Koreanisches Kimchi selbermachen? Easy! Hier kommt das Rezept für hausgemachtes Chinakohl-Kimchi mit ganz viel Vitamin C für den Winter

Rezept | koreanisches Kimchi selbermachen - ganz einfach selbstgemachtes Chinakohl-Kimchi - homemede korean kimchi | luzia pimpinella

Das erste Mal, dass ich in meinem Leben koreanisches Kimchi gegessen habe, war leider nicht in Korea {das ist auf jeden Fall noch auf meiner Lifetime Travel Bucket List} – stattdessen war es in New York. Auch schön.

Es mag ja vielleicht ein bisschen langweilig sein, aber wenn wir in NYC sind, wohnen wir jedes Mal wieder im über 100 Jahre alten und ehrwürdigen Wolcott in der 31th Street. Uns zieht es aus vielerlei Gründen immer wieder dorthin, obwohl man sicher „mehr hipster“ wohnen könnte… die Lage mitten in Manhattan ist einfach ein perfekter Ausgangspunkt, das Hotel ist ein „good value for money“, wie der Ami so schön sagt, und es liegt direkt um die Ecke von K-Town.

New Yorks Koreatown in der 32. Straße hat uns schon bei so manchem Hunger ganz unkompliziert und lecker gerettet. Selbst damals, als Hurrikan Sandy schon über die Stadt pustete, und Stephan nochmal schnell etwas zu Essen für ein koreanisches Hotelbett-Picknick holte. Und auch jetzt bei unsrem NY-Trip mit den Besties im Herbst, haben wir dort wieder sehr gut gegessen.

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Seitdem war ich quasi auf Kimchi-Entzug. Bis Gourmetguerilla Mel dann neulich ihr geniales Rezept  für ein Neujahrs{Kater-}Frühstück deluxe mit  Kimchi-Waffeln, Erbsen-Hummus, Bacon & Spiegelei im Blog veröffentlichte. Da konnte ich nicht bis zum nächsten Kater warten und wolle das. Sofort!

Aber wie machen, ohne Kimchi? Ein fertiges Kimchi im Asia-Shop zu kaufen, habe ich nämlich nach dem Blick auf die diversen Zutaten ganz fix gelassen. Leider haben asiatische Fertigprodukte ja immer Glutamat-Gedöns und auch oft eine mittellange Liste an E0815-whatever Zusatzstoffen dabei. Nee, das wollte ich nicht. Also hatte ich zum allerersten Mal das Bedürfnis, koreanisches Kimchi selber zu machen. Und ich war verblüfft, wie einfach das ist… allerdings solltet ihr für die Zubereitung etwas Geduld haben.

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Rezept für ganz einfach selbstgemachtes, koreanisches Kimchi {kor. 김치mit Chinakohl

• 1 Chinakohl, ca. 1,2 kg
• 1 Bund Frühlingszwiebeln
• 8 Knoblauchzehen
• 1 kleine Zwiebel
• 20 g frischer Ingwer
• Salz
• 1 EL Reismehl {aus dem Asia-Laden}
• 1 EL brauner Zucker
• 175 ml Wasser
• 30 ml Fischsauce
• 40 g Paprika edelsüß
• 20 g koreanisches“Kochugaru“ = rotes Chilipulver  {ich habe dieses *HIER verwendet}

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Für die Zubereitung von Kimchi gibt es natürlich etliche Variationen. Ich habe dieses hier, das mit Verlaub gesagt mega lecker geworden ist, folgendermaßen hergestellt: 

Befreit zuerst den großen Chinakohl von den äußeren etwas unschönen Blättern, halbiert ihn längst und schneidet ihn dann in Achtel. Dabei lasst ihr den Strunk erst einmal dran, so dass die Achtel noch in einem Stück bleiben.

Als Vorbereitung müsst ihr nun den Chinakohl salzen und Wasser ziehen lassen. Verteilt großzügig Salz über den Kohl und reibt die Achtel von allen Seiten damit ein – auch zwischen den Blättern! Legt den so gesalzenen Chinakohl in eine Schüssel und lasst ihn mindestens 4 Stunden {gern auch über Nacht} ziehen. Der Kohl zieht nun Wasser und wird mürbe. Dreht ihn zwischendurch immer mal wieder um, so dass das Salzwasser, das entsteht, sich überall verteilen kann.

Inzwischen könnt ihr die Kimchi-Paste zubereiten – hot und spicy!

Für die selbstgemachte Kimchi-Paste verrührt ihr zunächst das Reismehl mit {kaltem!} Wasser direkt in einem kleinen Topf. Lasst die Mischung aufkochen, bis sie andickt, rührt dann den braunen Zucker unter und lasst ihn sich auflösen. Was ihr dann habt, ist eine Masse, die sehr stark an Tapetenkleister erinnert – und vermutlich auch als solcher verwendet werden könnte. ;) Stellt den Topf erst einmal beiseite und lasst das Ganze abkühlen.

Pellt den Knoblauch und die Zwiebel, schält den Ingwer und gebt alles zusammen in den Blitzhacker. Diese Zutaten sollen möglichst klein gehackt werden, so dass sie schon fast eine Paste ergeben. Gebt die Masse in eine Schüssel und vermischt sie mit dem *koreanischen Chili-Pulver, edelsüßen Paprikapulver, der Fisch-Sauce und auch mit der kleisterigen Reismehl-Zucker-Wasser-Mischung zu einer Kimchi-Würzpaste.

Kleiner Hinweis nebenbei: Ursprünglich sah das Rezept die gleiche Menge von koreanischem  Chilipulver und edelsüßem Paprikapulver vor! Ich war da ein bisschen skeptisch. Denn ich habe einen Mann, der sehr gern sein Essen übermütig mit soviel Chili würzt, dass es keiner mehr essen kann. Außer er. Deswegen mache ich, als „gebranntes Kind“, beim ersten Versuch auch lieber mal halblang, was die Schärfe angeht und taste mich eher vorsichtig heran. Außerdem ist ja auch jedes Chillipulver ein bisschen anders, so dass man die Menge schlecht pauschalisieren kann, sondern besser für sich selbst herausfindet. Diese Mischung fand ich tatsächlich super. Ordentlich scharf, aber für meinen Geschmack nicht unangenehm.

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Wenn der Chinakohl lange genug durchgezogen ist, könnt ihr ihn gründlich unter fließendem, kalten  {!} Wasser abspülen. Das Salz sollte fast vollständig abgewaschen sein, damit euer Kimchi später nicht übersalzen schmeckt. Lasst den Kohl gut abtropfen – oder aber benutzt einfach kurz eine Salatschleuder, um das überschüssige Wasser los zu werden.

Der Kohl ist jetzt mürbe und schon ein bisschen schlappi. Die Strünke sind jedoch noch gut knackig. Vor dem marinieren habe ich nun die Chinakohl Achtel in ca. 7-8 cm lange Stücke geschnitten. Ihr könnt die Achtel aber auch an einem Stück lassen und später zum Einlegen aufrollen, wenn ihr das lieber mögt.

Wascht und putzt die Frühlingszwiebeln und schneidet sie in feine Ringe. Gebt sie in die vorbereitete Kimchi-Paste und verrührt sie damit. Dann gebt den Chinakohl ebenfalls in die Schüssel mit der Marinade und vermengt den Kohl damit, so dass er überall von der Kimchi-Paste überzogen ist. Das geht am besten, wenn ihr die Paste mit den Händen in den Kohl reibt. Dazu solltet ihr Einweghandschuhe anziehen, denn sonst kann es ordentlich auf der Haut brennen. ;)

Nehmt nun ein großes, blitzsauberes, kochend heiß ausgespültes Weck- oder Einmachglas, um euer selbstgemachtes Kimchi darin einzulegen und zu fermentieren. Füllt die marinierten Chinakohl-Stücke hinein – wenn ihr die Achtel so gelassen habt, rollt sie dafür ein. Achtet darauf, dass das Glas nach dem Befüllen nicht randvoll ist, sondern auch noch ein bisschen Luft nach oben hat. Denn euer Kimchi wird beim Fermentieren noch etwas mehr Flüssigkeit ziehen und soll ja nicht überlaufen.

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Jetzt lasst der Natur ihren Lauf und habt etwas Geduld- euer selbstgemachtes Kimchi braucht Zeit zum Fermentieren.

Lasst euer fest verschlossenes Kimchi-Glas  für 24 Stunden einfach bei Raumtemperatur stehen. Danach zieht es in den Kühlschrank um. Dort lasst ihr es stehen und nach 7-10 Tagen ist euer hausgemachtes Kimchi fertig zum Verzehr und schon verdammt lecker. Es hält sich im Kühlschrank mindestens 2 Monate lang  – wenn es überhaupt solange überlebt. ;)

Wer es lieber mild und nicht ganz so sauer mag, der sollte sein Kimchi ein bisschen schneller aufessen. Denn da die Fermentation im Glas kontinuierlich weiter läuft, wird der eingelegte Chinakohl mit der Zeit immer saurer.

Kimchi  ist das perfekte Wintergemüse und ein echter Immun-Booster. Denn wie unser, ebenfalls fermentiertes, traditionelles Sauerkraut, ist es durch die Milchsäuregärung reich an Vitamin C und mega gesund. Aus der koreanischen Küche ist es in all seinen vielen Variationen nicht wegzudenken. Kimchi wird zu nahezu allen Mahlzeiten serviert, so wie auch der Reis.

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Zuletzt noch ein Buch-Tipp mit tollen Rezepten für koreanisches Kimchi

Auch wenn dieses spezielle Kimchi-Rezept aus diesem Post nicht aus diesem Buch stammt, hätte ich da noch ein wundervolles Kochbuch für euch als Tipp:  *Kimchi – die Seele der koreanischen Küche. Ich habe es mir gekauft, nachdem mein erster Kimchi-Versuch {nämlich dieser hier!} so köstlich gelungen ist, dass ich einfach mehr Inspiration wollte. Dieses Buch mit vielen Familienrezepten gibt einen authentischen Einblick in die koreanische Küche und ihr kulinarisches Herzstück.

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Wer hätte gedacht, dass ich Kimchi selbermachen kann? Ich bin echt begeistert. Es ist lecker, richtig gesund und haltbar. So haltbar muss es aber eigentlich gar nicht sein, denn erste Glas ist schon fast leer, weil ich jeden Abend ein kleines Schüsselchen weg futtere. Kimchi statt Grippe-Imfung… mal sehen, ob ich damit über den Winter komme. ;)

Und was denkt ihr über dieses koreanische Grundnahrungsmittel? Yay oder nay?

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P.S. Dieses Rezept passt übrigens auch ganz wunderbar in Claras neue, monatliche Food-Challenge „Die Gemüse-Expedition“. Schon entdeckt? Da werde ich auf jeden Fall öfter mal mitmachen in diesem Jahr. Allerdings konnte ich mit meinem Chinakohl-Rezept jetzt nicht bis Oktober warten. ;)

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9 Kommentare

  1. Ja, definitiv! Und wenn Dir Kimchi schmeckt, könntest Du als nächstes eingelegte Sesamblätter probieren… davon kann ich nicht genug kriegen…

    Liebe Grüße!
    Mond

    • Jetzt musste ich tatsächlich erst einmal googeln, was das ist! Das werde ich beim nächsten Besuch beim Koreaner auf jeden Fall probieren. ;)

  2. Brigitte
    2

    Hallo Nic
    Habe heute mal die Zutaten eingekauft und am Samstag wird losgelegt. Ich war erst einmal koreanisch essen, aber das war Mega 😋. Die eingelegten Sesamblätter von Mond klingen auch interessant. Oh Hilfe, es gibt soviel zu probieren. Übrigens wie immer wieder tolle Fotos. Die machen richtig Appetit 😋. Schönes Wochenende Brigitte

    • Danke für das Foto-Lob, Brigitte… ich kann dir sagen, Kimchi lecker zu fotografieren ist gar nicht mal so leicht. Haha. Manche Dinge schmecken eben besser, als sie eigentlich aussehen. ;)

      Ich wünsche dir viel Spaß beim Nachmachen und hoffe, dass es dir und deinen Lieben schmeckt. Schönes Wochenende!

  3. Hallo Nic,
    Das sieht super aus….! Das Warten ist so lästig, oder? Himmel, ich könnte mich in deine Fotos reinlegen!
    Kimchi mache ich schon lange selbst und fermentiere seitdem alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Ich halte mich dabei gerne an das vegane Kimchi Rezept aus dem youtube Video von „Mommy Tang“ Mother in Law’s Kimchi. Ich mache es wie sie – ohne Reismehl, sondern püriere Knoblauch, Ingwer und etweder Daikon, Äpfel oder Knollensellerie. Für die Meeresbrise packe ich getrockenes Kelp oder Kombu hinzu. Dann mache ich eine Portion weißes Kimchi (ohne gochu-garu) und eine Portion rotes.
    Den Kohl schneide ich von vornherein klein, salze ihn und besprenkele ihn mit Wasser damit er weich wird.
    Überreifes Kimchi verarbeite ich zu Pfannekuchen oder Kimchi-Fried-Rice. Geil! Ich sachet dir!
    Gros bisou
    Sandra

  4. Bettina
    4

    Hallo Nic,
    ich kannte Kimchi vorher noch überhaupt nicht aber fand es gleich so interessant, dass ich es sofort nachgemacht habe. Genau nach Rezept. Und jetzt steht es seit 8 Tagen im Kühlschrank und es hat sich irgendwie nichts getan…es schmeckt wie am ersten Tag und eher total bitter. Aber nicht schlecht, es ist auch kein Schimmel zu sehen…hast Du irgendeinen Tipp für mich, was ich falsch gemacht haben könnte? Oder muss ich einfach noch warten? Noch habe ich es nicht entsorgt ;-). Auf jeden Fall danke für das Rezept und die Anregung! Ich mag Deinen Blog sehr!
    Liebe Grüße, Bettina

    • Hallo Bettina, danke erst mal für das nette Lob! :)

      Das ist ja dumm gelaufen. Bitter sollte es eigentlich überhaupt nicht schmecken, sondern eher säuerlich und scharf… und immer säuerlicher, je länger es steht, da es ja ein Fermentations-Prozess ist. Ähnlich wie bei unserem Sauerkraut.

      Bist du wirklich sicher, dass alle Zutaten drin sind, die drin sein sollen? Kann es vielleicht sein, dass du doch den Zucker vergessen hast? :/ Ich weiß da sonst echt keinen Rat, was schief gegangen sein könnte. Aber irgendwas stimmt sicherlich nicht, wenn es bitter schmeckt. Hmmmmm. :/

    • Bettina
      4.2

      Hallo,
      danke für Deine Antwort. Hm, ok ;), vielleicht habe ich tatsächlich irgendwas vergessen. Noch steht es im Keller, aber ich denke, das wird nix mehr…aber ich gebe nicht auf, ich werde es einfach nochmal probieren!
      Liebe Grüße!

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