DIY Rezepte für selbstgemachtes Peeling – Mikroplastik adé!

DIY Rezepte für selbstgemachtes Peeling | luziapimpinella.com

Ein Segen, dass man frau im Zweifelsfall natürliches Peeling auch selbermachen kann. Das war mein erster Gedanke, als mir neulich vor Augen geführt wurde, dass wir uns schon viel zu oft mit Mikroplastik-Partikeln die Haut geschrubbelt haben. Ganz naiv, ohne darüber Nachzudenken. Vielleicht habt ihr ja mein „Weniger Plastik ist Meer“ Posting gelesen. Seit dieser erschreckenden Erkenntnis hat sich schon einiges geändert hier bei uns zu Hause. Das konventionelle Peeling flog umgehend aus dem Badezimmer und wird fortan nicht mehr gekauft.

Schockierend ist leider auch, in wie vielen Produkten sich außerdem Mikroplastik verbirgt. Eben nicht nur in nur in Gesichts-, Körper- und Duschpeelings, sondern auch in ganz stinknormalen Duschgels und zahlreichen Kosmetikprodukten. Dana, eine liebe Blogleserin, hat mir einen wichtigen und Informativen Link zukommen lassen, den ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. {liebe Dana, Danke nochmal ganz dafür!} Wenn ihr nämlich genauer wissen wollt, welche Kosmetikprodukte Mikroplastik beinhalten, dann könnt ihr euch im BUND Einkaufsratgeber für Mikroplastik informieren. In dieser Produkt-Liste befinden sich leider mehr mikroplastikhaltige Kosmetikartikel als man ahnt.

Kann mir mal jemand sagen, was dieses Zeug in ganz normalem Duschgel zu suchen hat, in Sonnencremes oder in einem Lippenstift? In Babylotionen? What the fuck? {#excusemyfrench}. Noch besser…. in Produkten, die so tun, als wären sie besonders naturverbunden. So musste ich auf der Liste leider auch ein Seesand-Peeling einer Traditions-Kosmetikmarke finden, das ich gerade vor ein paar Tagen in der Drogerie in der Hand hatte. Seesand mit Plastik! Ist ja vielleicht auch kein Wunder, wir haben schließlich schon dafür gesorgt, dass der Seesand der Welt mit diesen Mikroplastikteilchen durchsetzt ist. Au der Tube einer weiteren bekannten Naturkosmetikmarke einer großen deutschen Drogeriekette leuchteten mir ebenfalls knallblaue Kügelchen entgegen. Für mich ist das genau so ein epic fail wie Bio-Gurken, die in Plastikfolie eingeschweißt werden. Unglaublich eigentlich. Am Ende fand ich lediglich ein einziges Peeling-Produkt, das explizit keine Plastikkörnchen enthielt: das „3 in 1 Peeling mit Bio-Minze, Kieselerde & Salicylsäure“ von Lavera. Das durfte mit.

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Aber es gibt ja noch hausgemachte Alternativen und ich hatte euch ja bereits Rezepte für selbstgemachte Peelings versprochen. Voilà!

Meersalz & Olivenöl Peeling

3-4 EL Meersalz {nicht zu grob, sondern eher fein!} + 1 EL natives Olivenöl

Zubereitung: Beide Zutaten verrühren – fertig! Falls die Konsistenz zu flüssig sein sollte, könnt ihr einfach noch ein wenig mehr Meersalz unterrühren.

Olivenöl wurde schon vor hunderten von Jahren zur Hautpflege benutzt und kann auch pur ganz einfach als „Körperlotion“ benutzt werden. Es hat einen hohen Gehalt an Vitamin E und Antioxidantien sowie ungesättigten Fettsäuren, die die Hautalterung verzögern können. Angeblich wirkt Meersalz-Olivenöl-Peeling sogar gegen Cellulite, wenn man der Mischung noch gemahlenen Kaffee oder Buttermilch hinzufügt.

Das Meersalz schmirgelt die Haut auf natürliche Weise glatt und fördert die Durchblutung, was wiederum das Hautbild klar verbessern kann. Das Tochterkind hat dieses Peeling bereits ausprobiert und hat gemeint, ihr Gesicht würde sich danach anfühlen wie ein Kinderpopo. ;)

Ananas Peeling Maske

1 frische Ananas + sonst nichts

Zubereitung: Eine Scheibe Ananas von der dicken Schale befreien. Das Fruchtfleisch {ohne den harten Strunk in der Mitte} mit einen Stabmixer pürieren – schon fertig! Optional könnt ihr auch noch einen EL Honig zur Beruhigung der Haut hinzufügen.

Anwendung: Das Ananaspüree als Gesichtsmaske auftragen. 10-15 Minuten einwirken lassen und danach mit lauwarmen Wasser gründlich abspülen.

Peelings, die auf enzymatischer Basis die Haut von abgestorbenen Zellen befreien sind ja in Kosmetikstudios the last hot shit. So kann man bei der Methode zwar auf die mechanische Schrubbelbehandlung der Haut verzichten, nur, dass die Wirkstoffe bei der Kosmetikerin eben oft chemischer Natur sind. Die Ananas hingegen hat natürlicherweise Enzyme und Fruchtsäuren, die tote Hautzellen ablösen, die Haut glätten und die Poren verfeinern können. Und die Reste dürfen dann sogar aufgegessen werden oder im Smoothie landen! ;)

Zitronen-Zucker-Peeling mit Kokosöl

2 EL Rohzucker + EL Kokosöl + 1 TL frischen Zitronensaft

Zubereitung: Zucker und Kokosöl zu einer pastösen Masse verrühren und dann den Saft der Zitrone unterrühren.

Kokosöl versorgt die Haut mit wertvollen Pflegestoffen und Feuchtigkeit. Außerdem wirkt die darin enthaltene Laurinsäure antibakteriell und entzüdungshemmend. Das macht das Öl zum hilfreichen Mitstreiter gegen Pickelchen und Hautunreinheiten und zum Feuchtigkeits-Booster.

Die Zitronensäure wirkt ebenfalls desinfizierend gegen Bakterien. Wenn man zu sehr empfindlicher Haut neigt, sollte man allerdings bei diesem Peeling-Rezept mit der Fruchtsäure der Zitrone vorsichtig sein. Bei keinen Hautverletzungen kann es zudem unangenehm brennen. Es spricht jedoch absolut nichts dagegen, diese Rezept ohne den Zitronensaft zu verwenden.

Noch ein schneller Peeling-Tipp mit der Zitrusfrucht: wer es gerne ganz simpel und ohne Rührerei hätte, der kann auch eine Bio-Zitrone halbieren, die Schnittfläche in Zucker dippen und damit das Gesicht ohne viel Druck abreiben. Eine Methode für die ganz schnelle Truppe…

Über die Verwendung von Zitronensaft in der Hautpflege gibt es ja sehr geteilte Meinungen. Hier bei uns ist es so, dass das Peeling für mich sehr gut funktioniert, für das Fräulein allerdings nicht. Probiert einfach mal aus, wie ihr damit klar kommt.

Zucker-Olivenöl Peeling mit Honig

3-4 EL Rohzucker + 1 EL natives Olivenöl + 1 TL Honig

Zubereitung: Einfach alle Zutaten zusammenrühren. Falls die Konsistenz zu flüssig sein sollte, könnt ihr einfach noch ein wenig Zucker hinzufügen.

Die positive Wirkung des Olivenöl ist ja allgemein bekannt und ich habe es schon bei der Meersalz-Olivenöl-Peeling weiter oben beschrieben. Alle positiven, heilenden und pflegenden Eigenschaften des Honigs kommen hier noch dazu. Falls ihr zu trockener Haut neigt, solltet ihr diese Peeling-Variante mal ausprobieren.

Ingwer-Kokosöl-Zucker Peeling

3 EL Rohzucker + 1 El Kokosöl + 1 TL fein geriebenen frischen Ingwer

Zubereitung: Das Kokosöl, das ja bei Raumtemperatur halb fest ist, bei geringer Hitze schmelzen lassen und den fein geriebenen Ingwer einrühren. Die Mischung ziehen lassen, so lassen sich angeblich noch mehr positive Wirkstoffe aus der Ingwerwurzel im Öl lösen. Später einfach mit dem Zucker mischen und zu einer pastösen Masse verarbeiten.

Auch dieses Peeling, kann nach der Behandlung noch 10-15 Minuten als Maske auf dem Gesicht gelassen werden, bevor ihr es mit lauwarmen Wasser abspült. Ingwer lindert Entzündungen und fördert die Durchblutung der Haut, womit er eindeutig das Zeug hat, zu einem gesunden, strahlenden Teint beizutragen. Und falls man keine Lust hat, sich Ingwer ins Gesicht zu reiben, dann macht auch das Trinken von Ingwertee von innen schön.

Kaffee-Kokosöl-Peeling

2 EL gemahlenen Kaffee + 1 EL Kokosöl

Zubereitung: Beide Zutaten einfach verrühren – easy peasy!

Kaffee ist reich an Antioxidantien und kann gegen freie Radikale wirken, die Zellschädigungen und somit Hautalterung und Krebs verursachen. Das Koffein regt außerdem die Durchblutung und angeblich sogar die Produktion von Collagen an. Anti-Aging auf natürliche Weise! Das scheinen ziemlich gute Gründe, um sich Kaffee ins Gesicht zu schmieren und wie ein Honk auszusehen, oder?

Dieses Peeling kann man auch nach der Behandlung noch 10-15 Minuten als Maske auf dem Gesicht einwirken lassen. Quasi als extra Koffein-Boost für die Haut! Zudem sagt man Kaffee nach, er könne gegen Cellulite wirken. Diese Mischung ist also nicht nur für das Gesicht empfehlenswert, sondern auch für Hintern und Oberschenkel. Allerdings hinterlässt sie zugegebenermaßen in der Dusche eine ordentlich Schweinerei. ;)

Peeling mit Backpulver oder Natron gegen Hautunreinheiten

2 EL Backpulver oder Natron + 1 TL Kokosöl + 3 Tropfen Teebaumöl oder aber 2 EL Backpulver oder Natron + 1 TL Honig+ 1 TL natives Olivenöl

Zubereitung: Alle Zutaten miteinander verrühren und zu einer halbfesten Paste verarbeiten. Fertig!

Natriumhydrogencarbonat ist ja quasi ein Allround-Wundermittel im Haushalt. Man kann damit nicht nur den Kuchen schön fluffig machen, sondern auch Badezimmerfugen und Turnschuhe wieder blitzweiß schrubben… um nur ein paar der vielen Talente zu nennen.

Für die kosmetische Verwendung von Backpulver, sollte man auf eine reinere Form zurückgreifen, da der Backzutat doch häufig noch Zitronensäure beigesetzt ist. Man kann reines Natriumhydrogencarbonat in der Apotheke kaufen oder auch „Natron“, z.B. unter dem Namen Bullrich Salz oder Kaiser Natron. Das Pulver hat einen reinigenden Effekt, reguliert den PH-Wert der Haut, desinfiziert und kann Pickelchen austrocknen. Nach der Anwendung ist es allerdings besonders wichtig eine Feuchtigkeitspflege aufzutragen. Der Zusatz von Teebaumöl verstärkt die Anti-Pickel-Wirkung im ersten Rezept noch. Denn es wirkt stark entzündungshemmend und desinfizierend.

Haferflocken-Honig-Peeling

2 EL Haferflocken + 1 EL Honig + 1 EL Kokosöl {wahlweise auch Mandelöl oder Olivenöl}

Zubereitung: Alle Zutaten in einem Küchenzerkleinerer füllen und kurz gemeinsam pürieren, so dass die Haferflocken klein geschrotet werden und eine zähflüssige, halbfeste Masse entsteht. Auch diese Mischung kann zusätzlich als Gesichtsmaske genutzt werden.

Haferflocken haben antioxidative Wirkstoffe, die der Haut zugute kommen, Honig wirkt beruhigend und desinfizierend. Und die positiven Eigenschaften von Kokosöl habe ich ja bereits erwähnt. Trockene Haut wird mit diesem Peeling reichhaltig gepflegt. Irritationen, Entzündungen und Pickelprobleme können gelindert werden. Diese Peeling-Maske eignet sich sicherlich ganz besonders im Winter, wenn die Haut durch die Heizungsluft trocken und leicht gereizt ist.

Peeling mit grünem Tee und Honig

3 EL Rohzucker 1 EL Honig + 1 EL Kokosöl + 1 Beutel grünen Tee

Zubereitung: alle Zutaten miteinander verrühren, so dass eine pastöse Mischung entsteht. Das Grüntee-Peeling ist ebenfalls als Gesichtsmaske verwendbar.

Grüner Tee macht nicht nur nachweislich von innen schön. Durch seine Fähigkeit, die Zellen vor freien Radikale zu schützen, sagt man dem Grüntee auch äußerlich angewendet einen Anti-Aging-Effekt nach. Nach einem ausgiebigen Sonnenbad kann er der Hautalterung entgegenwirken und die sonnenstrapazierte Haut beruhigen. Das im Tee enthaltene Koffein entwässert und strafft zudem. Hört sich an, als hätte diese Mischung das Zeug zur Lieblings-Peeling-Maske für den Sommer!

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Alle Mixturen werden in sanften kreisenden Bewegungen im Gesicht aufgetragen, um einen Peeling Effekt zu erzielen und die Haut von toten Hautschüppchen zu befreien. Dabei solltet ihr nicht zu viel Druck ausüben und nicht wie wild rubbeln, denn das kann die Haut dann leider reizen. Nach allen Peeling-Behandlungen empfiehlt es ich übrigens, eine leichte Feuchtigkeitspflege auszutragen. Außerdem solltet ihr bei diesen Peeling-Rezepten natürlich darauf achten, Zutaten in Bio-Qualität zu kaufen. Ferner solltet ihr unbedingt mit sauberen Utensilien arbeiten. Aber das versteht sich sicherlich von selbst.

Die hausgemachten Peelings solltet ihr am besten im Kühlschrank aufbewahren. Ich habe noch keine Erkenntnisse über die Haltbarkeit gewonnen, denn ich habe die Mischungen bisher nur zum Test und nicht in rauen Mengen Peelings hergestellt. Aber meine berufliche Laborerfahrung aus einem früheren Leben sagt mir, dass die Mischungen sich in einem verschlossenen Glas sicherlich 2 Wochen halten, wenn sie gekühlt werden.

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Und ihr Lieben, noch folgende Info zur Kenntnisnahme… das hier ist keine wissenschaftliche Wirkstoffstudie und ich keine Dermatologin. habe hier ein paar tolle Ideen zusammen gestellt, ohne irgendwelche medizinischen und kosmetischen Universalweisheiten proklamieren zu wollen. Einige der Rezepte habe ich schon ausprobiert, andere nicht. Was für einen selbst am besten wirkt hängt von vielen Faktoren ab, wie die eigene Hausbeschaffenheit, individuelle Empfindlichkeiten und so vieles mehr. Also gilt hier einfach… probieren geht über studieren. Schaut einfach, was für euch und eure Gesichtshaut funktioniert, was sich gut anfühlt und was den gewünschten Effekt bringt.

Peelings selbst zu machen ist ein aktiver Beitrag zum Umwelt- und Meeresschutz. Vielleicht tut ihr es ja längst. Vielleicht probiert es jetzt zum ersten Mal aus. Ich würde mich freuen. Und falls ihr eigene DIY-Geheimrezepte für ein natürliches Gesichtspeeling in petto habt… immer gern her damit!

luzia pimpinella Machts Huebsch Gruss

P.S. Ich möchte auch noch einmal ganz fett Danke sagen für euer wirklich überdurchschnittliches Interesse an meinem „Weniger Plastik ist Meer“ Artikel vom Montag und dem Thema, wie man Plastikmüll im Alltag vermeiden kann. Danke auch für die weiteren wertvollen Tipps in den Kommentaren. Vielleicht werden wir einzelnen so nicht die Welt retten, aber es ist immer der richtige Weg, irgendetwas zu tun.

3 Kommentare

  1. Nina Schrader
    2

    Wow toller Artikel, so habe ich das noch garnicht gesehen! Viele Grüße aus Berlin!

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