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True Crime Podcasts, der Virus, der mich jetzt auch noch erwischt hat… & eine Liste

Podcast-Tipp | True Crime Podcasts, der Virus, der mich jetzt auch noch erwischt hat... & eine Liste | luziapimpinella.comEin paar meiner liebsten Menschen sind ja manchmal ziemlich morbide drauf. Meine beste Freundin Sonni zum Beispiel ist für mich die offizielle Queen of Halloween und wir freuen uns schon auf die diesjährige Party. Meine eine kleiner Schwester Lara guckt gern mal eklige Splatterfilme und auch mein Tochterkind ist dem Horror Genre durchaus sehr zugeneigt.

Sie kam auf der langen Hin- und Rückfahrt unseres Wien-Trips auch dieses mal nicht mit den obligatorischen Drei ??? um die Ecke, die wir auf langen Fahrten sonst gern hören. {Obwohl wir uns dann auch immer etwas über die an den Haaren herbeigezogenen Geschichten lustig machen}. Sondern mit echten Verbrechen… also haben wie etliche Folgen von Spencer Henry’s @spencerhenry Podcast Cult Liter @cultliterpodcast gehört. Ein Podcast über Serienkiller, Sektenführer und sonstige gefährliche Psycho- und Soziopathen. Sehr gruselig, oft eklig und für alle True Crime Fans absolut faszinierend.

Ich oute mich hiermit als solchen! Ich finde True Crime Formate absolut spannend und gucke auch gern Serien wie Snapped – wenn Frauen töten, Mindhunter, Murder Maps, Deadly Women und all so’n Kram. Keine Ahnung… vielleicht habe ich als Kind schon bei Oma und Opa zu viel Aktenzeichen XY gesehen. ;) Ich weiß, damit bin ich absolut nicht allein. Gerade bei Frauen ist das True Crime Genre extrem beliebt und sie machen locker 80% der Zuschauer oder Zuhörer aus.

Warum das so ist, ist wissenschaftlich {noch) nicht erklärt. Aber Umfragen zeigen, dass Frauen deutlich mehr als Männer, Angst davor haben, Opfer eines Verbrechens zu werden. Aus guten Gründen leider. Das könnte eventuell das größere Interesse an True Crime erklären. Was denkt ihr, ist dafür der Grund? Ich würde eure Meinung gern hören.

Ich lang ja nun die letzten 10 Tage nochmal mit einer Grippe im Bett und hatte seeehr viel Zeit, mich in diverse weitere True Crime Podcasts hinein zu hören und auch mal die ein oder anderen Bewertungskommentar zu lesen. Da stand in einem tatsächlich die Beschwerde eines männlichen Hörers, die Männer würden bei den Fällen ja immer ungerecht schlecht wegkommen. Ja sorry, mein Lieber! Die meisten Serienkiller und üblen Psychos sind nunmal Männer und die Gewalt richtet sich meistens gegen Frauen. Schlimm genug, dass Frauen sich in ihrem Leben in so vielen – für Männer völlig alltäglichen – Situationen unsicher und bedroht fühlen müssen. Aber das ist nochmal ein ganz anderes Thema, über das ich mich an dieser Stelle nicht weiter aufregen möchte…

Ich habe also eine ganze Reihe von Podcasts gehört und bin jetzt wohl meine Grippeviren endlich los, aber dafür endgültig mit den True Crime Virus infiziert. Ob einem die Art eines Postcasts gefällt oder nicht, ist ja definitiv Geschmackssache. Manche mögen lieber einen rein sachlichen, journalistisch neutralen Stil, für andere dürfen gern ein bisschen mehr Sprecher-Persönlichkeit und auch Emotionen mit ins Spiel kommen.

Ich selbst gehöre zu der letzteren Fraktion. Ich habe festgestellt, dass mir die True Crime Podcasts besser gefallen, bei denen auch die Persönlichkeit und Emotion des „Hosts“ einen Spielraum haben. Bei komplett neutraler „Berichtserstattung“ und Auflistung von Daten und Fakten bin ich schnell raus.Und ich dachte, ich erzähle euch einfach mal, welche Formate ich hineingehört habe, welche mir gefallen und welche nicht so. Denn ich bin sicher, es sind so einige „Cult Babes“ da draußen…

True Crime Podcasts, eine Liste mit Aktenzeichen XY für die Ohren…

Cult Liter Podcast {englisch}
Serienkiller, bizarre Sekten und mysteröse Orte mit ebenso mysteriösen Todesfällen werden bei Cult Liter jeden Montag vorgestellt. In sehr persönlicher Art und Weise… ZITAT: „Spencer Henry brings the spooky every Monday. Each week we’ll dive into a new story. Macabre history, true crime, and all things bizarre.“ – HIER geht’s zum Podcast.

Mein Fazit… Ich habe seit unserer Wien-Reise nun alle Folgen durch und ich liebe Spencer Henry und seine unkomplizierte Erzähl-Art. Deswegen steht er hier auch als Erster in der Liste. Obwohl Spencer bei der Darstellung der Taten von Serienkillern und Sektenanführer aus seinen Emotionen und seiner Abscheu keinen Hehl macht und auch öfter ein politisch völlig inkorrekter, flapsigen Kommentar aus ihm herausplatzt, finde ich seine Erzählweise nie Respektlos. Ganz im Gegenteil. Ich mag Hosts mit Persönlichkeit und Spencer ist einer und ich bin zum „Cult Babe“ geworden, also Fan!

DIE ZEIT Verbrechen
Andreas Sentker, Journalist der ZEIT, spricht mit Sabine Rückert, einer Expertin für Verbrechen und deren Bekämpfung sowie Kenntnissen in Rechtsmedizin, Kriminalpsychiatrie, Glaubwürdigkeitsbegutachtung und Täter-Profiling, über Kriminalfälle. – HIER geht’s zum Podcast.

Mein Fazit…Der nüchternste und  journalistischste aller True Crime Podcasts, die ich bisher gehört habe. Durchaus interessant, aber ich muss zugeben, mir etwas zu trocken, zu sachlich und auch leider zu unspannend erzählt. Für alle, denen distanzierter Abstand und journalistische Aufarbeitung ohne persönliche Emotionen wichtig ist, ist dieser Podcast sicherlich der Richtige. Für mich eher nicht so.

Mordlust – Verbrechen und ihre Hintergründe
Paulina Krasa und Laura Wohlers, zwei Journalistinnen, recherchieren pro Episode je einen deutschen Kriminalfall und erzählen sie sich gegenseitig. Die eine der beiden Freundinnen weiß nicht, mit welcher Geschichte die andere kommen wird… ZITAT: „Bei “Mordlust” wird auch mal gelacht, das ist aber nie despektierlich gemeint!“ – HIER geht’s zum Podcast.

Mein Fazit… Schade, dass sich die beiden direkt im Vorfeld rechtfertigen müssen, dass es bei ihrem Podcast nicht nimmer bierernst zugeht und sie nunmal keine Kriminalwissenschaftlerinnen sind. Offensichtlich wird {für mich typisch deutsche} Kritik daran bereits erwartet. Denn genau das finde ich an den beiden Frauen sehr sympathisch. Sie erzählen die Kriminalgeschichte ihrer Freundin, frei und auch mal flapsig, aber nie ohne Respekt für die Opfer. Und ich selbst habe das Gefühl, bei dieser Unterhaltung mit ihnen am Tisch zu sitzen. Ich finde diesen Podcast unter den deutschen True Crime Formaten erfrischend unverkrampft. Ich werde alle Episoden hören!

True Crime Germany
Chris, Kat, Dominik und Stefan berichten in ihrem True Crime Format von den größten, schockierendsten, spektakulärsten und auch mysteriösesten Verbrechen in der deutschen Kriminalgeschichte. – HIER geht’s zum Podcast.

Mein Fazit… Hört sich alles ein bisschen an, wie in einer Studenten-WG entstanden und so ist teilweise auch die Akustik. Schlimmer jedoch als das, ist die teilweise extrem monoton und manchmal auch in arg seltsamen Tonfall vorgelesene Handlung. Da kann ich ehrlich gesagt nicht lange zuhören, selbst wenn die eigentlichen Fälle noch so spannend sind. Bei der Folge #37 „Vater Denke“ war ich nach 3 Minuten raus. Dieser Podcast ist nichts für mich.

Verbrechen von nebenan – True Crime aus der Nachbarschaft
Erschreckender Weise passieren die schrecklichsten Verbrechen manchmal direkt in der Nachbarschaft, ohne dass man davon ahnt. Genau diesen Fällen widmet sich Radiojournalist Philipp Fleiter und spricht mit verschiedenen Gästen über die spektakulärsten Verbrechen der letzten Jahre {auch der ganz aktuellen} in Deutschland. – HIER geht’s zum Podcast.

Mein Fazit…  Der Host hat eine sehr angenehme Stimme und einen entspannten, professionellen Redefluss. Kein Wunder, er ist ja Profi und arbeitet beim Radio. Selbst, wenn er die Fälle zum Teil abliest, klingt das sehr hörenswert. Was ich außerdem mag, ist die Art und Weise, wie der jeweilige Gast mit in das Storytelling einbezogen wird. So stellt dieser häufig Fragen zu Geschehen, die mir selbst beim Hören gerade durch den Kopf gehen. Neben Mordlust gehört dieser Podcast zu meinen persönlichen Favoriten unter meinen bisher gehörten, deutschen True Crime Formaten.

Die Zeichen des Todes – der einzig wahre True Crime Podcast
Michael Tsokos, seines Zeichens bekannter deutscher Rechtsmediziner, schildert die Hintergründe seiner rätselhaftesten Kriminalfälle auf den Seziertisch. Zum Podcast gehören nicht nur die Ausführungen des Pathologen, sondern auch gespielte Szenen, die den jeweiligen Kriminalfall beleuchten. – HIER geht es zum Podcast.

Mein Fazit… Mich schrecken selbst verliehene Prädikate wie „der einzig wahre“ ja generell eher ab. So, wie wenn ich in der Brick Lane an jedem zweiten indischen Restaurant lese „Der beste Inder in London!“. Ah ja!? Dann gehe ich da bestimmt nicht rein. Eigentlich sollte ja Qualität für sich selbst sprechen, ohne viel Tönerei. Für mich ist dieser Podcast gerade im ersten Teil eigentlich keiner, sondern eher ein halb-dokumentiertes Hörspiel… was ich ganz grausam für die Ohren finde. Denn die nachgespielten Szenen muten sehr laienhaft an. Da vertröstet mich leider auch der professionelle Rechtsmediziner nicht ganz, der den Fällen mit seinem Kommentar immerhin eine spannende, professionelle Komponente gibt. Ich bin nicht sicher, ob ich mir alle Folgen {immerhin nur 7} anhöre. Denn mich nerven die Hörspiel-Passagen, die man jedoch braucht, um den Fall zu verstehen, einfach zu sehr.

My favorite Murder {englisch} 
Diesen sehr erfolgreichen True Crime „Comedy“ Podcast der zwei Gastgeberinnen gibt es bereits seit 2016…. ZITAT: „Aside from being avid true crime enthusiasts, Karen Kilgariff is a stand-up comedian and television writer and Georgia Hardstark is a writer and host for the Cooking Channel.“ – HIER geht’s zum Podcast.

Mein Fazit… Ich sagte ja, dass mir „lockere“ Postcast Hosts eher liegen als die angestrengt übersachlichen. Aber bei Karen und Georgia und wird mir das dann doch ein bisschen zu viel. Die beiden Gastgeberinnen quatschen soviel durcheinander, sind ständig am kichern und schweifen mit persönlichen Exkursen so oft von Thema ab, dass ich immer wieder gedacht habe… Äh, worum ging es eigentlich ursprünglich nochmal? Ich empfinde die Episoden als extrem lang und überflüssig zugequasselt und halte deshalb leider kaum eine Folge lang durch. Ich finde hier den Faktor „Comedy“ in der Form bei solchen Kriminalfällen, wo es am Ende eben um echte Menschen geht, tatsächlich auch despektierlich. Not my favorite. Sorry.

Casefiles {englisch}
Der Australische Podcast existiert seit 2016 und behandelt sowohl gelöste Verbrechen als auch „Cold Cases“, oftmals bekannte Kriminalfälle und Taten von Serienkillern. Die Episoden in Erzählform sind professionell gescriptet und beziehen sich auf Polizei-, Medien- und Zeugenberichte sowie Interviews. – HIER geht’s zum Podcast.

Mein Fazit… Die Fälle scheinen extrem akribisch und professionell recherchiert, was wohl kein Wunder ist, wenn eine ganze Reihe von Menschen an jeder Episode gearbeitet haben. Der Sprecher ergeht nicht in drastische und abstoßende Details, schafft aber durch seinen Erzählstil, der oft auch sehr ausführlich das Leben der Täter beleuchtet, dennoch eine spannungsgeladene Atmosphäre. Ich höre gern zu,  obwohl die Geschichten vorgelesen werden und ich eigentlich lieber freie Vorträge mag. Vielleicht liegt es aber auch an der englischen Sprache, dass ich es hier den Vorlesestil besser ertragen kann? Keine Ahnung. – HIER geht’s zum Podcast.

Crime Junkie {englisch}
Ashley Flowers berichtet jeden Montag über Verbrechen jeder Couleur… ZITAT „The storytelling is straightforward and free of rabbit holes so the cases stay suspenseful and are easy to follow.“ Mit dabei ist ihre Freundin Brit, mit der sie Details der Fälle und Motive diskutiert. – HIER geht’s zum Podcast.

Mein Fazit… Genau Ashleys Storytelling mag ich. Sie liest so gut wie nichts ab, sondern erzählt eine Geschichte frei und spannend. Auch die Zwischenfragen von Brit und die Diskussionen über Tatmotive etc., die sich daraus ergeben, sind angenehm zu hören und bringen die Geschichte vorwärts, anstatt sie zu unterbrechen. Ein absolutes „Thumbs up!“ von mir. Ich werde mir wohl alle verfügbaren Episoden anhören. Bis auf die, die man nur komplett bis zu Ende hören kann, wenn man einem kostenpflichtigen Fanclub beitritt. Das spare ich mir.

 

Wie ist es mit euch? Seid ihr ebenfalls von True Crime Podcasts oder auch Serien und Dokumentationen fasziniert?  Falls es so ist und ihr weitere Tipps für mich habt, gern immer her damit…

luzia pimpinella Gruss Macht's hübsch!

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2 Comments

  • Reply
    Chris
    13. November 2019 at 10:30

    Hallo Nic,

    danke für das Auflisten unseres Podcasts. Schade, dass er dir nicht gefällt. Und wir klingen nach Studenten-WG weil es eben ein reines Hobbyprojekt ohne finanzielle Unterstützung ist, im Gegensatz zu den anderen von dir aufgelisteten Projekten, die zu größeren Verlagen gehören wie z.B. Funk oder gesponsert werden.

    LG Chris von True Crime Germany

    • Reply
      Nic {luzia pimpinella}
      13. November 2019 at 17:59

      Hi Chris, es tut mir leid, aber wie bei vielen Dingen ist das einfach Geschmackssache. Ihr solltet das wirklich nicht persönlich nehmen. Genau, das, was mir vielleicht nicht ganz so gut gefällt, gefällt anderen dafür ganz besonders. Dass ihr euren Podcast mit Herzblut macht, ist völlig unbestritten.

      Ich finde übrigens nicht, dass Sponsoring oder ein professioneller Hintergrund mit entsprechenden Mitteln Dinge generell besser macht. Egal in welcher „Branche“. Mein persönlicher Favorit hier in der Liste, macht das zum Beispiel auch nur nebenbei aus Spaß (teilweise in Hotelzimmern aufgenommen) und ist eigentlich Friseur. ;)

      Also, bitte nicht persönlich nehmen. Ihr habt sicherlich eine Menge Fans und vielleicht finden ja auf diesem Wege noch ein paar mehr zu euch. Ich würde mich freuen.

      Liebe Grüße
      Nic

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