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Schöner aufwachen im Urban Jungle – unser Schlafzimmer-Makeover mit luftreinigenden Grünpflanzen & Indigo Shibori

Interior | luftreinigende Grünpflanzen in meinem Schlafzimmer Urban Jungle und traumhaftes Indigo Shibori | Bedroom makeover with air cleaning plants and indigo shibori fabrics| luziapimpinella.com

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Ich bin ja eine echte Schlafmütze und mein Schlafzimmer ist ein ganz wichtiger Raum für mich in unserem Haus – oh, du meine Ausruh-Oase! Wer mir den Schlaf raubt, der sollte sich lieber warm anziehen, denn da kann ich ganz ungemütlich werden. So wirklich gemütlich ist hingegen unser geliebtes Schlafzimmer, auch wenn {oder vielleicht gerade weil} es ganz klein ist.  Ich mag die blauen Stoffe, die Ruhe und Frische ausstrahlen. Und es ist auch kein Geheimnis, dass Continue Reading

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Shibori Workshop mit Ranipink & Etsy – ein Traum in Indigo Blau

DIY | Shibori Workschop - Indigo färben mit Ranipink Petra Hassan und Etsy.de | luziapimpinella.com

Als ich am letzten Samstag von der lieben Petra Hassan von Ranipink herzlich begrüßt wurde und ihre Altbauwohnung betrat, fühlte ich mich plötzlich gar nicht mehr in Hannover Mitte, sondern eher in Marokko angekommen. Petras Liebe zu Nordafrika ist in ihrem farbenfrohen und außergewöhnlichen Zuhause unverkennbar und in jedem kleinen Detail zu spüren. Die Begeisterung für dieses marokkanisch angehauchte Interior ging bereits in der Küche mit mir durch {wer Wochenende meine Instagram Stories verfolgt hat, der hat live miterleben können, wie ich quasi ausgeflippt bin angesichts dieser Wahnsinnswohnung!}.

Eigentlich kenne ich Petra, zumindest virtuell, schon seit 2007, als die deutsche Blogger Community noch klein und überschaubar war. Nur im echten Leben waren wir uns bisher leider nie begegnet. Schon allein deswegen bin ich noch viel lieber der Einladung von Etsy.de  zu einem Ranipink Shibori Workshop gefolgt. Außerdem hatte ich ja neulich gerade „Blau gemacht“  und mit ganz rudimentären Abbinde-Techniken meine Bettwäsche blau gefärbt. Immerhin mit sehr schönem Ergebnis, allerdings ohne viel Ahnung und auch ohne echtes Indigo.

Petra betreibt seit Jahren erfolgreich ihren Ranipink Shop bei Etsy und ist längst eine Meisterin des Indigo-Färbens. Ich freute mich also sehr darauf, an diesem Tag ganz viel von ihr zu lernen. Zusammen mit den Mädels von Etsy – Lena und Laeticia {von der ich ja finde, dass sie aussieht, wie die junge Linda Evangelista}, und den Bloggerinnen Andrea von The Adorable Two, Ricarda von Cats & Dogs und dem liebenswert nordfriesischen Dennis, dem männlichen Part hinter dem Blog von Sarah alias Sanzibell, verbrachte ich einen sehr inspirierenden Tag bei Petra. Und das nicht nur wegen der spannenden Indigo-Färberei, sondern auch, weil Petras Gastfreundlichkeit für mich wirklich etwas ganz Besonderes war. Darum dürft ihr euch jetzt auch auf einen ziemlich begeisterten Farb- und Fotorausch einstellen…

DIY | Shibori Workschop - Indigo färben mit Ranipink Petra Hassan und Etsy.de | luziapimpinella.com

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Ranipinks Zuhause – ein marokkanischer Interior-Traum mitten in Hannover

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, schon Petras Küche im marokkanischen Stil haute mich völlig aus den Puschen. Da war jemand mit ganz viel Liebe und Leidenschaft für die nordafrikanische Kultur am Werk, das war auf den ersten Blick klar. Selbst gemauerte Regale und Zierelemente, geflieste Arbeitsflächen, viel Türkis und orientalische Küchen-Accessoires – hier kochen Petra und ihr Mann täglich und noch lieber zusammen mit Freunden. Leckere, selbst gebackene Gemüsetartes mit Tomate, roter Beete und Brokkoli warteten an diesem Tag bereits darauf, angeschnitten zu werden. Aber erst einmal wollten wir natürlich den Rest der Wohnung sehen – vor allem Petras Arbeitszimmer, das Ranipink Atelier!

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Petras Ranipink Atelier – the place where the fabric magic happens

Alle Menschen, die Stoffe und Farben lieben, müssen in Petras Arbeitszimmer schier ausflippen. Und das tat ich dann natürlich auch umgehend! Ich fürchtete schon, ich würde für den späteren Shibori Workshop gar keine Zeit haben, weil es ja so viele inspirierende Eckchen und Details zum Fotografieren gab.  Ich kam mit 500 Bildern nach Hause übrigens, aber soviel nur nebenbei – das merkt ihr an diesem bildgewaltigen Post ja auch sowieso.

Petra kann man sicherlich als Textil-Multitalent bezeichnen, den sie färbt Naturfasern nicht nur kunstvoll in Shibori-Technik, sie näht natürlich auch und bestickt ihre Kreationen per Hand mit traditionellen, japanischen Mustern. Damit nicht genug. Sie fertigt auch handgeknüpfte, bunte Teppiche, die sie ebenfalls über ihren Ranipink Shop verkauft. Zu einem Preis, der mich erstaunt hat, denn natürlich habe ich sie gefragt, wie viel Zeit in so einem handgemachten Traum-Teppich steckt. Ihre Antwort verblüffte mich ebenfalls, zeigte aber auch, wie sehr sie die Handarbeitskunst schätzt, die anderswo auf der Welt praktiziert wird. „Man sagt mir oft, ich würde meine Teppiche nicht teuer genug verkaufen. Aber ich kenne Frauen, die in Marokko genau die gleiche Arbeit machen und durch meinen Etsy-Shop teilen wir uns den gleichen Käufermarkt – nämlich den weltweiten. Ich würde es nicht richtig finden, mehr zu verlangen als diese Frauen, denn meine Arbeit ist nicht mehr wert als ihre.“

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Nach einer ausgiebigen Besichtigung des Alteliers und schon ganz vielen Fragen nach ihrer Arbeit und nach den Färbe-Techniken,setzten wir uns ins gemütliche, natürlich knallblau getünchte, Wohnzimmer und ließen uns von Petra ein bisschen in die Geschichte der Indigo-Färberei einführen. Ich habe mich ja schon immer für Farben interessiert, für ihre psychologische Wirkung und auch für ihre Bedeutung für die Textilfärberei seit jeher. Deswegen war ich nicht ganz ahnungslos. Aber ich lernte an diesem Tag noch enorm viel dazu und hatte auch zum ersten mal echtes Indigo in der Hand – dunkelblaue Bröckchen der Pflanzenfarbe, die irgendwie kompostig rochen.

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Was ich vorher nicht wusste, war die Tatsache, das die Indigo-Pigmente, die Naturfasern nicht durchdringen, so wie chemische Farbstoffe, sondern sich Schicht für Schicht auf die Fasern legen. Je öfter man einen Stoff ins Farbbad eintauscht, desto dunkler wird er und es erklärt auch, warum Indigo-gefärbte Stoffe eine wunderschöne Patina bekommen und Denim Jeans sich abreiben und weiße Fasern entblößen. Genau das will man ja auch eigentlich bei einer Jeans Hose.

Bevor wir dann aber von den spannenden Theorie {ich hätte Petra noch stundenlang zuhören können} zur Praxis übergegangen sind, war erst einmal eine Stärkung angesagt. In der Küche warteten ja noch die köstlichen Gemüsetartes…

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Gemeinsam schnippelten wir noch einen marokkanischen Salat, mit frischer Melone und anderen leckeren Zutaten. Ein Salat, dessen Rezept ich mir unbedingt noch einmal notieren muss. Und dann wurde der große Balkon, der eigentlich bei schönem Wetter ein echtes Outdoor-Zimmer ist, schnell umgeräumt. Die Bank, die mit einer Matratze zuvor ein Sofa war, wurde als flacher Tisch in die Mitte gerückt. Ringsherum wurden Petras handgeknüpfte, bunte Teppiche ausgebreitet und Kissen verteilt. Ein paar handgefärbte Leinen-Handtücher als Tischdecken auf dem Tisch, bunte Servietten aus traditionellen afrikanischen Stoffe – und schon konnte serviert werden. Es war einfach gemütlich und so echt. „Wir kochen jeden Tag. Wenn wir nicht selbst kochen, sind wir nicht glücklich“, meinte Petra über sich und ihren Mann. Und ganz offensichtlich fällt da für den vorwitzigen Kater {der übrigens in komplementärem Orange eindrucksvoll ins vorwiegend blaue Ambiente passt} auch des öfteren was ab!  Der weiß, was lecker ist!

Nach dem Essen, hätte ich vor lauter Gemütlichkeit noch stundenlang dort sitzen bleiben können. Aber wir hatten ja noch was vor, den neben uns auf dem Tisch stand bereits die Indigo Küpe und wartete…

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Der Shibori Workshop – die alte Tradition ganz neu entdeckt

Das japanische Wort „Shibori“ heißt ja soviel wie Pressen und Drehen – so müssen dann auch die Stoffe für diese Färbetechnik gefaltet, gewickelt, geschoppt, zusammen gedrückt und auch abgebunden werden, um die unterschiedlichsten Färbemuster zu kreieren. Das Schöne ist dabei, dass schon ganz einfache Faltungen und Abbindungen wunderschöne und kunstvolle Muster erzeugt. Komplizierter und feiner {z.B. auch mit Techniken, bei denen für den Färbevorgang Teile des Stoffes gesmokt und abgenäht werden}, geht es natürlich auch, aber es ist eben kein Muss, um ein eindrucksvolles Ergebnis zu erzielen.

Wir fingen also an, unsere Stoffe zu falten, zu bügeln, zu knicken und mit Gummibändern oder auch {superpraktisch!} mit Kabelbindern abzubinden. Ich war gut vorbereitet und hatte ganz ambitioniert Baumwoll-Servietten und ein paar Kissenbezüge dabei.

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Richtig mega fand ich übrigens auch die Shibori-Technik, bei der man den Stoff um ein Plastikrohr wickelt und zusammen schoppt. Das ergibt nach dem Färben ein wunderbares Wellenmuster, das aussieht wie blaues Meeresrauschen.

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Ganz faszinierend war auch, dass die Indigo-Färbebrühe {Küpe} eigentlich gar nicht blau ist, sondern eher gelblich grün, so wie die Farbe eines Olivenöls. Die blaue Farbe entsteht erst bei der Oxidation der Pigmente an der Luft. Es ist ein tolles Schauspiel zu sehen, wie sich der Stoff von Gelb nach Grün und endlich nach Blau färbt. Die Küpe benutzt Petra übrigens nahezu unendlich lange und füttert sie nur immer wieder mit einzelnen Komponenten, wie dem Indigo-Pulver und auch Zucker in Form von Bananen- oder Dattelbrei. Industrielle Chemie hat in ihren Töpfen nichts zu suchen – es ist alles natürlich und man könnte es auf den Kompost kippen, wenn man denn wollte. Deswegen hat Petra auch kein Problem mit den bloßen Händen zu arbeiten… und glücklicherweise lässt sich die Farbe auch ganz gut wieder von den Fingern abschrubben.

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Während der drei Runden unserer Stoffe im Indigo-Bad stieg die Spannung natürlich immer weiter. Wir wollten endlich alles auspacken und auswickeln und das Ergebnis sehen, denn das ist ja immer eine Überraschung und lässt sich nie wirklich vorhersagen. Das erste Stück war dann eines, das um ein Rohr gewickelt wurde. Ist das Muster nicht ein Traum?

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Alle waren sehr happy mit ihren Färbe-Ergebnissen und auch ein bisschen stolz. Alle Indigo-gefärbten Teile auf der Wäscheleine zu sehen war ganz großes Kino! Dabei dachte ich mir so, wie gerne ich Petras Nachbarin wäre mit Blick auf ihren Balkon. Ich  würde sie wohl ständig neugierig bei der Arbeit beobachten und ein ums andere mal lauthals Begeisterung kundtun.

Und Petra wäre wohl nicht Petra, wenn sie uns nicht nach getaner Arbeit {die nicht gerade anstrengend gewesen war} nicht noch einmal mit köstlichem Essen abgefüttert hätte. Wir gingen ein zweites Mal an diesem Tag in die gemütliche Küche und schnippelten gemeinsam fürs Abendessen. Es gab Hühnchen-Keulen, Kartoffeln und Gemüse aus einer *Tajine. Eine tolle Methode, alles zusammen zu garen. Ich glaube, ich brauche auch dringend so einen Tontopf!

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DIY | Shibori Workschop - Indigo färben mit Ranipink Petra Hassan und Etsy.de | luziapimpinella.com DIY | Shibori Workschop - Indigo färben mit Ranipink Petra Hassan und Etsy.de | luziapimpinella.com DIY | Shibori Workschop - Indigo färben mit Ranipink Petra Hassan und Etsy.de | luziapimpinella.com

Was soll ich nach dieser Bilderflut noch sagen? Ihr ahnt es… es war ein perfekter Tag mit ganz viel Inspiration und Herzlichkeit und ich ging nicht nur mit einer Tüte Indigo-gefärbter Schätzchen nach hause, sondern auch mit einem ganz seligen Gefühl. Danke Petra von Ranipink und auch danke an die Mädels von Etsy.de für die Einladung, es war eine ganz große Freude. Und es wird auch nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich bei einem Shibori Workshop teilgenommen habe.

Leider ist Petra mit ihren Ranipink Shobori Workshops für diesen Sommer durch und es findet in 2016 kein Kurs mehr statt. Ich freue mich aber schon auf die nächste Saison, denn ich möchte unbedingt noch einmal mitmachen. Zusammen mit dem Fräulein, das war nämlich schon begeistert, als sie mich am Abend abholte. Falls ihr euch auch interessiert… Petras Workshop Termine kann man auf ihrer Ranipink Homepage finden und auch auf ihrer Ranipink Facebookseite.

Ich mach auf jeden Fall wieder Blau.

luzia pimpinella Machts Huebsch Gruss

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P.S. Ihr wisst ja, ich liebe Bücher und natürlich habe ich mir auch inzwischen auch Lektüre zum Thema Shibori gekauft. Denn selbstverständlich konnte ich nicht alle Falt- und Abbinde-Techniken, die Petra uns an diesem Nachmittag erklärt hat, im Kopf behalten. Deswegen habe ich fürs nächste Mal Färben dann doch gern gern ein paar Nachschlagewerke im Bücherregal, wie:

*Shibori – Färben auf Japanisch: Coole Ideen zum Knicken, Falten, Färben von Johanna Rundel: ein kleines und kompaktes Büchlein mit Basics zum Färben und den gängigen Falt- und Abbinde-Techniken. Leider keine Anleitung zum Färben mit Indigo, sondern nur mit handelsüblichen Färbemitteln, die man in jeder Drogerie und im Bastelladen bekommt – aber genau das kann man eben auch als Vorteil sehen, wenn man möchte. Das Buch sehe ich als super Einstieg für Anfänger.

*Shibori – Traditionelles Färben neu interpretiert geht da schon ein bisschen mehr ins Detail, zeigt mehr und diffizilere Techniken und enthält auch Anleitungen zum Färben mit Indigo. Nicht ganz nach Petras rein natürlichem Rezept, sondern unter Verwendung von Entfärber – aber für Shibori-Beginner und etwas Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet.

*Indigo von Catherine Legrand {in Französisch} oder die englische Version *Indigo – The Colour that changed the World habe ich leider nicht im Regal stehen. Aber es ist Petras Lieblingsbuch zum Thema und sie hat es mir wärmstens ans Herz gelegt. Deshalb mochte ich euch den Buchtipp natürlich nicht vorenthalten. Und eins kann ich vom schnellen Durchblättern schon sagen – es ist ein indigoblauer Augenschmaus!

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Meine selbst gefärbte Shibori Bettwäsche – ich hab‘ nämlich am Wochenende Blau gemacht!

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Ich habe am Wochenende einfach mal Blau gemacht. Vielleicht habt ihr es ja am Sonntag in meinen Instagram Stories gesehen… ich habe weiße Bettwäsche nach einer ganz simplen und nicht ganz so filigranen Shibori Methode gefärbt. Die Bettgarnitur hatte ich ehrlich gesagt schon vor eineinhalb Jahren gekauft, mit dem Plan, sie blau zu färben. Dann kam mir immer wieder mein eigener Perfektionismus in die Quere und ich ging das Projekt nie an. Ich hatte keine Erfahrungen mit so großen Wäscheteilen und hatte auch Zweifel, ob das so funktionieren würde, wie ich es mit theoretisch vorgestellt hatte.

Und dann stupste mich neulich der Zufall endlich an. Ich sah auf Instagram bei der lieben @hochhausfürhasen, dass sie Bettwäsche gefärbt hatte und zwar genau nach der Methode, die ich mir theoretisch so gedacht hatte – und das auch noch in der Waschmaschine! Jetzt gab’s nun wirklich keine Ausreden mehr. Und nachdem ich sogar von meiner Kollaboration mit Dylon noch ein Päckchen Textilfarbe in Jeans Blue* herumliegen hatte, ging es direkt am Wochenende los.

Wisst ihr eigentlich, wo der Begriff „Blau machen“ herkommt? Ich habe die Geschichte vor Jahren mal gelesen und fand sie so kurios, dass ich sie euch natürlich nicht vorenthalten möchte – also, falls ihr sie noch nicht kennt. Angesehen von dem klassischen Indigoblau, wurde hierzulande früher das Blau auch mit der Färberpflanze Waid gefärbt. Die Blätter der Waid-Pflanze wurde geerntet, zerstampft und in der Sonne getrocknet. War das Wetter dann sonnig und beständig genug, wurde gefärbt. Das Blaumachen bedurfte nämlich mindestens zwei Wochen Hitze und Sonnenschein. Die getrockneten Blätter wurden mit hunderten von Litern Flüssigkeit in große Bottiche gefühlt und in der Sonne stehen gelassen. Das Besondere daran: die Flüssigkeit war kein Wasser, sondern es musste menschlicher Urin sein. Denn nur so fand beim Gären der Brühe in der Sonnenhitze die chemische Reaktion statt, die die blaue Farbe entstehen ließ. Um die Bottiche zu füllen mussten also so einige Menschen Pippi lassen. Die Leute im Mittelalter hatten keine Ahnung von der Chemie, die da stattfand, aber sie wussten, dass Alkohol die Blaufärbung deutlich intensivierte. Und da Alkohol natürlich zu schade war, um ihn direkt in die Gärbottiche zu schütten, nahm er die Umweg über den Menschen. Die Färber hatten also während des Ansatzes der Färbebrühe vor allem die Aufgabe, sich volllaufen zu lassen und für alkoholhaltigen Flüssigkeitsnachschub in den Bottichen zu sorgen. Zwar mussten sie sich auch ab und an um das Wenden der fauligen Blätter in der stinkenden Moke kümmern, aber den Rest der Zeit durften sie Bier, Met und sonstiges in rauen Mengen trinken und besoffen in der Sonne liegen… sie machten Blau und waren mächtig blau dabei!

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Mein Blaumachen war ein bisschen Leber schonender – hat aber trotzdem Spaß gemacht! Um auch die Hände zu schonen, habe ich übrigens beim Abschnüren der Bettwäsche Lederhandschuhe angehabt. Das letzte mal, dass ich mit einer Shibori Technik gefärbt habe, habe ich mir nämlich dicke Blasen an den Händen geholt. Mit den Handschuhen ging es jetzt besser, denn die Schur muss ja ordentlich festgezurrt werden – das war echt Schwerstarbeit bei der Größe der 200 x 200 cm Bettwäsche und ich war schweißgebadet. Vor dem Schüren habe den Bettbezug und die Kissen ca. 10 cm breit in einen Ziehharmonika-Streifen aufgefaltet und auch zwischendurch mal gebügelt.

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Kleiner Tipp nebenbei, falls ihr es nachmachen möchtet: Denkt an die Faltrichtung! Möchtet ihr Querstreifen erzeugen, dann faltet den Stoff von der Seite her auf. Möchtet ihr Längsstreifen, dann fangt oben oder unten an. Ich habe das nämlich vergessen und wollte eigentlich Querstreifen… ratet mal, was passiert ist! Gnaaaaaa. Nun gut, jetzt liegt unsere Bettwäsche eben verdreht auf dem Bett. Die Druckknöpfe habe ich dem Mann untergejubelt. ;)

Dank des Instagram-Postings von Hochhaus für Hasen war ich dann jetzt auch mutig genug, das Ganze ganz einfach in der Waschmaschine zu färben. Eigentlich wollte ich es nämlich in einem Farbbottich per Hand machen, aber so war es natürlich schön zeitsparend und so eine Farb-Sauerei war es auch nicht – man gibt ja das Pulver einfach in die Waschtrommel und los geht’s. Klar ist das wenig traditionell, aber zugegebenermaßen schön praktisch!

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Als ich die gefärbten und einmal ausgewaschenen Bettwäschestücke dann aus der Waschmaschine holte, hatte ich erst Sorge, dass das Ergebnis zu gleichmäßig wäre und die Farbe viel zu sehr unter die Schnürungen gedrungen. Schließlich wollte ja gern einen handmade Look. Als ich dann die Schüre aufschnitt war ich aber schon mal hoch zufrieden. Noch glücklicher war ich dann mit dem Ergebnis nach einem weiteren Waschgang der aufgefalteten Bettwäsche. Denn nachdem auch der letzte Rest der Textilfarbei heraus gewaschen war, zeigte sich dann sich noch ein viel subtilerer Farbverlauf des Blaus.

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Ich bin so was von happy mit unserer neuen, alten Shibori Bettwäsche und frage mich {wie so oft bei anderen Kreativurlauben}, warum ich das Färben so lange aufgeschoben hatte. Das spornt mich jetzt auch mal an, endlich das Schlafzimmer zu ende zu renovieren und neu zu dekorieren… da soll ja schon so lange neue Farbe an die Wände. ;)

luzia pimpinella Machts Huebsch Gruss

P.S. Übrigens mache ich demnächst einen Shibori Workshop bei Ranipink… da lerne ich sicherlich viel filigranere und kunstvolleren Abbinde-techniken und es wird auch mit richtigem Indigo-Pulver gefärbt. Ich bin schon so gespannt und werde natürlich berichten!

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