FAMILYLIFE MY 2 CENTS

DIE DINGE im Juni… von Glücksmomenten und meiner Pause von Dingen, die mein Herz rasen lassen

DIE DINGE im Juni 2021 - persönlicher Monatsrückblick, Corona Edition | Monatskolumne - Mein Corona Tagebuch | luziapimpinella.vom Ich habe echt gerungen mit diesem Monatsrückblick. Ich hätte ihn fast gar nicht geschrieben. Er ist ja auch spät dran… was nicht primär an meiner aktuellen Zeitnot liegt, sondern daran, dass ich mich im Juni so überwältigt fühlte von emotionalen Höhen und Tiefen. Die Höhen in meinem Privatleben und die Tiefen in der Welt da draußen. Letztere lähmen mich zusehends und ich fühle mich mich im Moment einfach nicht in der Lage noch zu formulieren, was mich da alles so sehr entsetzt. Denn es ist zu viel, obwohl die kleine Aktivistin in mir gerne zu allem ein Statement abgeben möchte. Ich bin aktuell nicht in der Lage dazu.

Ich schrieb in meinen letzten DIE DINGE Monatsrückblicken
„Es sind schwierige Zeiten. Jeder ist auf seine Weise verletzlich, die Haut ist dünn geworden. Das ist einfach so menschlich. Deswegen habe ich beschlossen, dass ich meinen Monatsrückblick ab sofort und bis auf weiteres in Blöcke aufteile. In meine glücklichen Geschichten, meine Aufreger und in alles Sonstige. Ich ermuntere Jede:n, die:der hier gern lesen möchte, einfach zu überspringen, was ihr:ihm vielleicht nicht zu lesen gut tut. Das Positive oder das Negative. Je nachdem, wie ihr euch gerade fühlt. Das verstehe ich nämlich total.“

Ganz ehrlich? Heute möchte ICH das Negative einfach mal ganz schnell überspringen. Als ganz egoistische Seelenhygiene.

Dinge, wie die schäbigen, unverhohlenen Hetzkampagnen von politischen Gegnern und der Wirtschaftslobby gegen Kanzlerinnen-Konkurrentinnen. Die Angst der alten Männer, die so gerne alles beim Alten lassen würden nach der nächsten Wahl – zum eigenen patriarchalen Machterhalt, für kurz gedachten Profit und auf Kosten der Zukunft. Den Ruf eines hart rechten Ex-Verfassungschefs nach einer „Gesinnungsüberprüfung für Journalist:innen“ und das ohrenbetäubende Schweigen seiner Parteikomplizen dazu. Die UEFA, das Superspreading von Delta und konfiszierte Regenbogenfahnen. Den Horror, dass in Würzburg auf offener Straße Frauen erstochen wurden. Dass in Süddeutschland ganze Städte bei Starkregen überschwemmen und im Westen Kanada ganze Dörfer aufgrund von Rekordhitze niederbrennen. Den Golf von Mexiko mit seinem brennende Gasloch in der Nähe einer Ölplattform und das Kaspischen Meer, wo es inzwischen ebenfalls im Meer brennt… und das sind nur ein paar der Ereignisse des letzten Monats, die einen an der Menschheit verzweifeln ließen.

Zu jedem Thema möchte ich eigentlich meinem Weltschmerz, meine Wut und meine Verzweiflung ausführlich in die Tasten kloppen und ganz laut schreien. Ich möchte einen Unterschied machen. Aber ich kann es gerade nicht. Ich fühle mich angesichts all dessen paralysiert und leer. Und ja, ich bekomme in letzter Zeit echtes Herzrasen, wenn ich über all das oder auch nur einen Teil davon nachdenke. Ich brauche eine kleine Verschnaufpause davon, mein arrythmisches Herz tatsächlich auch. Wohl wissend, dass keines dieser Themen eine Pause macht. Deswegen springe ich jetzt ganz bewusst so meinen positiven Momenten. Die sind es nämlich die mich in dieser Zeit aufrecht erhalten.

DIE DINGE im Juni… von Glücksmomenten und von Dingen, die mein Herz im positiven Sinne rasen lassen

Das CAMPINGGLÜCK – das erste in diesem Jahr, war ein ganz wunderbares. Zwischen den Ostsee-Dünen von Prerow auf dem Mecklenburg-Vorpommern’schen Darß haben wir ein paar grandiose Tage gehabt. Die Sonne schien, der Sand war heiß unter den nackten Füßen und wir verbrachten die Tage mit ein bisschen Radfahren, am Strand liegen und Stand-Up Paddeling. Wir hatten untypisch wenig vor und ausnahmsweise mal überhaupt kein „Fomo“ {= fear of missing out = die Angst, etwas zu verpassen}. Einfach mal auftanken nach dem langen Winter und dem schäbigen Frühling, mehr wollten wir gar nicht.

Es ist lustig, wie oft ich jetzt auf Instagram schon nach Tipps für Prerow gefragt wurde. Das ist ja auch immer ein bisschen das Los der Reiseblogger:innen, von denen man glaubt, sie hätten immer einen Plan oder einen Geheimtipp auf Lager. Hatte und habe ich tatsächlich nicht. Auch unser Campingplatz, das Regenbogencamp in Prerow, ist echt keiner, sondern eher ein bekannter Lieblingsplatz von vielen Menschen. Aber natürlich würde ich dennoch gern mal einen Blogpost über undere kleine Auszeit wischen den Dünen schreiben. Denn ein bisschen was haben wir ja doch entdeckt und unternommen.

Und vielleicht frage ich dann vorher mal in meiner Insta-Community nach Tipps und liste sie dann einfach mit auf!? Für euch und auch für uns selbst beim nächsten Besuch. Denn ich bekam unzählige Nachrichten mit „must-sees“ und „must-dos“ während unseres Aufenthalts. Manchmal wissen alle anderen eben besser Bescheid als eine Reiseblogger:in, die ausnahmsweise mal wenig auf der Liste hatte, wo allem keine „musts“. ;)

Das MINI-FAMILIENTREFFEN – Am 1. Juni war der Geburtstag meiner Mutter. Wir hatten uns ewig nicht gesehen und so fuhren Luzie und ich einfach spontan unter der Woche hin, mit diesem Erdbeerkuchen im Gepäck, und am gleichen Tag wieder zurück. Wir verbrachten den Nachmittag mit meiner Mom und meinem Bruder und hatten eine Menge zu erzählen. Meine kleine Mama war gefühlt wieder ein bisschen kleiner geworden und mein Bruder hatte definitiv weniger Haare. Ich hoffe, es vergeht nicht wieder soviel Zeit zwischen unseren Familientreffen, die so lang ist, dass sie sich in Körperzentimetern und Haaranzahl messen lässt.

Die BESTIES – unsere besten Freunde waren im Juni bei uns zu Besuch! Übers Wochenende, so wie früher. Das letzte Mal hatten wir uns zu meinem eher traurigen 50. Geburtstag im Oktober 2020 gesehen. Doch nun war alles anders. Endlich. Fast unbeschwert und einfach nur glücklich. Sie waren nun die ersten Gäste in unserem noch frisch renovierten Gästezimmer. Die ersten Übernachtungsgäste überhaupt seit fast 2 Jahren! Wir wussten schon fast nicht mehr, wie sich das anfühlt… und es tat verdammt gut. Wir aßen, tranken, lachten und chillten im Strand Pauli. Und zum ersten Mal seit langer Zeit fühlte sich das Leben wieder nach Leben an.

Der ZWEITE PIEK – Anfang Juni habe ich meine zweite Impfung bekommen. Wie auch bei der ersten hatte ich ein paar „Nachwehen“ mit Zeitverzögerung. Und dennoch war ich sehr glücklich, sie zu haben. Mein Herz reagiert ja immer sehr auf Infekte und so eben auch wieder auf diesen Pseudo-Infekt in Form einer Impfung und der folgenden Immunantwort. Demnach möchte ich mir tatsächlich nicht vorstellen, wie eine echte Covid-19 Infektion auf meinen Körper und meine Herzarrythmie auswirken würde und ich bin der Wissenschaft dankbar, dass es Impfstoffe gibt. Meine beiden Lieben bekommen ihre zweite Dosis leider erst nach unserem Urlaub. Aber der Termin steht schon fest. Sie werden dann die neuerdings empfohlene Astra-Biontech Kreuzimfung haben.

Übrigens finde ich die Diskussionen über die sich immer mal wieder ändernde Impf-Empfehlungen meist sehr befremdlich. Ich kann nicht ganz verstehen, warum so viele Menschen das als „bedenklich“ ansehen, dass sich Dinge ändern. Das ist unsere erste große Pandemie und natürlich sammelt die Wissenschaft und Medizin jeden Tag neue Erkenntnisse on the go… Ich fänd‘ es eher bedenklich, wenn nach neuen Erkenntnissen die Verfahrensweisen nicht ständig angepasst und optimiert werden würden, um eine bestmögliche Wirkung zu erzielen.

Der GLOTZTIPP – gestern geguckt, heute mein Tipp. Selbst wenn man {spätestens nach dieser EM} mit Fußball nicht viel am Hut hat, war der deutsch-britische Film „Trautmann“ {HIER in der ARD-Mediathek zu finden} sehr sehenswert. Die biografische Geschichte des deutschen Kriegsgefangenen Bert Trautmann, der bei Manchester City zur Torhüterlegende wurde. Eine enorm spannende Lebensgeschichte und auch noch ästhetisch gefilmt. Wir fanden ihn gut! Fun fact… vielleicht erkennt ihr ja Dudley Dursley aus Harry Potter darin wieder?

Bingewatching. Außerdem haben wir vor einer Weile angefangen, zu dritt einen 90er Jahre Serienklassiker zu gucken. Die Nanny! Wer kennt Fran Fine noch? Was können wir uns immer vor Lachen kringeln über die Folgen und glücklicherweise ist diese Serie {im Gegensatz zu vielen anderen alten Serienklassikern) nur an ganz wenigen Stellen „scheiße gealtert“, wie mein Kind immer so schön sagt. Falls ihr auch Fans seid, habt ihr vielleicht auch Spaß an dem The Nanny- Episode 1 „Pandemic Table Read“ des Original-Cast?

Die GOOD NEWS – sie mich immer wieder ein kleines bisschen aufbauen, muss man in der allgegenwärtigen Medienlandschaft ja immer mit der Lupe suchen, aber dennoch gibt es sie. Ich möchte wieder ein paar mit euch Teilen… Es gibt einen Durchbruch in der Krebsforschung – ein neu entwickelter Bluttest kann über 50 Krebsarten im Frühstatium erkennen und so Leben retten. Ein Start-Up hat in den Kanälen von Amsterdam eine Luftblasen-Barriere installiert, um Plastikmüll davon abzuhalten, ins Meer zu gelangen. Japanische Forscher:innen stellen aus Lebensmittenabfällen alternative Baustoffe zu Beton her. Und hier noch ein paar Happy News vom WWF, wenn ihr mögt.

 

Und nun steht unser Sommerurlaub vor der Tür. Luzie hat ihr Abi in der Tasche und wir drei können uns mal volle Pulle hängen lassen. Wie letztes Jahr auch, geht es zum Campen an den Achensee in Tirol. Für größere Reiseexperimente waren wir noch nicht bereit und das ist auch ganz gut so, denn die Pandemie ist leider eben noch nicht vorbei.

Und dennoch… wir können es kaum erwarten.Vielleicht begleitet ihr uns ja wieder ein wenig auf meinem Instagram und in meinen Stories? Ich würde mich freuen. :)

... macht es hübsch! Gruss

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply