Unser Wohnzimmer Makeover & Tipps zum Mustertapeten kleben

Unsere Freunde denke ja mittlerweile, Tapeten kleben wäre ein gemeinsames Hobby von Stephan und mir. Zumindest haben manche von ihnen wohl das Gefühl, es würden ständig neue Tapeten an unserer Wohnzimmerwand hängen. Sagen sie zumindest, so wie auf Stephans Geburtstagsparty vor fast 2 Wochen.

Nun, das stimmt natürlich nicht wirklich. Das letzte Mal Wohnzimmer tapezieren war schon geschlagene 4 Jahre her! WHAAAT? Aber Tatsache ist, es ist definitiv eines meiner Hobbies ist, immer mal wieder eine neue Tapete an der Wand zu HABEN und die Wohnung zu verändern! Naja, und irgendwer muss sie ja kleben… da macht der Mann dann halt mit. ;) Wie wäre es also heute mit einer kleinen Home Tour durch unser noch ziemlich frisch renoviertes Wohnzimmer?

{Nach dem üblen Wahlergebnis am Wochenende, musste ich mich am Montag mit ein paar bunten Herbstblumen aufmuntern}

Unsere Wohnzimmer Makeover mit neuer Tapete und dem längt überfälligen Streichen aller Wände wollten wir eigentlich schon im Frühling angehen. Aber dann kam mal wieder dit und dat dazwischen… wie das nun mal so ist, wenn eine Sache nicht wirklich eilig ist. Die Renoviererei wurde immer wieder aufgeschoben. Und dann haben wir es direkt nach unserem West-Kanada-Urlaub ganz spontan erledigt. Endlich Haken dran!

Geklebt haben wir die Vliestapete „Herringbone – Grey“ von ferm LIVING, die ich mal wieder über meinen Lieblingstapetendealer TapetenAgentur bezogen habe. Das geniale an dieser Tapete ist… sie hat keinen Rapport und kann direkt ohne irgendwelches Zuschneide-Zinnober direkt aneinander geklebt werden. Das schon die Nerven beim Mustertapete kleben und spart auch Zeit.

Trotzdem…. Tipps & Tricks zum Kleben von Tapeten mit Rapport habe ich dann weiter unten aber auch noch für euch!

Jetzt, wo der Herbst beginnt, freue ich mich jeden Tag, dass wir es endlich geschafft haben. Denn, wenn die Tage immer kürzer werden, liebe ich es, mich in unserem Zuhause auch mal so richtig einzumuckeln. Geht’s euch genau so?

Die Zimmerecke mit dem Schornstein haben wir dieses Mal in einem Anthrazit-Ton gestrichen: „Off-Black – No. 57 Estate Emulsion“ von Farrow & Ball. Dazu ist eigentlich nicht viel zu sagen, denn die F&B Farbe lässt sich immer super verstreichen und ist durch seine hohe Pigmentierung und so richtig deckend. Wir hatten ja genau in dieser Ecke vorher die „Harlequin, Mint“ Mustertapete von ferm LIVING und die war mit nur einem Anstrich komplett abgedeckt. Bingo!

Mein Bilderregal, das ich ja immer mal wieder nach Lust und Laune umdekoriere, bekam etwas frisches Grün mit ein paar neuen Postern von Desinio. Außerdem konnte ich nun auch endlich mal meine Buchstabentafel von Granit aufhängen.

Aber mein allerliebstes Kunstwerk an der frisch tapezierten Wand ist dieses Aquarell -Portrait eines Jungen, dass meine Tochter Luzie gemalt hat. Also, Mama darf ich das sagen… ich bin verdammt stolz auf ihr Talent. Und ich liebe dieses Bild, genau so wie all die andere sensibel-kreative Kunst die sie mit Stiften, Pinseln und mittlerweile auch mit der Kamera schafft. Leider darf ich ja euch das meiste davon immer nicht zeigen und wahrscheinlich wird sie mit auch jetzt wieder auf’s Dach steigen, dass ich ihr wunderbares Bild hier im Großformat zeige. Aber das Risiko gehe ich ein. ;)

Die Wechsel- Bilderleisten, an denen ich Luzies Aquarellbild aufgehängt habe, habe ich übrigens selbst gemacht. Die Anleitung, wie man diese ganz einfach selber baut, findet ihr auch hier in meinem Blog in diesem Post: Wie man DIY Bilderleisten mit Magneten selber macht – Wechselrahmen für Wankelmütige!

Zurück zur Tapete… also, nachdem der Mann und ich schon so lange ein super Tapetenklebe-Team sind und schon viele Erfahrungen mit dem selber Tapezieren gemacht haben, dachte ich ich, teile genau die auch mal hier im Blog…

Unsere Tipps & Tricks zum perfekten Tapeten kleben

•  Augen auf bereits beim Tapetenkauf! Wenn ihr größere Flächen mit einer Mustertapete bekleben wollt und daher mehrere Rollen Tapete dafür benötigt, solltet ihr auf jeden Fall darauf achten, dass diese die gleiche Chargen-Nummer haben. Es kann nämlich produktionstechnisch bei unterschiedlichen „Batches“ immer zu kleinen Abweichungen im Muster kommen und es ist einfach nur ärgerlich, wenn der Rapport der einzelnen Rollen dann vielleicht ein bisschen abweicht. Diese Nummer ist auch wichtig, falls ihr mal Tapete nachbestellen wollt. Deswegen hebt am besten ein Etikett mit der Chargen-Nummer auf.

•  Bei Mustertapeten ist eine der wichtigsten Informationen die über den Rapport und ihr findet sie auch auf dem Etikett. Der Rapport ist der Abstand, in dem sich das Muster wiederholt. Der kann je nach Design ganz unterschiedlich groß sein und wirkt sich natürlich auf den Verschnitt und somit auf die benötigte Tapetenmenge aus. Denn an der Wand soll das Muster ja passgenau und „nahtlos“ ineinander über gehen. Deshalb müsst ihr später auch schon beim Zuschnitt der Tapetenbahnen genau darauf achten, dass das Muster sich später am Stoß auch wirklich korrekt trifft.

•  Wenn ihr schon in eine teure, schicke Tapete investiert, solltet ihr nicht plötzlich am Tapetenkleister sparen. Die Art des Kleisters sollte immer zu der jeweiligen Tapete passen und er sollte eine gute Qualität haben. Denn die gute alte, urdeutsche Raufasertapete braucht zum Beispiel völlig andere Kleister-Eigenschaften, als eine Vlies- oder eine Vinyltapete. In unserem konkreten Fall handelte sich um eine Vliestapete. Wir haben daher zum Kleben *Metylan Direct für Vliestapeten benutzt. Die konnte direkt auf die zu tapezierende Wand aufgetragen werden.

•  Um eine Muster-Tapete perfekt zu kleben, muss euer Arbeitsmaterial wirklich piek-sauber sein. Vor allem Tapetenroller bzw. Nahtroller oder Bürsten und der Tapeziertisch, falls ihr auf einem zuschneiden möchtet. Denn wenn ihr eine Vliestapete kleben wollt, braucht ihr eigentlich keinen Tapeziertisch zum Einkleistern der Bahnen. Dazu aber später mehr.

•  Ihr solltet eure Tapetenbahnen niemals genau passend in der Länge zuschneiden, sondern immer ein paar Zentimeter nach oben und unten Spielraum lassen und die Tapete erst beim Kleben an die Wand korrekt einkürzen. Denn kaum eine Wand ist wirklich gerade und ich werdet euch schwarz ärgern, wenn plötzlich ein Stückchen fehlt und eine Lücke entsteht, die dann im Verlauf der Wand auch noch immer größer wird, weil ihr euch beim weiteren Tapetenbahnen kleben natürlich an den Rapport des Musters halten müsst.

•  Vor dem Tapeten kleben muss die Wand optimal vorbereitet sein: das heißt, frei von alten Tapeten und Tapetenresten. Die Wand sollte möglichst sauber und glatt sein und Bohrlöcher, die ihr nach dem Tapezieren nicht wieder benötigt werden, solltet ihr zuspachteln.

•  Beim Kleben von Vlietapeten, könnt ihr die Wand direkt einkleistern. Ein Kleistern der Tapete selbst und eine Einweichzeit etfallen komplett. Das klappt am besten mit einer flauschigen Rolle {so wie man die auch zum auftragen von Wandfarben benutzt} oder mit einem Kleisterquast. Der Kleister sollte nicht zu dick aufgetragen werden, denn sonst quitllt es euch auch dick an den Seiten der Tapetenbahnen heraus. Aber ihr solltet auch nicht zu wenig Kleister auf die Mauer geben, denn die saugt unter Umständen auch etwas davon auf. Bei einer zu dünnen Kleisterschicht hingegen, die zu schnell antrocknet, haftet die Tapete eventuell nicht richtig und löst sich auch manchmal wieder stellenweise wieder von der Wand.

•  Am einfachsten ist, es , wenn man die Tapete zu Zweit an der Wand ausrichtet. Wir machen das immer so: Stephan klebt oben unter der Decke, ich richte nach unten hin die Tapete am Stoß exakt aus.

•  Wenn der Rapport soweit passt solltet ihr eure Mustertapete von oben nach unten und von der Mitte her nach links und rechts mit einem breiten *Schaumstoff-Tapetenroller an die Wand anrollen. Das entfernt dann auch eventuelle Luftbläschen unter der Tapete.

Ihr könnt theoretisch auch eine sehr saubere Tapezierbürste zum Feststreichen benutzen, aber ich bin da immer etwas zurückhaltend, wegen eventueller Beschädigungen und Kratzer auf der Tapeten-Oberfläche. Ganz wichtig: sollte euer Tapetenroller Kleister abbekommen, wischt die Rolle unbedingt zwischendurch mit einem leicht feuchten Lappen sauber.

{Kater Pepermann – hypnotisiert vom neuen Tapetenmuster „Herringbone“ – aber wo ist denn der nur Hering?

•  Als nächsten Schritt könnt ihr nun oben unter der Decke und unten am Boden die Linie zum Abschneiden des Überstands markieren. Ich benutze dafür einfach immer den Scherenrücken und gehe einmal genau im Winkel entlang. Man kann aber auch mit einem Tapezierspachtel die Tapete in die Ecke drücken. Dann löse ich die Tapete nochmal ein Stückchen von der Wand und schneide an dem nun sichtbaren Knick im Papier mit einer Schere ab. Daran muss die Tapete natürlich nochmal sorgfältig angerollt werden.

Viele Leute benutzen zum Schneiden auch eine Metallleiste und einen Cutter. Das könnt ihr natürlich auch tun. Ich selbst bin nicht so ein Fan davon. Denn wenn das Cuttermesser nicht mega scharf ist, kann es dann leicht passieren, dass man die aufgeweichte Tapete einreißt, anstatt sie zu schneiden. Deswegen ist mir persönlich eine Schere lieber.

•  An der seitlichen, noch offenen Kante trocknet der Tapetenkleister immer am schnellsten an. Dann kann es dazu kommen, dass die Tapeten an der Naht nicht richtig haften. Deswegen hebe ich die Tapetenkante an den sichtbar zu trockenen Stellen immer noch einmal ein kleines Stückchen {und vor allem ganz vorsichtig} von der Wand ab und habe einen sauberen, flachen Pinsel parat, mit dem ich ein bisschen Tapetenkleister nochmal unter die Kante streichen kann. Kleister der auf der Oberfläche der Tapete landet, sollte natürlich schnell feucht abgewischt werden.

{Unser Lampenschirm von Sperrmüll – HIER die DIY-Anleitung – ist jetzt vom Wohnzimmer in die Essecke umgegezogen}

•  Nachdem ihr dann die nächste Tapetenbahn Stoß an Stoß und gemäß dem Rapport des Musters angeklebt habt, ist es ganz wichtig, die Naht noch einmal mit einem schmalen, Tapetenroller ganz fest an die Wand zu rollern. Und die Naht sollte unbedingt hinterher auch gesäubert werden, falls sich etwas Tapetenkleister heraus gedrückt hat. Das lässt sich tatsächlich kaum vermeiden.

Dazu habe ich immer einen sauberen, leicht feuchten Frottee-Lappen bereit liegen. Mit dem wische ich ganz vorsichtig und ohne viel Druck Kleisterspuren an der Naht weg. Zwischendurch wasche ich den Lappen immer wieder sauber und befreie ihn von Kleisterresten.

•  Übrigens solltet ihr während des Tapezierens die Fenster geschlossen halten und auch die Heizung nicht volle Pulle laufen lassen. Der Kleister sollte möglichst langsam trocknen, damit die Tapete optimal an der Wand haftet.

• Und noch ein letzter Tipp: Sollte eure Tapete ein streng geometrisches Muster haben, dann solltet ihr mit dem Kleben in der Wandmitte anfangen und nicht in der Zimmerecke. Bei geometrischen Mustern ist die Symmetrie und Zentrierung sehr wichtig, und man möchte ja gerne ein gleichmäßiges Gesamtbild mit der tapezierten Wand erzielen. ;)

Damit hat das auch offiziell meine persönliche Cocooning-Jahreszeit begonnen… auch wenn jetzt im Herbst noch etwas Reiserei ansteht. Dann freue ich mich zwischendurch auch wieder umso mehr auf Zuhause.

Wie geht es euch im Herbst? Habt ihr auch immer das Bedürfnis, eure vier Wände gemütlich zu gestalten, um euch für die dunkle Jahreszeit ein bisschen muckelig einzuigeln?


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16 Kommentare

  1. Sorry, jetzt bin ich eine von den Lesern, die die eine Sache suchen, die nicht verlinkt ist und genau danach fragen – würdest du mir verraten, woher euer Couchtisch stammt? Dankeschön! :) Euer Wohnzimmer sieht übrigens super aus, die Tapete ist klasse!

    • Haha, Constanze! Egal, wie viele Sachen ich verlinke, weil ich denke, dass auf jeden Fall danach gefragt wird… meine Leserinnen finden immer noch etwas anderes! ;D

      Unser Couchtisch ist schon ziemlich alt und von IKEA. Er heißt „Strind“ und in dieser Größe gibt es ihn schon lange nicht mehr. Es gab ihn noch eine ganze Weile eine Nummer kleiner, aber ich glaube, mittlerweile ist er ganz aus dem Programm genommen. Tut mir leid.

      Vielleicht solltest du mal in den ebay-Kleinanzeigen oder so danach suchen. Da kann man ältere IKEA-Modelle oft noch finden.

  2. Super gemütlich, gefällt mir sehr! Und Luzie ist unfassbar talentiert, ich hoffe, sie wird diesen Weg weiter verfolgen!

    Ach ja, einmuckeln ist hier auch dran. Aber dann seh ich immer, was alles noch nicht fertig ist – und dann ist mir sehr ungemütlich :-p. Aber über den Sommer hat man doch andere Dinge zu tun als am Zuhause weiter zu werkeln, wir stecken auch jetzt erst wieder mitten drin. Zumindest der Ofen feuert schon ordentlich, das macht es sehr „cocoonig“!

    Liebste Grüße,

    Caro

  3. Christian Hildebrandt
    4

    Wusste gar nicht das mein Cousin so eine kreative Frau hat. Sieht ja wirklich super aus.

  4. Danke für Deine Tapetenklebetipps. So könnten mein Gatte und ich es vielleicht schaffen, nach dem nächsten Tapezieren nicht kurz vor der Scheidung zu stehen ;).
    Schön ist Dein Wohnzimmer, stylisch und doch kuschelig. Perfekt.
    Lieben Gruß, Katrin

  5. hah! Ihr beide seid aber auch die Tapeten-Meister! Und wie ich lese hat dass alles auch viel mit sauber machen und Lappen zu tun! hihi! Ich werde wohl doch besser jemanden Fragen, der sich damit auskennt ;-)
    Schick Dir ganz liebe Grüsse
    Claretti

  6. martina
    7

    WOW! tolle deko und gespür fürs zusammenpassende, danke für die tipps und die super anregungen. MIR fiel das „N“ in diamantenoptik besonders auf…kannst du mir vielleicht sagen wo das her ist?
    lg aus wien,
    Martina

  7. Kirsten Landmann
    8

    Liebe Nic,
    danke für diesen ausführlichen, tollen Post. Wir wollen im Herbst die Birkentapete von Cole & Sons in unseren Flur kleben und ich bin Dir jetzt schon extrem dankbar … deine Tips werden von unschätzbarem Wert sein, denn wir sind die totalen Rauhfaser-Nerds und also Mustertapeten-Greenhorns.
    Eurer Wohnzimmer sieht einfach klasse aus und die Zeichung Deiner Tochter auch. Da ist der Kunst-Leistungskurs wohl vorprogrammiert ;-))
    Herzliche Grüße
    Kirsten

    • Hi Kirsten!

      Die Birkentapete haben wir ja letztes Jahr in Luzies Zimmer geklebt. Da müsst ihr ein bisschen mehr mit dem Rapport aufpassen. Ihr schafft das schon. Toi toi toi!

      Danke dir… und ja, ich denke es läuft auf Leistungskurs Kunst und Englisch hinaus. Haha. ;)

  8. Bettina
    9

    Hallo,
    also dann werden wir das jetzt wohl machen mit dieser tollen rosa-beigen-glitzer-Rosentapete im englischen Stil im Schlafzimmer ;)! Ich liebäugle ja schon lange damit und selbst mein Mann fände es gut, aber irgendwie hab ich mich bis jetzt nicht getraut. Aber jetzt, auch durch deine Tipps motiviert, gehen wirs an! Ich freu mich schon soooo darauf und überlege schon, wo ich noch irgendwelche tollen Tapeten hinkleistern kann ;)! DANKE! Und euer Wohnzimmer sieht toll aus!
    Viele lieb e Grüße,
    Bettina

    • Hi Bettina, das ist ja toll, dass ich dich motivieren konnte. Ich drücke die Daumen, dass alles klappt und hoffe, meine Tipps helfen ein bisschen dabei! :)

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