new york und sandy und wie ich es durch meine linse sah

new york and sandy and how i saw it through my lens
wie schon mehrfach betont, wir hatten wirklich viel glück. auch sandy hat unsere liebe zu dieser stadt nicht trüben können, so wie manche freunde vermuteten. viele fragten auch, ob wir denn unseren urlaub wenigstens ein bisschen genießen konnten. doch, das konnten wir! ich muss jedoch zugeben, dass wir sehr froh waren, dass dieses nicht unser erster besuch in NYC war. wir waren von anfang an sehr relaxed und ohne zeitdruck unterwegs. alles, was man als tourist so macht, hatten wir ja schon mal gesehen (auch wenn wir manche dinge gar nicht oft genug sehen können). wir hatten zwar einen groben plan, den wir am ende tasächlich nicht umsetzen konnten, aber wir ließen uns auch gern ein bisschen treiben. 
letztendlich war es ein unvergesslicher urlaub, auch wenn dass unvergessliche daran eben ein hurrikan war. angesichts dieser umstände fällt auch die zweite hälfte meiner urlaubsfotos etwas ungewöhnlicher aus als üblich… hier sind noch einige davon.
as i said before, we were really lucky. even sandy couldn’t becloud our love to this city, as some of our friends presumed. some also asked if we were able to enjoy this trip at all. but yes… we did! although i must admit that we were glad it wasn’t our first time in NYC. we did everything a tourist usually does before and we saw lots of places before (there are some sights we never get tired of, but anyway…). we had a rough plan what to do (of course we had to skip several points due to the situation), but we enjoyed to just go with the flow this time.
after all it was a memorable vacation, we experienced a hurricane. what an extraordinary trip. so it’s only natural my vacation pics look quite unusal this time… these are some of them.

der nachmittag, bevor hurrikan sandy eintreffen sollte, war regnerisch, windig und die luft war voller anspannung. niemand wusste, was er vom kommenden abend und der nacht zu erwarten hatte. ein seltsames gefühl. alle waren einen schritt schneller unterwegs, auch die vom winde verwehten hunde mit kurzen beinen. die sonst so vollen straßen waren schon fast gespenstisch leer.
am nächsten tag dann der schrecken über die auswirkungen des sturms mancherorts, aber auch erleichterung, dass es nicht überall so schlimm aussah. so haben wir es gesehen…
the afternoon before hurricane sandy arrived was rainy, windy and the air was filled with tension. nobody really knew what to expect that upcoming night. it was a weird feeling. everybody was walking a bit faster than usual, humans as well as windswept dogs with short legs. the streets that are usually so very crowded were almost empty. spooky.
on the next day it was terrifying to see what the hurricane did to some areas… but there was also relief in the places that weren’t affected too bad. thats what we saw…

 

wir sahen leute, die ihre keller auspumpten in chelsea. wir sahen die verteilung von trockeneis zum kühlen von lebensmitteln am UNION SQUARE, dort wo wir tage zuvor noch den farmers market besucht hatten. wir sahen umgestürzte bäume in den parks und auf den straßen.  
we saw people pumping out their basements in chelsea. we saw public supplies of dry ice on UNION SQUARE to keep food refrigerated. we have been there a few days before to see the farmers market. we saw trees blown over in the parks as well as on the streets.

am abend nach sandy spazierten wir die 5th avenue hinunter. unheimlich war es dort, wo die blocks ohne strom waren. totale finsternis, in der stadt, die sonst nie schläft. um unfälle an den nun ampellosen kreuzungen zu vermeiden, stellte das NYPD leuchtfackeln als warnung auf. ein ganz schön gefährliches unterfangen für die polizisten bei dem (viel zu schnell fahrenden) verkehr in der dunkelheit…
the night after sandy we walked down 5th avenue. it was quite spooky to see the blocks without power… total darkness in the city that (usually) never sleeps! to avoid car crashes at the intersections without traffic lights, the NYPD set up torches. quite a dangerous job for the police officers with all the (still too fast running) traffic going on…

wir sahen sehr einsame menschen. wir sahen verdorbene lebensmittel. aber wir sahen auch spontane solidarität. läden, die noch strom hatten, teilten diesen mit den menschen, die ohne elektrizität auskommen mussten. 
we saw lonely people. we saw addled food but we also saw spontaneous solidarity. stores that happen to still have power shared it on the streets with the peole that were out of electricity.

wir sahen auch lachen und viele hilfsbereite menschen. menschen, die ganz im sinne des american spirit einfach nach vorne gucken und „machen“. kleine geschäfte in den stromlosen stadtteilen improvisierten. grills wurden auf dem bürgersteig aufgestellt, geschäfte geöffnet, obwohl sie komplett ohne licht waren. beleuchtet wurden sie bei bedarf mit einer taschenlampe. es gab yoga bei kerzenlicht und wer konnte, bot heißen kaffee an. 
die „notes to sandy“ am schaufenster von FISH EDDIES am broadway ließen mich schmunzeln. die menschen ließen ihrem ärger, ihrer frustration, aber auch ihrem humor freien lauf… „this humidity makes my hair frizz!“… „this is not kansas, sandy!“ …. „bed bugs for sandy!“  
we aslo saw laughter and lots of helpful people. people who are looking straight forward, who are do-ers. a facet of the american spirit i always loved. small businesses in the areas with a power outage just improvised. BBQs were pulled out on the streets. shops opened without having any light, but some flashlights. there were candlelight yoga and people who were able to share hot coffee. 
the „notes to sandy“ on the window of FISH EDDIES on broadway made me smile. people put their anger, their frustration but also their humor in them… like… „this humidity makes my hair frizz!“… „this is not kansas, sandy!“ …. „bed bugs for sandy!“ 

 … und natürlich sahen wir den umgeknickten kran in der 57th street. die ganz schlimmen verwüstungen waren für uns jedoch nur in den nachrichten sichtbar. unvorstellbar eigentlich, dass das was man dort sah, auch so nah war. und doch… wir lieben diese stadt immer noch.
… and of course we saw the collapsed crane on 57th street. on TV they showed all the davastation we didn’t see. almost unbelievable that this was also very near. so much damage, so much individual tragedy. and yet… we still love this city.

P.S. bei all dem aktuellen fokus auf die USA… sollten wir nicht vergessen, wie unglaublich viel schlimmer die menschen auf haiti im moment unter den folgen dieses sturms leiden. dort geht es um die blanke menschliche existenz!
P.S. we’re focussig a lot on the USA these days…. but let’s not forget the people in haiti. they suffer even so much more from this storm. it’s about staying alive, about bare existance!

32 Kommentare

  1. Ah New york

    Ihr habt ja einiges Erlebt.

    Schöne Bilder und man fühlt sich gleich mitten in der Stadt.
    Wettertechnisch habt Ihrs ja nich wirklich genießen können, aber das gehört nun mal dazu.
    Jedenfalls würde ich das sagen.

  2. Du hast uns mit deinen Bilder einen wirklich lebhaften Einblick in die Stdt gegeben,danke! Zum Glück seit ihr heil wieder zu Hause angekommen! Liebe Grüsse Alizeti

  3. Schrecklich, wenn man bedenkt wieviele Menschen ihr Zuhause verloren haben und jetzt vor dem nichts stehen, aber auch gut zu wissen, wie dicht die New Yorker zusammengerückt sind und geteilt haben. In den Nachrichten wurden auch diese Shops gezeigt, die ihr ganzes Fleisch draussen auf der Strasse grillten, weil die ganzen Kühlhäuser ausgefallen sind.
    Als hier vor einigen Jahren ein so heftiger Schneesturm tobte und sogar Stromleitungen umriss, blieben Orte die Auswärts liegen tagelang ohne Strom.
    Eigentlich unvorstellbar in heutiger Zeit, da stehste plötzlich im dunklen und realisierst dann erst, das dein ganzer Wohnort ohne Strom ist und man auch nicht vor die Tür gehen kann, weils noch weiter schneit…da weiß man eine trockene, warme Wohnung doppelt zu schätzen.

    Danke Dir für den Einblick!

    Lg,Bianca

  4. Tja, das sind fürwahr mal andere Bilder aus New York. Ich war schon (fast) überall, aber noch nie in N.Y., kaum zu glauben, oder? Wollte immer mal zum Marathon hin, aber der ist ja diese mal berechtigter Weise abgesagt worden. Jede helfende Hand wird schließlich woanders gebraucht. Ihr könnt euch wirklich glücklich schätzen, dass ihr eigentlich den Sturm nicht so richtig mitbekommen habt. Ich glaube, das ist kein Spaß. Vielleicht darf man aber auch einfach nicht den Humor verlieren. Das zeigen deine Bilder sehr gut.
    Liebe Grüße
    Yna

  5. Deine Bilder sind großartig – auf wenn das Drumrum wohl etwas scary gewesen ist… Vielen Dank für´s Zeigen!
    LG, Mel

  6. Danke, daß du nach Deinen sehr eindrucksvollen Bildern auch an Haiti erinnerst, das wird zu oft vergessen!

    herzliche grüße von Tine

  7. Es gruselt mich irgendwie…. War doch grad selber noch da… So ging es mir auch am 11. September…. Kurz vorher war ich mit buggy in den Türmen einkaufen in einem Spielzeugladen….NYC ist einfach keine Stadt wie jede andere…. Ich liebe sie auch sehr und könnte jedes Jahr hinfahren…. Danke für die Bilder.. das kreuzugnsschild…. Da guck ich morgen mal…. Habe glaube ich das gleiche in meinem Archiv…;)) danke nic…. Und irgendwann werden wir uns mal treffen…. In NY oder Paris…. Ich ahne es….zu oft habe wir uns auf der Welt knapp verpasst;)))))) köstlich…..
    LG Sabine

  8. Besondere Fotos von besonderen Umständen – wow, sehr beeindruckend. Vielen Dank für diesen tollen Beitrag! Mal was ganz anderes als die übliche Pressefotografie!
    Und schön, dass du trotz der aktuellen Notlage vieler Menschen in NYC und Umgebung noch einmal auf Regionen hinweist, wo es weitaus schlimmer aussieht. Leider kommt so was immer irgendwie zu knapp, dabei sind es genau die Länder, die ganz besonders unserer Hilfe bedürfen!
    Take care!
    Kathrin

  9. Danke für deine Eindrücke, sie sind sehr berührend. Ich hoffe im Sommer endlich diese tolle Stadt besuchen zu können.

  10. Danke für den Einblick in diese doch sehr faszinierende Stadt und deren eigenwilliges Leben.
    Dieser Satz hat mich bei all den Bildern am meisten bewegt und ich musste echt schlucken. DAS ist es doch woraus es ankommt beim Mensch sein.

    ..aber wir sahen auch spontane solidarität. läden, die noch strom hatten, teilten diesen mit den menschen, die ohne elektrizität auskommen mussten.

    Und ja, wir denken auch an die Menschen in Haiti.

    Liebste Grüße
    Silke

  11. Jetzt haben Deine Bilder und Berichte mich so gefesselt,
    dass ich beinahe das Frühstück für meine Kinder vergessen hätte.
    Sehr beeindruckend!
    Liebe Grüße,
    Svenja

  12. WAHNSINN Deine Fotos – ich war schon ganz gespannt darauf…eine unfreiwillige Krisenreportage, nicht wahr? Aber ich dachte mir, dass Du die "Chance" nutzt :) Das muss wirklich unglaublich gewesen sein, die Strassen und Häuser ohne Licht! NY ist einer der tollsten Plätze die es überhaupt gibt. Wir haben dort am 1.November geheiratet – vor vielen Jahren allerdings…ohne Sandy als Trauzeugin. Ich kann es auch kaum erwarten, mal wieder dort zu sein! Liebe Grüße, Anette

  13. Danke, dass Du diese tollen Bilder mit uns teilst!!! Deine Bilder geben die Situaton und Stimmung super wieder!Einfach unglaublich, wenn man denkt dass so ein Sturm eine Weltmetropole wie New York lahmlegen kann. Liebe Grüße aus Oslo Alice

  14. wow coole bilder! [im film kommt dann immer will smith um die ecke und rettet die welt :)]
    so toll wie du die stimmung rüberbringst, können die das im fernsehen gar nicht!

  15. Hallo,
    vielen Dank für die Bilder. Man bekommt doch eine andere Vorstellung, wenn man private Bilder sieht, als wenn man immer nur die Nachrichtenbilder zu Gesicht bekommt.
    LG Anna

  16. wie heisst's: wenn einer eine reise tut so kann er was erzählen. hab "dich" schon auf instagram "verfolgt" und möchte dir hier nochmal sagen wie begeistert ich von deinen fotos bin… ich fand ich war hautnah dabei. andere hätten gejammert was für ein pech sie gehabt hätten auf ihrer reise und bei dir hab ich dieses gefühl dass du ein völlig "positiver" mensch bist.
    freue mich auf weitere fotos von dir!
    ♥lichst, marika

  17. Das wird mal ein interessanter "Mein schönstes Ferienerlebnis"-Aufsatz :-)
    Es war sicher sehr spannend, die geliebte Stadt mal aus einem ganz anderen Blickwinkel zu sehen. Und trotzdem war ja alles wie immer: crazy, spontan hilfsbereit, anders, größer, kleiner und und und. New York, we heart u.
    Lieben Gruß
    Cati

  18. zuallererst ist es toll, wenn du erzählst, dass die menschen so hilfsbereit waren. und mal ganz ehrlich, auch wenn es hart klingt: es ist manchmal auch ganz gut so etwas "beizuwohnen" einfach um zu sehen, wie gut es uns ja eigentlich geht.

    ich habe so einen (kleineren) hurrikane mal in florida mitbekommen… da bekommt man auch die andere seite mit und freut sich, wenn man helfen kann. und das wiederum macht glücklich – was man ja bekanntlich im urlaub sein will…

    liebe grüße sendet dir michèle

  19. Liebe Nic, ich bin froh, dass ihr alles gut überstanden habt und trotzdem das Beste draus gemacht habt!

    Ich schließ mich Ulli an, die Bilder sind wirklich beeindruckend!!!

    Liebe Grüße

  20. Ich kann mich nur anschließen: Ich bin froh, daß es euch gut geht.

    Du bringst einem dieses Unwetter näher, als es die Medien tun können, denn deine Bilder und Texte sind mit viel Herz und nicht nur aus Tatsachen gemacht. Danke dafür! Es wäre hier wohl nicht richtig von "tollen Bildern" zu sprechen, aber Du wirst schon wissen wie es gemeint ist.

    GLG Sylke

  21. Wunderschöner Bericht, liebe Nic! Ihr habt wirklich etwas erlebt. Wirklich: Anstatt zu merkern und denken, mensch, warum gerade während meines Urlaubs…hast Du's ERLEBT! Gesehen, getastet, gerochen, geschmeckt, gefühlt. Ich wünsche Dir sichere Heimkehr! (Und wenn was ist, melde Dich, okay?)

    XO -N.

  22. Vielen Dank für diesen Einblick. Die Bilder sind super, und lassen einen immer zweimal hingucken. Toll eingefangen!

    Wir hatten im Sommer es mit den Ausläufern von Isaac zu tun, das hat uns schon gereicht. Die Vorstellung mittendrin zu sein lässt einen schon erschaudern!

    VG
    Manuela

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