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DIE DINGE im Februar… von der unerträglichen Gleichzeitigkeit der Dinge

DIE DINGE im Februar 2022 - persönlicher Monatsrückblick - Corona Edition | Monatskolumne - Corona Tagebuch | luziapimpinella.comAls dieses Selbstportrait im Februar entstand, war für mich ein glücklicher Tag, von denen es im Moment nicht ständig welche gibt. Ich freute mich wie Bolle, dass ich das erste Mal seit Jahren ein Kleidungsstück für mich genäht hatte – diese lila Hose. Mein Kind hatte den 5 Jahre herbeigewünschten Tattoo-Termin und kam glücklich mit ihrer frisch gestochenen Körperkunst nach Hause. Ich konnte das Lächeln nicht aus dem Gesicht bekommen, weil auch Lu im Moment wenig hat, über das sie sich von Herzen freut.

Und am nächsten Morgen wachten wir alle in einer Welt auf, in dem ein weiterer sinnloser Krieg tobt. Fassungslos. Sprachlos. Ausgelöst durch den Größenwahn und die Skrupellosigkeit eines wieder mal alten Mannes, der lieber in der Vergangenheit lebt als die Zukunft zu gestalten. Der Wahnsinn hat an diesem Tag den Namen P*tin und all sein Tun macht deutlich, dass er vor allem eins ist… ein gewissenloser Mann, der Angst vor Bedeutungslosigkeit hat und der denkt, dass uneingeschränkte Macht wichtiger ist, als sämtliche menschliche Tugenden, inklusive Mitgefühl und Liebe. Ein Diktator, der höchstwahrscheinlich seiner eigenen Propaganda zum Opfer gefallen ist und der in der Echokammer seiner selbst inszenierten Parallelwirklichkeit lebt… Und der nun als Resultat seiner Selbstverblendung zerstörerisch über alles hinweg wütet. Über unzählige Menschenleben, über Freiheit, Demokratie und alle Regeln und Werte des menschlichen Zusammenlebens. Denn das macht ihm am meisten Angst – frei denkende Menschen, die es bevorzugen, in einer demokratischen Gesellschaft zu leben. Was nur, wenn diese Form von Freiheit nach Russland überschwappt? Nicht auszuhalten für sein Autokraten-Hirn! Hätte er doch dann seine armselige Existenzberechtigung verloren, die auf Unterdrückung basiert.

Mögen seine Lügen und seine Verbrechen an der Menschlichkeit ihn für den Rest seines Lebens verfolgen wie in einem Hieronymus Bosch Gemälde. Und möge die freie Welt weiterhin an der Seite der mutigen und tapferen Ukrainer*innen stehen, die nicht nur für ihr eigenes Land  und Leben kämpfen, sondern für uns alle, die wir in Europa in Freiheit und Demokratie leben.

Ich habe lange überlegt, wie und ob ich meinen Monatsrückblick DIE DINGE, den ich nun seit Jahren wie ein Tagebuch hier auf dem Blog veröffentliche, überhaupt in diesen Zeiten schreiben kann.

Normalerweise erscheint mein Blogpost aus dieser Rubrik ja immer am letzten des Monats oder am ersten des neuen. Aber angesichts der Geschehnisse war es mir wichtiger, etwas zum Ukrainekrieg zu schreiben, der meinen Kopf nach wie vor Tag und Nacht beschäftigt: #standwithukraine, denn NICHTS tun ist eben auch keine Option – 7 Dinge, die Jede*r tun kann, um der Ukraine zu helfen. Und nun ist schon der 17. März und ich ringe immer noch mit meinem… unserem Februar als Familie. Die Gleichzeitigkeit der Dinge ist etwas, das fast alle von uns seit nunmehr über drei Wochen Krieg in der Ukraine umtreibt. Ich fand mich in dem Instgram-Post von Celsy @die.drahtseiltaenzerin, der genau dies sehr treffend beschreibt, so sehr wieder. Ihr vermutlich auch.

Das eigene Leben kommt einem so banal und privilegiert vor. Während gleichzeitig Menschen, die für ihre Freiheit und ihre Demokratie, die wir hier für selbstverständlich hatten, von heute auf morgen kämpfen und sogar mit ihrem Leben bezahlen müssen. Während wir in unseren muckeligen Heimen der Frühling einkehrt, haben die Menschen in der Ukraine teilweise kein Zuhause mehr. Während wir über den Sommerurlaub nachdenken, flüchten Menschen mit nur einem Koffer in ein fremdes Land und wissen nicht, wie ihre Zukunft aussieht. Diese Parallelität ist da, und sie ist wie ein Faustschlag ins Gesicht. Sie war auch schon immer da, nur können wir sie gerade nicht mehr so gut verdrängen.

Aber genau die Banalität unseres eigenen Alltags, die kleinen und großen Freuden dazwischen und die glücklichen Momente haben eben dennoch eine Daseinsberechtigung. Denn sie sind unser Leben. Sie hören nicht auf zu existieren. Sie halten uns am Laufen… auch nach 2 Jahren Pandemie und während der nun wieder höchsten Inzidenz ever. Sie sind notwenig, und die eigene mentale Gesundheit aufrecht zu erhalten. Und sie sind auch okay, denn wir hören nunmal nicht auf zu Leben. Die Zeit steht nicht still. Und auch, wenn uns dieser Tage weniger zum Lachen zumute ist, sollten wir auch damit nicht aufhören. Denn auch das ist es, was uns menschlich macht. Und deswegen habe ich beschlossen, dass all das Gute und Schöne, dass mein Leben ausmacht, hier eben auch weiterhin einen Platz hat und haben darf.

Denn wenn ich eins in den letzten 3 Wochen gelernt habe, ist es, dass das Leben fragil ist und gute Momente schnell etwas sein können, was der Vergangenheit angehört und nicht nachgeholt werden kann. Dafür, dass wir als Familie diese Momente haben dürfen, bin ich sehr dankbar. Auch wenn das zerrissene Gefühl bleibt… ebenfalls in jedem Moment.

DIE DINGE im Februar 2022 - persönlicher Monatsrückblick - Corona Edition | Monatskolumne - Corona Tagebuch | luziapimpinella.comDIE DINGE im Februar… von der unerträglichen Gleichzeitigkeit der Dinge. Mein Monatsrückblick für den Februar. 

Das ZITAT… Und weil es so ist, wie ich oben schrieb, möchte ich meine DINGE im Fabruar mit einem Zitat beginnen, dass ich bei vor ein paar Tagen bei Adam J. Kurtz @adamjk geselen habe: “You are an amazing & emotional person who feels feelings. This can be annoying sometimes but it’s also your secret power. Keep being human.”

Das CORONA-SOUVENIR… Tja, es war soweit. Und ich schrieb noch in meinem Monatsrückblick für den Januar ein paar Tage DAVOR, dass ich fürchtete, dass es uns irgendwann alle mal erwischt. Denn die Einschläge kamen schon deutlich näher. Und dann BÄM!

Stephan und seine Freunde hatten sehr lange hin und her überlegt. Bis zur letzten Minute eigentlich. Überlegt, ob sie nun in den gemeinsamen Februar-Skiurlaub fahren sollten, den sie früher immer um diese Zeit gemacht haben und der letztes Jahr natürlich ausgefallen war. 2020 waren sie im Februar noch in Ischgl gewesen… gerade mal eine Woche, bevor wir ALLE erfuhren, was ein Coronavirus ist. Damals war es gut gegangen, obwohl der Virus schon längst heimlich und unerkannt grassierte. Wahrscheinlich auch, weil Stephan und seine Kumpels sowieso nicht die größten Après-Ski Hasen sind, hatten sie damals reines Glück.

Sie entschlossen nun, in 2022, doch zu fahren. Andere tun das ja auch die ganze Zeit!? Sie würden maximal vorsichtig sein. Zwischen anderen Menschen nur mit Maske, in Warteschlangen, im Lift, in der Gondel. Essen und trinken nur draußen an der frischen Luft oder eben in der eigenen Ferienwohnung, ganz unter sich. Jeden Tag testen außerdem. Aber aller Umsicht zum Trotz war am letzten Tag war Stephans Test dann positiv. Wo er sich unter diesen Bedingungen angesteckt hat, wird ein Rätsel bleiben. Ein Freund würde einen Tag später positiv sein. Die beiden anderen nicht, trotz engen Kontakts untereinander.

Mein Mann kehrte also aus dem Skiurlaub mit einem Omikron-Souvenir zurück und ging nicht über das heimische “Los”, sondern direkt in den Isolierkeller. Mit kurzer Begrüßung mit Maske durch die Glasscheibe unseres Bullauges in der Küchentür. Was sich jetzt vielleicht kellermäßig gruselig anhört, ist in Wahrheit unser Wohn-Souterrain. Der große und frisch renovierte Raum, der ihm täglich als Home Office dient und uns als Gästezimmer. Mit großem, gemütlichem Bett und allem Pipapo. Zudem hatte er das Gästebad im Erdgeschoss für sich, inklusive Dusche. Das war ein sehr großer Quarantäne-Luxus muss man sagen und es hatte den Vorteil, dass wir uns wirklich voneinander fern halten konnten, damit Lu und ich uns nicht anstecken. Kontakt hatten wir nur durch besagte Bullaugen-Glasscheibe in der Küche. Das waren zwar schon auch beklemmende und traurige Momente, aber es gibt definitiv Schlimmeres. Wir sind ja schon groß.

Glücklicherweise hatte er dann während der Covid19-Erkrankung, dank 3-fach Impfung, nur überschaubare Erkältungssymptome. Was uns wiederum sehr erleichterte und froh machte. Und nach 11 Tagen mit erstklassigem Zimmerservice waren dann auch die Tests wieder negativ und fast alles überstanden. Endlich wieder knuddeln und knutschen. Endlich wieder normales Familienleben – ohne Quarantäne. Alles nochmal gut gegangen.

Das STORNO… wieder mal. Nach dieser Erfahrung mit dem “vorsichtig sein im Urlaub” haben wir dann übrigens den Familien-Winterurlaub in Österreich storniert, der eigentlich für Anfang März gebucht war. Schweren Herzens, denn wir hatten uns sehr darauf gefreut. Und wir haben es inzwischen auch schon ein paar Mal bereut… trotz aller Vernunft oder vielleicht gerade wegen ihr… wer weiß das schon noch so genau? Ja ich gestehe, es schmerzt schon, wenn ich dieser Tage auf Insta in Fotos und Stories Menschen im Skiurlaub sehe. Auch wenn ich es allen von Herzen gönne.

Zwei Wochen nach dem Storno des Winterurlaubs haben wir dann aus Sehnsucht und aufgrund eines akuten “Zuhause-Kollers” ganz spontan einen anderen Urlaub Ende April / Anfang Mai gebucht. In der Sonne! Das war ein paar Tage bevor in Europa ein Krieg losbrach. Jetzt sind wir wieder hin- und hergerissen und komplett verunsichert. Vorfreude sieht anders aus. Und manchmal würde ich mir wünschen, wir wären nicht immer solche “Overthinker”, sondern würden statt immer soviel zu denken, öfter einfach mal machen… aber das sind eben auch totale Luxusprobleme. Und ich bin sehr dankbar, dass wir die haben und nicht andere.

Der OLYMPISCHE GEDANKE – ging in diesem Jahr völlig an mir vorbei. Beziehungsweise, ich ignorierte ihn mit einem Guck-Boykott der Winterspiele in Peking. Ich finde nichts Olympisches oder anderweitig Sinnvolles daran, wenn gigantische internationale Sportveranstaltungen an Länder vergeben werden, die Menschenrechte und demokratische Freiheit mit Füßen treten. Peking, Katar, Russland… Am Ende geht es nur noch im die große Kohle und das “Prestige” für die Regimes, nicht mehr wirklich um den Sport. Dass sich bei der Gelegenheit zwei Autokraten über einen Kriegsbeginn absprechen, dass man sein Nachbarland doch bitte nach denn Olympischen Spielen überfällt, weil es dem einen gerade während des sportlichen Events vielleicht nicht so gut passt, das setzt dem Zynismus dann noch die ganz große Krone auf. Man möchte brechen.

Natürlich tut es mir unendlich leid tut für die Sportler*innen. Vor allem für die, die nicht mehre Millionen im Jahr mit Kickerei verdienen. Aber nein, da werde ich als Zuschauer*in eben nicht dabei sein. Nicht jetzt, nicht in Zukunft. So lange nicht, bis solche Veranstaltungen wieder in demokratischen, freien Ländern stattfinden.

DIE DINGE im Februar 2022 - persönlicher Monatsrückblick - Corona Edition | Monatskolumne - Corona Tagebuch | luziapimpinella.comDie NÄHMASCHINE… verstaubt bei mir ja die meiste Zeit des Jahres. Obwohl ich früher fast täglich daran saß und individuelle Kleidungsstücke für mein Kind und auch mich zauberte. Die Maschine ist vom ehemaligen Lieblingshobby zum nützlichen Werkzeug geworden. Und auch wenn ich ganz oft Mitleidsbekundungen bekomme von Menschen, die mit seit damals und vermutlich genau deswegen hier auf dem Blog folgen … es ist für mich völlig okay! Ich trauere deswegen wirklich nicht. Zeiten ändern sich. Vorlieben ändern sich. Das Leben ist Veränderung.

Dennoch war es schön, endlich mal wieder ein paar Klamöttchen zu nähen. Ich dachte ja schon, ich hab’s verlernt. Aber der Hosenschnitt Wilma von Hedinäht machte mir den Wiedereinstieg ganz leicht. Dabei heraus kam, nach einigen Fadensalat-Zicken der jahrelang vernachlässigten Overlock-Maschine, die fliederfarbene Cordhose von den Fotos. Ein Gemütlichkeitsträumchen von Hose… eine Joggibüx ist nichts dagegen! Die wurde gleich zum Lieblingsstück und ist sicherlich nicht die letzte ihrer Art gewesen. Hier liegt schon Stoff für eine weitere in knallblau.

Und das bunte, gemütlich geschnittene Oversized-Kleid von den Fotos entstand ebenfalls im letzten Monat an meiner Nähmaschine. Das kommt ein paar Lieblingskleidern, die ich von einem finnischen Label besitze, seeehr nah.  Und ich freue mich, dass ich mir das jetzt selbst nähen kann. Wer weiß…. vielleicht komme ich ja doch wieder auf den Geschmack, regelmäßig etwas für mich zu nähen, das kein Kissenbezug oder Wohndosen-Sitzpolster ist. ;)

 

Der BATBOY... wie bereits eingangs geschrieben… Lu hatte im Februar endlich einen Termin für ihr erstes Tattoo. Seit 5 Jahren wünschte sie sich eins. Und, obwohl ich generell sowieso nichts gegen Tätowierungen habe, fand ich es gut, dass sie sich selbst so lange Zeit gelassen hat, darauf herum zu denken und sich selbst und ihren Stil vorher erst einmal zu finden. Nun wohnt eine kleine Fledermaus auf ihrem Arm, ganz zart und verletzlich. Kreiert von der Tattoo-Künstlerin @reiinku.🖤

Der PEPPERMANN… wird dieses Jahr 14, der kleine Freggel. Ich kann das manchmal gar nicht glauben, dass er schon so lange zu unserer Famile gehört und uns mit seiner unvergleichlich kratzigen Stimme die Ohren vollgnört. Dass er vor ein paar Monaten zu humpeln begann, und zwar nachhaltig, machte mir dennoch schmerzlich bewusst, dass er nun schon zu den Katzenopis gehört.

Ich bin also mittlerweile jeden Monat mit ihm in der Tierklinik Lüneburg und er bekommt dort eine Arthrose-Spritze mit Depotwirkung. Wir haben ja sehr großes Vertrauen und so viel gute Erfahrung mit den Tierärzt*innen dort. Einige von euch kennen die Klinik vielleicht sogar aus den TV. Und auch Pepper war vor Jahren mal in einer Folge “Hautnah – die Tierklinik“ zu sehen, nachdem er übel sich mit dem Nachbarskater über gekloppt hatte.

Die Therapie gegen Peppers Beschwerden in seinem kleinen Arthrose-Ellenbogen schlägt übrigens mittlerweile gut. Er springt wieder über alle Tische und Bänke, kratzt überall da, wo er nicht darf und ist frech wie Katzenrotze. So soll es sein! In Rente geht er eben doch noch nicht.  ;)

Das STURMWICHTELN… fiel bei uns in diesem Jahr glücklicherweise aus. Obwohl die stärksten Februar-Stürme seit Kyrill über unser Haus hinwegfegten. Gleich zweimal… dreimal. Wir wohnen ja auf einem Hügel und bekommen bei Okranstürmen immer die volle Breitseite ab. Manchmal hat man das Gefühl, die bodentiefen Wohnzimmerfenster würden sich unter dem Druck des Windes nach innen wölben. Ist wahrscheinlich Quatsch, aber kommt einem tatsächlich so vor. Und natürlich haben wir jeden Mal Sorge {ich zumindest, der Mann ist da cooler}, dass uns die Dachziegel vom Haus fliegen oder eine 20 Meter hohe Kiefer vom angrenzenden Waldgrundstück zu uns herüber kippt. Wenn wir sehen, wie die im Sturm hin und her schwanken, wird uns immer ganz mulmig.

Vor zwei Jahren, gerade bevor die Pandemie losging und das Leben ausbremste, hatte ich wegen der Februarstürme mehrfach meine Anreise nach Norderney verschieben müssen, weil keine Fähren fuhren. Am Ende fand mein kleiner Urlaub allein dann doch statt. Daran denke ich heute sehr oft ein bisschen wehmütig zurück. Denn ich liebe es, mal ein paar Tage Urlaub nur mit mir selbst zu machen. Und sobald sich eine Gelegenheit ergibt, werde ich das hoffentlich auch in diesem Jahr tun.  Aber ich schweife ab…

Zurück nach Hause! Es gab auch schon einen Sturm, bei dem wir beim “Sturmwichteln” under großes Kindertrampolin unfreiwillig “verschenkt” haben. Es landete damals leider auf einem Auto, hundert Meter weiter. Das war ziemlicher Mist. Aber jetzt während der Geschwisterstürme Ylenia, Zeynep und Antonia passierte wundersamerweise ganz nichts bei uns. Was ein Glück.

DIE DINGE im Februar 2022 - persönlicher Monatsrückblick - Corona Edition | Monatskolumne - Corona Tagebuch | luziapimpinella.comDie GLOTZEMPFEHLUNGEN… Während Stephan in seiner Quarantäne hockte und sein eigenes Unterhaltungsprogramm hatte, haben Luzie und ich uns mit der Serie Archiv 81 etwas Mystery-Horror auf Netflix zu Gemüte geführt. Die Handlung: Archivar und Filmrestaurator Dan Turner nimmt den mysteriösen Job eines ebenso seltsamen Millionärs an, bei einem Brand beschädigte Hi8-Kassetten zu restaurieren. Die Arbeit erfolgt in der Abgeschiedenheit in einem modernen Betonbau inmitten der Wildnis. Bei seiner Arbeit taucht der Archivar in die Tiefen der düsteren und bedrohlichenVideoaufnahmen ein, die eine junge Studentin in dem Wohnhaus filmte, das in der Vergangenheit abbrannte. Dabei stößt er auf ein mysteriöses Gespinnst aus Okkultismus und Sektentum und seine Realität verschwimmt mit den Ereignissen, die er auf den Bändern sieht. Super spannend und creepy! Absolute Guckempfehlung von Luzie und mir, wenn man auf das Gruselgenre steht. Die Serie endet mit einem ordentlichen Cliffhanger. Eine weitere Staffel ist also zu erwarten. Lu und ich freuen uns drauf.

Die {ebenfalls Netflix-} Serie “The Sinner” mit Bill Pulman als alternder Polizist Detective Harry Ambrose, der von eigenen psychischen Dämonen verfolgt wird, während er es in seinem Job mit menschlichen Abgründen zu tun hat, mochte ich in der Vergangenheit schon sehr. Die Staffel 4 war jetzt schon eine Weile online und endlich bin ich dazu gekommen, sie zu gucken.

Die Handlung: Harry Ambrose wird unfreiwillig Mordmysterium hineingezogen, als er mit seiner Partnerin Sonya für einen Urlaub nach Hannover Island im Norden Maines reist. Während er, mittlerweile im Ruhestand, noch sehr mit den eigenen Traumata aus der Vergangenheit kämpft, wird er in die Ermittlungen um das Verschwinden der Tochter einer einflussreichen Fischer-Familie vor Ort verwickelt. Die stimmungsvolle Drama-Thriller-Serie ist auch diese Mal wieder extrem spannend und gelungen. Wie schade, dass  es die letzte Staffel war. Gedreht würde übrigens in Nova Scotia und nicht in Maine. Was mich ganz dringend daran erinnert hat, dass ein Nova Scotia Roadtrip auch noch ganz oben auf unter Travel Bucket List steht. Naja, wer weiß, wann wir mal dazu kommen und überhaupt.

Die GOOD NEWS… Auch wenn man es nicht glauben mag, es gab sie auch im Februar. Das Bundeskabinett beschließt die lange überfällige Abschaffung von Paragraf 219a, der es Ärzt*innen bisher absurderweise verbot, öffentlich ausführliche Informationen über Schwangerschaftsabbrüche anzubieten, ohne Strafverfolgung befürchten zu müssen. Die SPD-Politikerin Reem Alabali-Radovan wird erste Antirassismus-Beauftragte der Bundesregierung. Schlimm genug, dass wir so einen Posten dringend brauchen.

Forscher*innen der University of Texas konnten eine Methode entwickeln, die Resistenz von sogenannten Superbakterien erfolgreich auflösen. Gegen Antibiotika resistente Bakterienstämme sind ein seit Jahren zunehmendes und  sehr ernstes Problem in der Medizin. Außerdem wurden durch eine neue Stammzelltherapie wurden die ersten Menschen von HIV geheilt.

In Australien stehen die Buckelwale nicht mehr auf der Liste der bedrohten Tierarten. Durch Schutzmaßnahmen ist die Giraffen-Population seit 2015 im südöstlichen Afrika um 20% gestiegen. Panama hat Gesetz unterzeichnet, nachdem die Natur ein Recht auf Existenz und Fortbestehen und konkret auch ein Recht auf Wiederherstellung für den Fall von Beschädigung durch Menschen hat. Mögen viele Staaten weltweit diesem Beispiel folgen. Die EU-Kommission arbeitet an einer „Anti-Entwaldungs-Vorschrift“ für Lieferketten. Sie soll Unternehmen dazu verpflichten, nachzuweisen, dass ihr Produkt angebaut oder hergestellt wurde, ohne dass dabei Wald zerstört wurde.

Und die UN-Umweltversammlung diskutierte im Februar eine Resolution, um ein weltweit wirksames Plastikabkommen auf den Weg zu bringen und die Plastikflut einzudämmen. Spoiler-Alarm… am 2. März sagten dann 193 Staaten sagen JA zur Plastikresolution! Eine bisher beispiellose Mehrheit und ein JA zu einer Verbindlichkeit. Die UN-Umweltversammlung einigt sich auf ein Mandat für ein global verbindliches Abkommen zum Stopp der Plastikkrise. Auch der WWF hatte sich mit einer großen Petition im Kampf gegen die Plastikkrise dafür eingesetzt, bei der ich vor einer Weile mitgezeichnet hatte. Da sind da nun etwas bewegt, macht mich heute einfach ein bisschen glücklich.

 

Wo findet ihr in diesem Zeiten euer kleines Glück und gute Neuigkeiten? Wo auch immer…. ich hoffe, ihr findet sie so zahlreich wie möglich. Alles Liebe!

... macht es hübsch! Gruss

 

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3 Comments

  • Reply
    Ilka
    17. März 2022 at 16:09

    Da sagst du was, wenn das neue Baby am gleichen Tag geboren wird, an dem der Krieg angefangen hat – da überlegst du als Großtante, ob du Freude über Baby zeigen darfst. Tun wir natürlich, auch wenn wir ihn bisher wegen SchXXCXX nur von Fotos kennen.
    Alles Gute für euch!

  • Reply
    Ulla
    17. März 2022 at 19:58

    ❤ Danke wie immer fürs Mitleben lassen. Viele Grüße, Ulla

  • Reply
    Elfi
    31. März 2022 at 18:52

    Liebe Nic
    So viele wahre Worte, danke dafür, dass du wieder einmal meine wirren Gedanken in deine klaren Worte gefasst hast. Ich wünsche dir und deiner Familie weiterhin alles, alles Liebe und Gute
    Elfi

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