner Kultur ist eben tief verankert, sich nicht über jemanden zu stellen!
    Das schreckliche Rasieren, jaaa das finde ich auch zum Kotzen! Ich muss es auch im Winter tun, denn durch meinen Sport bin ich dazu gezwungen…! Nerv!
    Und der derbe Humor ist genau meins! Wie ein Kesselflicker, sagt meine Mutter immer und meine Kinder finden mich furchtbar peinlich! Pech gehabt!
    Schöne Antworten, die ich alle so unterschreiben könnte!
    Gros bisou
    Sandra

    • So heißt auf jeden Fall niemand sonst ;-))
      Und es ist viel besser als Rautgundis, das ist der schrecklichste Name, den ich kenne.

    • ja, als ob kai-oliver nicht allein schon schlimm genug wäre… der unsägliche bindestrich machts noch schlimmer! ;)

      wer heißt denn rautgundis???

      dann doch lieber kai-oliver.

      P.S. meine tochter findet mich wegen meiner "kesselflicker" talente auch oft genug suprpeinlich. ;)

    • danke almut!!! schöne idee! :)

      ich habe deinen link jetzt gern noch mit in das posting geschrieben! ;)

  4. Hallo Nic,
    in puncto frauentypisch…habe ich mich zu 100 % wiedererkannt… schön zu lesen, dass andere Frauen auch genau diese "Schwachstellen" haben! Musstest Du eigentlich lange nachdenken beim Antworten? Ich persönlich, habe darüber noch nie nachgedacht – schöner Post! Vielen Dank für Deine ehrlichen Worte!!!
    Liebe Grüße
    Anette

    • nee, komischerweise musste ich dann gar nicht lange nachdenken. obwohl ich mir die fragen so noch nie gestellt habe.

  5. … das is ma n Stöckchen. Habe oft, aber nie länger als n paar Minuten drüber nachgedacht. Echt interessant!
    Dabei ist der Technik-Handwerker-Driss echt ne bekloppte Angelegenheit, ob von Frauen die sich weibisch klimpernd doof stellen oder von Männern die ne Frau per se für unfähig halten. Pffft!

    Liebe Grüße . M

  6. Danke fürs Stöckchen! Du meine Güte, als ich die Frage gelesen habe, fing es bei mir direkt an zu rattern…interessant, sich damit intensiver zu beschäftigen und auch sehr erfrischend anders…dieses Stöckchen. Lass mir nur etwas Zeit dafür ;-)
    Liebe Grüße ❤️

  7. Das ist in der Tat eine äußerst spannende Frage, die ich mir ehrlich gesagt schon des öfteren gestellt habe. Als Teenie wollte ich immer ein Junge sein. Ich habe Röcke gehasst und mich lieber stundenlang auf irgendwelchen Sportplätzen getummelt – so gar nicht Mädchen-like. Heute bin ich sowas von froh, eine Frau zu sein. Ich würde um nichts in der Welt tauschen. Alleine der Name, der mich ereilt hätte: Richard!!! Geht ja gar nicht. Mein Name ist ja schon gruselig… aber das wäre unglaublich gewesen.
    Ich glaube, der einzige Vorteil ist: die meisten Männer nehmen die meisten Dinge nicht ganz so extrem ernst wie wir. Manchmal gelingt mir das auch… leider nicht immer. Ich übe noch! Das erleichtert das Leben ungemein.
    Ich seh das ansonsten genauso wie du. ;-) Am Schönsten finde ich, dass du auch immer Sachen wegräumst… Wieso machen wir das eigentlich? Sowas beklopptes!!! ;-P
    Liebe Grüße
    Martina.

    • ey, richard ist ein toller name, finde ich!

      vieles mal ein bisschen weniger "bierernst" und wichtig zu nehmen, das versuche ich auch immer wieder, habe aber leider nicht so richtig großes talent dafür. oder zu wenig testosteron?

  8. hat spaß gemacht zu lesen und in jeglicher hinsicht ist das thema sehr spannend, ich frag mich oft, wie anders lehrer im gegensatz zu lehrerinnen wirken können, auch im umgang mit eltern.
    das thema werd ich erstmal nicht am blog aufgreifen, aber mit sicherheit noch weiter im kopf spinnen.
    das erste foto ist großartig : D

    • oh, interassante frage! falls du dir die lehrerinnen-lehrer frage mal öffentlich beantwortest, sag bescheid, damit ich das nicht verpasse! :)

  9. So, jetzt nochmal hier, nachdem mein Handy mich ja gestern nicht gelassen hat. Ich finde die Frage so dermaßen herrlich und absurd zugleich, dass ich seit gestern unentwegt darüber nachdenken muss *haha*. Ich nehme, wie gesagt, die Herausforderung sehr gern an und bin selber gespannt, was da am Ende bei rauskommt. Dein Foto ist übrigens der Bööörner, genauso wie Kai-Oliver, vor allem mit Bindestrich :-D.

    Liebste Grüße! :-*

    • der unsägliche bindestrich!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! ;D

  10. Eine tolle Anregung und auf jeden Fall einen zweiten und dritten Gedanken wert. Dein Beitrag ist herrlich zu lesen. Vielen Dank für den Einblick in deine "männliche Seele" ;-)
    Herzlichst Ulla

  11. Uh das mit dem Autofahren nervt mich auch total. Ich kann nämlich sehr gut fahren, viel besser als der eine oder andere Mann.
    Ich erinnere mich wie ich als Kind immer wünsche ich wäre ein Junge. Dann, mit der Zeit, fühlte ich mich wohler in meiner Haut.
    Gutes Thema!

    • komisch, dass doch viele von sich sagen, sie wären als kind gern ein junge gewesen. ich habe mich in vielerlei hinsicht wie ein junge benommen, aber ich wollte selbst nie einer sein.

  12. Hey Nic,
    was für ein großartiger Beitrag! Habe mich königlich (warum eigentlich nicht königinnenlich?) amüsiert! Und by the way: Schnauzer und Schlips stehen dir hervorragend! :)
    Liebe Grüße, Claudi

    • Achso, und: Es gibt nur zwei Dinge, um die ich Männer beneide, nämlich 1. dass sie im Stehen pinkeln können. (Das würde auf Reisen vieles vereinfachen.) Und 2. dass sie diesen Zyklus-Hormon-Kram nicht haben müssen. Ansonsten finde ich es toll, eine Frau zu sein, mit allen Macken und Problemzonen. Ich hätte nämlich z.B. schonmal gar keinen Bock auf so viele Haare im Gesicht! ;)

  13. Toll geschrieben und ich kann alles unterschreiben. Außer das ich gut Komplimente annehmen kann, wobei mir gerade auffällt, dass ich schon ewig keine mehr bekommne habe. Seufz. Das Alter… das Karma …??
    Liebe Grüße
    Jutta, die es jetzt wagt sich diesen leckeren Grilltisch anzusehen (und danach schrecklich Hunger haben wird)

    • wir sollten uns alle viel öfter gegenseitig komplimente machen! vielleicht können wir sie ja deshalb so schlecht annehmen, weil sie sich einfach so "ungewohnt" anfühlen!?

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