foodwatch | goldener windbeutel 2013

als blogger hat man mittlwerweile eine menge pressemitteilungen in der mailbox. heute möchte ich tatsächlich mal eine information mit euch teilen, weil sie mir selbst sehr am herzen liegt. dass uns die nahrungsmittel-industrie aus profitgier einen haufen essensmist unterjubelt, ist nichts neues. wer, wie ich, neulich den spiegel-titel über die SUCHTMACHER gelesen hat, dem war spätestens nach dieser lektüre so richtig schlecht. ich bin wirklich keine heilige beim einkaufen, aber ich bemühe mich, halbwegs gesunde sachen mit nach hause zu bringen. ich koche selbst, möglichst ohne irgendwelche fertigprodukte zu verwenden. klar gibt es hier ab und an auch mal was verdammt ungesundes, aber oft schaudert es mich trotzdem, was ich da alles in den regalen und vor allem in den einfaufwagen der menschen sehe. bei den kindern fängt das ganze an… logisch, die sind ja leicht zu beeinflussen und stehen nunmal auf süßen, bunten, fettigen kram. haarsträubend dann, was und die werbung über diese kinderprodukte vorgaukeln möchte.
für die dreistesen und perfidesten werbemarketing für kinderlebensmittel verleiht FOODWATCH jedes jahr den GOLDENEN WINDBEUTEL. diese organisation kämpft für mehr bewusstsein und setzt sich für die rechte der verbraucher auf vernünftiges essen ein. eine sache, die ich mit diesem posting sehr gern unterstütze. ich hoffe, ihr seid mit eurer stimme dabei, denn FOODWATCH sagt… 
„Kinder sind die Zielscheibe der perfidesten Webestrategien von Lebensmittelherstellern“ – so erklärt Oliver Huizinga, Experte für Lebensmittelwerbung bei der Verbraucherorganisation foodwatch, die Themensetzung der Online-Wahl. „Mit allen Mitteln versuchen die Unternehmen, den Einfluss der Eltern zu umgehen und Kinder für jene Produkte anzufixen, die die höchsten Gewinnmargen versprechen – und das sind nun einmal Süßigkeiten und Snacks.“

Für den Goldenen Windbeutel 2013 hat foodwatch fünf Produkte nominiert:
1. Capri-Sonne von Wild/SiSi-Werke, nominiert für Schul-Marketing und Sport-Schwindel: Für die Wasser-Zucker-Aroma-Mixtur mit ein bisschen Fruchtsaft setzt Hersteller Wild auf die Nähe zum Sport: Er spricht Kinder bei gesponserten Sport-Events an, vergibt ein eigenes Schwimmabzeichen. Außerdem verbreitet Capri-Sonne Unterrichtsmaterial mit Markenlogo und Lernaufgaben zum Produkt – indirekte Werbung an den Eltern vorbei.
2. Monster-Backe Knister von Ehrmann für die Vermarktung überzuckerter Produkte als Spielzeug: Der Hersteller setzt alles daran, überzuckerte Produkte als Spielzeug zu vermarkten. Bei all den Knister-, Blubber- oder Zunge-Färb-Applikationen gerät schnell in Vergessenheit, dass der „Fun- und Action-Joghurt“ mit acht Stück Würfelzucker pro 135-Gramm-Becher ganz einfach eine Süßigkeit ist.
3. Pom-Bär von Funnyfrisch für ein Paradebeispiel scheinheiliger Werbebeschränkungen: Der Hersteller hat sich eine Selbstbeschränkung für „verantwortungsvolles Marketing“ auferlegt, die Werbung an Kinder unter 12 Jahren grundsätzlich ausschließt. Außer, wenn die Produkte besondere Nährwert-Eigenschaften erfüllen. Diese Hürde überspringt nach funnyfrischs kreativer Definition aber selbst der fettig-salzige Pom-Bär-Snack (2,5 Prozent Salz, 28 Prozent Fett – und damit mehr als fünf Mal so salzig und doppelt so fettig wie Pommes frites von McDonald’s). Der wird mal eben als „kindgerecht“ umgedeutet – und kräftig weiter direkt an Kinder beworben.
4. Nestlé Kosmostars für Zucker-Kleinrechen-Tricks: Laut Nestlé ein „vollwertiger Start in den Tag“ mit „Vollkorngarantie“ – in Wahrheit schlicht eine Süßigkeit. „Weniger als 9 Gramm Zucker pro Portion“, wirbt Nestlé für seine Kinder-Frühstücksflocken – rechnet die „Portion“ aber auf gerade einmal 30 Gramm klein. Tatsächlich stecken 25 Prozent Zucker in den Kosmostars, mehr zum Beispiel als in Butterkeksen. Das stolz verkündete Zuckerreduktionsprogramm brachte nur eine Verbesserung von sehr viel zu viel auf viel zu viel.
5. Paula von Dr. Oetker für digitalen Kinderfang: Für den „Kuhflecken“-Pudding (mit 13 Prozent Zucker – mehr als in Dr. Oetkers Schokopudding) schlägt der Hersteller eine wahre Materialschlacht: Von Klingeltönen über eine iPhone-App bis Online-Karaoke zum Auswendiglernen des Paula-Kinder-Raps aus dem Werbespot. Höhepunkt: Internetspiele wie die „Flecken-Jagd“, bei der virtuelle Paulas so viele Puddings wie möglich einsammeln sollen. Zur Erinnerung: Kinder essen bereits doppelt so viele Süßigkeiten wie von Ernährungsexperten empfohlen.
bis zum 15. mai könnte ihr EURE stimme zur wahl des GOLDENEN WINDBEUTEL abgeben, und zwar HIER. ich hoffe, dass möglichst viele mitmachen und  dass ihr die foodwatch-infos teilt. nur wenn WIR unser bewusstsein und unser kaufverhalten ändern, werden wir etwas bewegen und die nahrungsmittel-industrie zum umdenken zwingen können. DANKE euch.
dear international readers. i
ask for your understanding that today’s posting is mostely in german.
foodwatch is a euopean organisation {founded by the german former
greenpeace director THILO BODE, read more about foodwatch HERE}
that fights for a customers right for good food against the
profit-greedy practices of food indusrty. every year it awards the most
delusive german advertising for actually kids junk-food  with the
„GOLDEN CREAM PUFF“ {german : goldener windbeutel}. the voting will be open for everyone until may 15th.
today i write about this topic, because i really believe that only
awareness and refusing to buy such products will change what we’ll be
eating in the future. it starts with the kids… 

25 Kommentare

  1. nieder mit dem Nestlédreckszeug…die andern sind zwar auch nicht besser, nur haben sie wohl nicht soviel Macht!
    Lieben Gruß, Elke

  2. Lustig, hatte ich doch heute Morgen zwischen Tür und Angel auch schnell mal abgestimmt und dabei noch gedacht, man müsste das unbedingt mal posten…schön dass Du es gemacht hast – Du erreichst ja auch viiiiiiiel mehr Leute ;)

    Liebe Grüße,
    Nicole

  3. Da kann ich mich gar nicht entscheiden, ist alles eklig! Ich kämpfe hier jeden Tag an der Bio-Vollkorn-Vollwert-Gesundfront. Bei meinen Männern würde auch das eine oder andere Produkt vom Dr. oder Nestle im Einkaufskorb landen!
    Danke fürs posten!
    GGGLG
    Claudi,
    PS: heute gibt's "Deinen" Gurkensalat, nachdem es am Wochenende schon "Deinen" Tomatensalat gab!!!!

  4. hab eben auch mit abgestimmt, wobei ja eigentlich alle den Windbeutel verdient haben – im Prinzip spricht ja nichts gegen was Süßes, aber dann bitte nicht deklariert als gesund und fit-machend, sondern als das was es ist: eine Kalorienbombe.

  5. Toll, dass du hier einen solchen Post veröffentlichst und darauf aufmerksam machst! Ich werde auch sofort meine Stimme abgeben, bin mir aber noch nicht so sicher, wem ich sie geben sollte. Ich persönlich finde ja Capri-Sonne und Nestlé-Produkte am schlimmsten, obwohl ich gerade auch bei den Pom-Bären ziemlich geschockt bin (die ich leider selbst gern mal esse :/ )!
    Liebe Grüße!

  6. Danke!

    Wir Kunden haben die große Macht unser geld für andere Dinge auszugeben!
    Wenn die Produkte im Regal liegen bleiben, werden die Hersteller schon was merken!
    So ein Goldener Windbeutel geht denen doch am Po vorbei!

    Und JA! ich finde es verdammt gut, dass es den "Goldener Windbeutel" gibt!!!

  7. Habe auch schon abgestimmt… es ist echt erschreckend was da einem so untergemogelt wird. Wir Erwachsene können mit (hoffentlich viel) Verstand dagegen ankommen, aber Kinder fallen ja auf die Werbeversprechen ein… schlimm…
    Ung JA, bei uns gibt es auch Süsses, aber in Maßen… ganz ohne Zucker kann der Mensch ja auch nicht.
    Liebe Grüße
    Natalja

  8. danke für die info!!! hätte ich nicht gedacht…zumal ich das zeug ja auch gern mag!!! und da wundert man sich über die speckröllchen!!! lg

  9. Liebe Nic,

    ich habe schon ganz lange die Foodwatch-FB-Seite abonniert, obwohl ich nicht in Deutschland lebe, und es ist echt zum K***en, was uns die Lebensmittelindustrie unterjubelt. Deswegen ist es für mich ganz wichtig, keine Fertiggerichte zu kaufen.

    LG

    Rebekka

  10. Lest einmal "Die Suppe lügt". Der Titel ist zwar nicht mehr taufrisch, aber ungebrochen aktuell. Danach schmeckt kein Erdbeerjoghurt mehr…

  11. Für mich eindeutig auf Platz 1: Nestlé Kosmostars. Hier werden nicht (nur) Kinder verleitet (was wirklich schlimm genug ist, aber da können ja theoretisch noch Eltern eingreifen), sondern werden auch Eltern verdummbrazzelt, außerdem ist diese Kleinrechnerei der Portionen, um Angaben geschönt darstellen zu können und Werben mit "Vollkorn" für mich vorsätzliche Täuschung – worauf ich ganz böse reagiere.
    Ich gebe zu, dass ich bei dem Thema auch ein bisschen übersensibel reagiere, denn allzu oft habe ich das Gefühl, selbst mein Erwachsenenumfeld kennt sich nicht besonders gut auf. Ist allerdings auch wirklich nervig, dass man sich heutzutage da als halbe Biochemikerin beweisen muss um zu erkennen, was noch "gesund" ist. 35 Jahre war ich mit strotzender Gesundheit gesegnet, jetzt hauen die Lebensmittelunverträglichkeitne auf mich ein – vermutlich aufgrund viel zu vieler blöder Zusatzstoffe etc im Essen. Bin sauer deswegen, jawohl. Grüne Kühe auf die Weiden! Öh, oder so ähnlich. Hugh! :)

  12. sonja
    14

    Super das Du darauf aufmerksam machst – foodwatch ist Klasse! Da schäme ich mich gleich mal das ich in der Werbung arbeite…
    Knutschi
    Sonja

  13. Ich habe gerade abgestimmt. Schade, dass nicht alle Nominierten eine solche Auszeichnung bekommen können. Vielen Dank, dass du diesen Post herausgebracht hast!

    Herzliche Grüße
    Martina

  14. Vielen Dank für dieses Posting! Ich hatte heute mittag auch schon einen Bericht darüber gelesen, schon traurig. Neben den Aktionen, wie Foodwatch sie betreibt, ist es aber auch sehr wichtig, dass Kinder insbesondere bei Fernsehwerbung ganz viel Unterstützung und Aufklärung erhalten sollten, da genau hier aufgrund von mangelndem Fernsehverständnis etc. ein großes Problem liegt, das die Werbeindustrie ausnutzt. Ich habe mal eine Untersuchung zu einer ähnlichen Sache bzgl. Fernsehwerbung und Kinder durchgeführt, und die Gespräche mit den Kindern waren echt "spannend"…
    LG Kathrin

  15. Eindeutig Nestle!
    Wir gucken nur online TV , da gibts keine Werbung für diesen Mist und somit gibts auch keine Betteleien darum.
    Mein Sohn eckt immer wieder an, weil er weder Cola, noch Fanta u d andere Süssgetränke mag. Er bestellt seit Jahren immer nur Wasser direkt ab Hahn.
    Ich habe kürzlich das Buch "die Ernährungsfalle" gelesen, was mich stark beeindruckt hat. Wir ernähren uns zwar, verhungern aber eigentlich trotzdem. Aber die Industrie weiss ja eh, was am besten für uns zu sein scheint…

  16. Vielen Dank für die Infos. Den Stern-Artikel haben wir auch gelesen und ich bin immer wieder froh, dass wir gaaaaanz selten für diese Lebensmittel schwach werden. Eine Frechheit dass die Werbung direkt auf die Kinder zielt. Werde auch abstimmen.
    Liebe Grüße
    Petra

  17. Ganz wichtiges Thema, habe heute auch darüber geschrieben. So ein Zufall. Aber gibt ja auch nen aktuellen Anlass, der goldene Windbeutel! Schon alleine die Idee für diesen Preis finde ich grandios.
    Ein schönes Wochenende wünscht Dir
    Katrin

  18. Ich finde, das kann man gar nicht oft genug an die große Glocke hängen. Was da abgeht in der Lebensmittelbranche und wie die Verbraucher veräppelt werden, geht mir schon ewig auf den Geist. " deckt den täglichen Bedarf an Milch " wird dann in Zusammenhang mit Kinderriegeln geworben. Da Krieg ich die Krise…. Und dann wundern sich alle über dicke Kinder und schlechte Zähne. Ich vote auf jeden Fall, obwohl ich mich gar nicht entscheiden kann bei den vorgeschlagenen Produkten für die Tonne.
    Danke fürs Teilen und lieben Gruß,
    Bine

  19. Klasse Aktion! Ich habe auch den Spiegelartikel gelesen, es ist wirklich gruselig, was uns da untergejubelt wird. Ich bin nur froh, daß wir keinen Fernseher haben und die Werbung soweit wie möglich ausblenden können, kann ich nur empfehlen!

  20. Gevotet ist und die Idee von MiriD deinen Artikel in die Blogwelt raus zutrgaen gefiel mir so gut das sie mal gleich abgekupfert wurde !!!
    Danke für den tollen Bericht in seiner Ausführlichkeit und die Mühe die du dir damit gegeben hast.
    Wie einige so denke ich auch das eine Auszeichnung wie der Windbeutel Firmen am A*** vorbeigeht …. wenn wir Verbraucher aber die Produkte links liegen lassen, dann wirds schon anders !!!
    LG hellerlittle

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