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DIE DINGE im Juni…von Wiedersehensfreude, adipösen Eichhörnchen und dem was wir nicht sehen aber sehen sollten

DIE DINGE im Juni 2020 ... persönlicher Monatsrückblick, Corona Edition | Monatskolumne - Was mich im Mai 2020 glücklich gemacht, beschäftigt, begeistert, inspiriert und auch beängstig und bedrückt hat | Mein Corona Tagebuch | luziapimpinella.vomDen Juni 2020 als turbulent und umwälzend zu bezeichnen, ist eigentlich die Untertreibung des Jahrhunderts. Ich habe mich jetzt schon desöfteren gefragt, wie wir wohl in 10 Jahren auf diese Zeit zurückblicken? Die Optimistin in mir hofft natürlich, dass wir dann sagen „So schlimm es auch war, es war für etwas gut. Es war der Anfang von vielen positiven Veränderungen in der Welt.“

In diesem Sinne gibt es heute mal wieder meinen persönlichen Monatsrückblick in dem alles ein stückweit Platz hat. Das Gute und auch das Schlechte. Meine Kolumne über DIE DINGE, die mich im Vormonat beschäftigt, inspiriert, glücklich gemacht, berührt, amüsiert, oder auch bedrückt und nachdenklich gemacht haben. Ein Haufen persönlicher Senf und echtes Leben eben… so durcheinander, wie es ist.

DIE DINGE im Juni… von Wiedersehensfreude, adipösen Eichhörnchen und dem was wir nicht sehen aber sehen sollten

Die WOHNDOSE – steht inzwischen zur Abholung bereit und wird am Freitag endlich vor unsere Haustür umziehen. Dann kann das Makeover seinen Lauf nehmen und ich kann es kaum erwarten, erste Veränderungen anzugehen. Das ungeschminkte Wohnwagen-VORHER  habe ich euch ja HIER gezeigt. Ich hoffe, ich kann euch in den nächsten Wochen Fortschritte zeigen, die dieses braun-in-braune Interiör in ein fröhliches verwandelt. Stay tuned! Weltmeisterin in Wohndosen-Zubehör und Accessoires kaufen bin ich schon jetzt, obwohl das Ding noch nicht mal da ist.

Das ADIPÖSE EICHHÖRNCHEN – ich habe meinen täglichen Futter-Nachschub am Eichhörnchen-Büffet inzwischen etwas reduziert. Ich fühle mich schuldig, dass unser größtes und vermutlich ältestes Eichhörnchen so langsam eine Molle vor sich herträgt und bei einem Sprung auf das Spielhäuschendach neulich ganz offensichtlich Probleme mit seiner Körperfülle hatte. Ups! Zeit für eine kleine Diät in Hörnchenhausen, glaube ich.

Die ERSTE RADTOUR – mit meinem neuen Lieblingsbike während der Abendsonne, über die Dörfer mit sich wiegenden, blauen Kornblumen am Feldrand… herrlich! Und vorgestern, nach ein paar Besorgungen in der Stadt, auf dem Rückweg bei dem fiesen Regenschauer, eben mal schnell den Motor zuschalten und extraschnell nach Hause düsen… auch schön! Ich gebe mein eBike nicht mehr her, soviel steht jetzt schon fest.

Die BEWEGUNG – Luzie war diesen Monat mit ihren Freund*innen bei #blacklivesmatter Demonstrationen. Ich habe sie mit gemischen Gefühlen gehen gelassen, so inmitten einer Pandemie. Aber erstens kann ich es ihr schlecht verbieten, sie ist 18. Und zweitens bin ich stolz auf sie, dass sie sich leidenschaftlich für Dinge engagiert, die wichtig sind. Und wenn dieses Thema nicht nicht so enorm wichtig ist, auf unser aller täglichen Agenda zu stehen, dann weiß ich auch nicht! Unsere eigener sozialisierter Rassismus ist nämlich etwas, das wir nur selbst abschaffen können… ich schrieb es ja HIER.  Und auch wenn ich hier zwischendurch Trallafiti-Themen poste, lässt mich dieses Thema keineswegs los. Es sollte uns alle nicht mehr loslassen. Falls ihr auch gern einen täglichen Reminder hättet, empfehle ich folgendes…

Das WAS WIR NICHT SEHEN – der Insta-Account @wasihrnichtseht macht sichtbar, was Schwarze Menschen und People of Color in Deutschland an Alltagsrassismus erleben. Ich empfehle euch ein Follow, damit wir nicht mehr wegsehen und weghören, auch dann wenn der Nachhall von #blacklivesmatter in SoMe vielleicht irgendwann wieder leiser wird.

Was ich in den letzten Wochen aber auch ganz viel in Diskussionen gelesen und gehört habe, ist übrigens der ständige Abwehr-, Rechtfertigungs- und Relativierungsreflex, wenn es um Rassismus geht. Dass WIR selbst ein Teil von Rassismus sind, scheint allgemein schwer zu akzeptieren und hinzunehmen zu sein. Wir tun lieber so, als wäre das Ganze ein rechtes Problem. Ist es nicht. Das zeigen schon allen die vielen sinnfreien #alllifematters Argumente und die #ichsehekeinehautfarben Aussagen von uns privilegierten weißen Menschen. So wie auch das „Wir müssen aber doch aber bitte nicht so hart mit uns selbst sein“ und das „Sollen wir jetzt wirklich jedes Wort auf die Goldwaage legen?“… das ganze „Ja, finde ich auch, aber….“. „Für mich sind alle Menschen gleich“. Ich weiß nicht, wie oft ich das in Kommentaren von weißen Menschen in den letzten Wochen gelesen habe. Selbst wenn all diese Aussagen stimmen würden und relevant wären {Spoiler-Alarm…. tun/sind sie nicht!}, ist es eben dennoch so, dass wir in einem rassistischen System leben, dass für eine eine weiße Gesellschaft geschaffen ist. Es privilegiert uns und benachteiligt, unterdrückt und bedroht Schwarze Menschen und People of Color. Dieses System gehört abgeschafft. Punkt.

Das VIELFACHE NEIN – ist etwas, das Blogleser*innen normalerweise nicht sehen können, wenn sie gratis Blog-Inhalte konsumieren. Und obwohl diese ja immer kostenlos und völlig unverbindlich verfügbar sind, gibt es immer mal wieder den Vorwurf, man würde sich in diesem Job völlig wahllos eine goldene Nase verdienen. Ja, das wäre in der Tat schön, ist aber fern der überwiegenden Realität von Freiberuflicher*innen wie mir. Meine Wirklichkeit im Juni sah nämlich {mal wieder} so aus, dass ich Kooperationen im Wert von mehreren Tausend Euro abgelehnt habe, weil sie für mich nicht authentisch gewesen wären. Und weil ich einfach nicht hinter der jeweiligen Werbebotschaft, dem Unternehmen, dem Produkt oder whatever hätte stehen können. Warum ich das erzähle? Einfach, weil es auch mal gesagt werden muss und mit lieben Grüßen an alle Dauernörgler*innen, denen immer überall viiiiiiiiiiel zu viel Werbung zu sehen ist, selbst dann noch, wenn es nicht so ist.

Das DRITTE ALBUM – von unserem Kumpel & Singer-Songwriter Jan Schröder ist fast fertig und er hat im Juni schon mal den ersten Song ausgekoppelt. Und wenn ich euch jetzt „SOWEIT“ an s Herz lege, dann ist das auf jeden Fall gratis Werbung für Freunde! ;)

Das SERIEN-SEELENFUTTER – was gibt es besseres als eine neue Staffel Queer Eye, wenn die Welt da draußen eigentlich ganz schön kacke ist? Man wünscht dieser kaputten Welt tatsächlich von Herzen eine Komplettüberholung durch Jonathan, Antoni, Tan, Bobby und Karamo… bitte! Naja, immerhin gibt diese Serie mir immer den glauben an das Gute zurück und hinterlässt ein warmes Gefühl im Bauch, während ich bei jeder Folge ein paar Taschentücher voll heule. Hach… Wann kommt Staffel 6? Falls ihr auch ein bisschen Seeelenfutter gebrauchen könnt. GUCKEN! {Aber bitte verzichtet auch bei den anderen Staffeln auf die deutsche Synchronisation, die ist grauenvoll. Nehmt lieber Untertitel, wenn ihr Verständnisprobleme beim englischen Original habt}.

Die SPONTANBESUCHE – wir haben uns monatelang penibel an die Kontaktbeschränkungen gehalten.  Und wir tun es auch immer noch. Schließlich wollen wir dazu beitragen, dass dieser Corona-Scheiß möglichst glimpflich ausgeht. Aber der menschliche Nichtkontakt ist schon teilweise schwer auszuhalten, je länger er andauert. Seitdem sich wieder Menschen aus zwei Haushalten treffen durften, haben wir ein paar spontane Grillabende mit befreundeten Paaren auf unserer Terrasse gehabt. Unter der Woche und ganz spontan, weil schönes Wetter war! Mit Abstand und ohne Drücken…. aber mit endlich mal wieder mit einem echten Zusammensein und nicht nur einem Sehen im Video-Chat. Das tat unglaublich gut.

Das WIEDERSEHEN – am letzten Wochenende haben wir dann auch endlich unsere Besties wiedergesehen. Zum ersten Mal seit August 2019!!! Das Wetter meinet es gut mit uns. Wir konnten den ganzen Tag und die halbe Nacht an Sonnis und Eriks gemütlicher Lounge Ecke auf der Terrasse lungern. Zu später Stunde am warm lodernden Feuertisch. Wir haben eine Radtour gemacht, saßen auf einen Kaffee und selbstgebackenen Kuchen vor dem Café Baristina unserer Freundin Tina und hatten eine amtliche Pizza auf dem Marktplatz in Rheine. Alles irgendwie mit Abstand…. aber es war so toll, endlich mal wieder unter liebe Leute zu kommen!

Die GOOD NEWS – es gilt mittlerweile als erwiesen, dass das Tragen von Alltagmasken {auch selbgst gemachten aus Stoff!} eine Ausbreitung des Covid-19 Virus eindämmen. Die selbstgenähten aus Stoff erledigen ihren Schutzjob übrigens besonders gut, wenn sie richtig sitzen, und nicht unterhalb der Nase getragen werden. Meinen lieben Gruß an alle, die lauthals behauptet haben, sie würde sowieso nichts nützen oder wären sogar ganz schlimm schädlich. Und besonders an die, die Angst hatten/haben, dass durch einen Mundnasemaske ihre Hirnzellen absterben können. ;)

Die Corona-App ist da und wir Drei haben sie installiert. Dass viele Menschen sich hierbei um ihren Datenschutz sorgen machen, aber gleichzeitig mit Freude und Arschbombe in jeden x-beliebigen Facebook-Gewinnspiel-Lostopf hüfen, kann ich persönlich nicht nachvollziehen. Eine weitere neue Webseite bietet einen leider notwendigen und sehr sinnvollen Service an… auf Dickstiction können Frauen gegen Testosteron-verwirrte und sexuell übergriffige Absender von Dickpics mal eben fix innerhalb von 60 Sekunden Anzeige erstatten. Es ist überfällig, dass man auf solche Übergriffe mit einem direkten Tritt in die Eier reagiert. Findet ihr sicher auch. Eine Studie beweist übrigens, dass Gegenrede gegen Trolle jeder Art im Internet tatsächlich eineWirkung hat. Also, wenn Hass im Netz verbreitet wird, erhebt eure Stimme und macht Gegenwind.

Was noch Gutes? Supermärkte fangen an, essbare Schutzhüllen für Obst und Gemüse zu testen, um Plastikverpackungen zu vermeiden. Die Anzahl der Green Jobs in Deutschland steigt stetig an. Es gibt ein neues Antibiotikum, dass auch gegen multiresistente Keime wirksam ist. Immer mehr Unternehmen boykottieren Facebook Werbung, verlangen Maßnahmen gegen die Verbreitung von Hassparolen und Falschinformationen auf Social Media. Neuseeland verbietet Treibnetze beim Fischfang. Ich hoffe, die restliche Welt nimmt sich ein Beispiel.

Das ZITAT DES MONATS – von dem ich nicht mehr ganz genau weiß, wo ich es gelesen habe und ob ich es wortgetreu weitergebe… hinter dem ich aber mit meinem ganzem Mutter- und Menschenherz stehe –  „If you can’t accept your child being gay, queer or transgender you better don’t become their parents!“.

Auch wenn der Monat schon vorbei ist, wünsche ich euch 🌈 Happy Pride Month, Peeps!
luzia pimpinella Gruss Macht's hübsch!

 

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4 Comments

  • Reply
    bbdoerr
    1. Juli 2020 at 21:49

    Ich bewundere dich dafür, wie du dir die Zeit nimmst, kurz über den Monat zu reflektieren. Ich denke, in ein paar Jahren wird das ein schöner Rückblick sein. Ich schaffe es gerade mal, ein paar Stichworte in meinen Kalender zu kritzeln – und selbst darauf bin ich schon stolz!

  • Reply
    Jenn
    2. Juli 2020 at 18:12

    Liebe Nic,
    danke für Queer Eye!!! 💙
    Wie konnte das an mir vorbeigehen?! Gleich in der ersten Folge geheult…
    LG, Jenn

  • Reply
    ina whatinaloves.com
    3. Juli 2020 at 13:21

    ich mag deine monatspost so gerne und dieser hier hat wirklich ein paar tolle tipps durch die ich mich gleich ien bisschen klicken werde. deine eichhörnchenstories finde ich auch wahnsinnig süß :D Schade dass man bei uns kaum mehr welche rumspringen sieht.

    Hab einen tollen Juli liebe nic

  • Reply
    Alke
    3. Juli 2020 at 23:51

    na, abgesehen vom dicken Eichhörnchen sind das doch tolle Nachrichten für den Juni.
    Auf Spontanbesuche verzichten wir leider weiterhin, aber sonst.. ja.. das Leben geht immer weiter und wir lernen dazu. und das ist gut und kann, wenn man es will, auch in schlechten Zeiten gut sein.
    Auf die Zukunft und den Optimismus und das schöne Miteinander von allen!

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