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Zu viele Dinge auf der To Do Liste frustrieren… brauche ich eine „Done!“ Liste? Ein Selbstversuch in Sachen Work-Life-Balance

Zu viele Dinge auf der To Do Liste frustrieren... brauche ich eine „Done“ Liste? Ein Selbstversuch in Sachen Work-Life-Balance | luziapimpinella.comIch schiebe ich in den letzten Wochen ziemlich viel Frust vor mir her. Ich hatte mir so unheimlich viel vorgenommen für die drei Monate, in denen Luzie in Neuseeland ist. Ganz viel vorarbeiten, ganz viel nacharbeiten. aktuelle Projekte bearbeiten und auch zwischendurch mal Zeit nur für mich haben. Und jetzt kommt heute in zwei Wochen schon wieder. Ganz ehrlich? Ich habe mit meinen tollen Plänen komplett versagt. Ich habe nicht mal einen Bruchteil davon umgesetzt, ich habe nicht das Gefühl, ich hätte diese Zeit wirklich genutzt und und das frustriert mich total. Unproduktiv, ineffektiv und irgendwie unzulänglich fühle ich mich in letzter Zeit oft. Ich bekomme also nicht einmal meine Pläne gebacken, wenn die Rolle „Mama“, die {selbst bei einer 17jährigen Tochter im Haus} sonst ja auch ein ganzes Stück meines Tages einnimmt, irgendwie wegfällt…pfffff.

Anfang des Jahres habe ich einen Blogpost geschrieben, der hieß „16 Angewohnheiten, die uns vom Glücklichsein abhalten“. Und doch, ja…. ich habe die meisten dieser Punkte echt ganz gut im Griff. Aber ich habe definitiv einen auf dieser Liste vergessen, der mich ganz offensichtlich immer öfter unzufrieden, wenn nicht sogar latent unglücklich macht. Ich neige dazu, mir viel zu viel auf den To Do Zettel zu schreiben und mich dann wie ein Loser zu fühlen, wenn ich es nicht schaffe, ihn abzuarbeiten. So kann es nicht weitergehen.

Zu viele Dinge auf der To Do Liste frustrieren und machen unglücklich… vielleicht sollte ich mir auch mal eine DONE! Liste anlegen!?

Ich glaube nämlich mittlerweile, ich muss mal dringend an meiner Sicht auf meine tägliche Arbeit schrauben und meine Fokus neu justieren. Ganz oft hängt mein Blick so fest an all den Dingen, die ich nicht abhaken konnte, anstatt die Dinge bewusst wahrzunehmen, die ich sehr wohl geschafft habe. Und das sind ja oft Sachen, die sich nicht einmal auf der Liste befinden, die also nicht sichtbar weg gestrichen werden können.

Die ganze eMails {nicht selten völlig unnötige Zeitfresser}, die ich jeden Tag beantworte Die Wäsche, die ich nebenbei gewaschen und aufgehängt habe. Der Lebensmitteleinkauf, den ich noch schnell mit in die Morgenstunden gequetscht habe. Das Blumengießen, dass ich im ganzen Haus erledigt habe. Der Nachschub an Granatapfel-Ingwer-Shot, den zwischendurch ich gemacht habe. Das Brainstorming über nächste Partner-Projekte, das ich während des Mittagessen mit mir selbst hatte. Die Briefings, die ich durchgelesen habe. Die Liste ist variabel und scheinbar unendlich, nämlich die mit all den „Kleinigkeiten“, die eigentlich auf keiner To Do Liste auftauchen und dennoch erledigt werden.

Ich arbeite selbstständig im meinem Home Office. Das bedeuten eben auch immer, dass die Grenze zwischen Job und Familie und somit auch Hausarbeit verschwimmt. Ich hatte es ja auch HIER in diesem Blogpost zu der Herausforderung, zu Hause zu arbeiten, schon mal geschrieben. Das Home Office hat ganz viele Vorteile, die ich nicht missen möchte und die mir sehr viel Freiheit geben. Aber es hat eben auch Nachteile. Ein großes Problem ist eben die Vermischung von Job und Privatleben und die fehlenden fest definierten Arbeitszeiten. Nun liegt das natürlich oft in der Natur der Sache, wenn man Blogger ist… vor allem, wenn man auch sehr persönlich bloggt und somit auch die Arbeit auch Teil des Familienlebens ist. Aber es ist eben auch immer schwierig für die Aufrechterhaltung einer gesunden für die Work-Life-Balance. Die gerät ganz leicht in Schieflage.

Zu viele Dinge auf der To Do Liste frustrieren... brauche ich eine „Done“ Liste? Ein Selbstversuch in Sachen Work-Life-Balance | luziapimpinella.comIch glaube jeder, der*die als Freelancer*in, der in den eigenen 4 Wänden arbeitet {und nicht nur der*die}, kann davon ein Lied singen. Und ich glaube, gerade Frauen haben in Job und Familie oft das Gefühl, nicht jeder Rolle gerecht zu werden. Denn sein wir mal ganz ehrlich… wir haben ganz oft viel mehr unterschiedliche Hüte auf, als die meisten Männer. No men-bashing intended… sorry, aber es ist einfach ganz oft so. Wir machen so viele Dinge „nebenbei“, die keiner wahrnimmt, manchmal nicht einmal wir selbst. Und dann müssen wir auch noch feststellen, dass der Tag eben doch nicht 26 Stunden hat! So wie es meine liebe Freundin Clara auch vor einer Weile getan und neulich ihre Konsequenz daraus gezogen hat.

Weniger Do! mehr Done! – mein Selbstversuch in Sachen Work-Life-Balance

Auch ich möchte etwas für mich ändern: meinen Fokus auf meine Arbeit und damit auch meiner eigen Wertschätzung für all die Dinge, die ich tue. Am Wochenende war es nämlich wieder einmal ganz deutlich… ich war Walken gewesen, hatte Wäsche gewaschen, hatte mit meinem Kind in Neuseeland geskypt und mit meiner Schwiegermutter telefoniert, ich hatte viel Gartenarbeit gemacht, ein bisschen Osterdeko gezaubert und habe alle Grünpflanzen im Haus umgetopft, die es nötig hatten. Nebenbei habe ich für einen der nächsten Blogposts Fotos gemacht und bearbeitet.Und dennoch habe ich in der Abendsonne des Sonntags vor allem Anderen gesehen, wie saudreckig die Fenster im Haus sind.

Das war der Moment, an dem ich beschlossen habe… nicht mehr zu arbeiten… nein, mehr daran zu arbeiten, endlich mal wieder die 1000 Dinge zu sehen, die ich jeden Tag tue. Wenn ich es niederschreiben muss, um meine Sicht auch mal wieder darauf zu lenken, dann tue ich das. Ich werde berichten, ob es mit meinem Frust und meiner Unzufriedenheit mit mir selbst hilft… Dies wird ein Selbstversuch!

Wie ist es bei euch so? Habt ihr auch oft viel zu viel auf eurer To Do Liste? Frustriert diese Liste euch? Und habt ihr manchmal das Gefühl ihr habt gar nichts geschafft, obwohl ihr eigentlich ganz viel gemacht habt? Aber vielleicht habt ihr ja auch eine ganz tolle Methode, damit genau DAS nicht passiert? Verratet ihr sie mir…?

luzia pimpinella Gruss Macht's hübsch!

P.S. Während ich das hier schreibe, ist mir übrigens mein Mittagessen auf dem Herd angebrannt. Vielleicht habe ich ja noch ein Problem… manchmal einfach zu viele Bälle gleichzeitig in der Luft.

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23 Comments

  • Reply
    Barbara B.
    1. April 2019 at 18:04

    Ich bin in einer ganz anderen Situation, aber eigentlich mit den gleichen Ergebnissen. Ich bin seit ca. 1 Jahr in meinem Alltag körperlich sehr behindert. Das ist schwer. Ich muss viele Pausen machen, arbeiten kann ich auch nicht mehr und ich denke auch immer ich schaff gar nichts mehr. Dabei stimmt das ja nicht wirklich. Ich schaffe nur im Gegensatz zu früher viel, viel weniger. Alle haben dafür vollstes Verständnis. Nur ich selber natürlich nicht. Ich habe auch schon darüber nachgedacht eine Art Tagebuch zu schreiben, indem ich jeden Tag aufschreibe was ich alles tue und in welcher körperlichen Verfassung ich bin. Denn das Gefühl nicht hinter her zu kommen ist auf Dauer deprimierend.

    • Reply
      Nic {luzia pimpinella}
      3. April 2019 at 19:38

      Das tut mir leid, Barbara. ich stelle es mir schwer vor, wenn man körperlich ständig an seine Grenzen stößt und dDinge nicht mehr schafft, die man früher einfach mal so gemacht hat. ich glaube, dass ein Tagebuch auch eine gute Idee ist, sich selbst vor Augen zu führen, was man dennoch schafft – gerade in deiner speziellen Situation. Ich wünsche dir alles Gute, dass du dein subjektives Gefühl damit verändern kannst.

  • Reply
    Julius
    1. April 2019 at 18:09

    Hi Nic,

    ich kann das sehr gut nachvollziehen. Ich habe dieses Gefühl leider irgendwie auch ständig. Am Abend schreibe ich mir To Do-Listen für den nächsten Tag und erledige in 80 % der Fälle nur etwa 2/3 der Liste. Jeden Tag habe ich das Gefühl, ich habe nicht alles geschafft und bin immer wieder gefrustet deshalb.
    Und klar, Wäsche und den Müll rausbringen landet erst gar nicht auf der Liste. Auch nicht die vielen Mails und der ganze Kleinkram, den ich so nebenbei gemacht habe.

    Ich hätte auch gerne eine Methode, mehr zu sehen, was ich alles geschafft habe und mich zu freuen, dass ich das mit dem Blog ganz gut hinbekomme trotz der oft mehr als 40 Stunden in der Woche, die ich im Büro mit meinem Hauptjob verbringe :/

    So, mega hilfreich dieser Kommentar, was :D

    Liebe Grüße
    Julius

    • Reply
      Nic {luzia pimpinella}
      3. April 2019 at 19:40

      Ach Julius, wenn mir einer nicht erzählen muss, was er alles schafft, dann bist du das eigentlich. Brauchst du wirklich eine Liste, um dir das selbst zu beweisen? Ich wäre gar nicht in der Lage, so toll und hochwertig zu bloggen, wenn ich noch einen anderen Vollzeitjob hätte. Also Hut ab!!!

  • Reply
    mamimade
    1. April 2019 at 20:13

    Ich habe vor Jahren begonnen meine ToDo Liste mit all den „Banalitäten“ zu füllen, die man eben auch so macht. Von „Wäsche vom Wäscheständer nehmen“ bis „Großeltern zurückrufen“ … alles, einfach alles.
    Die Done – Liste wurde damit enorm.
    So wurde mir klar, dass ich jeden Tage eine Unmenge an Dingen erledigt habe, die aber eben irgendwie niemand sieht, die irgendwie in unserer Gesellschaft nicht so zählen. Ich habe Jahre gebraucht, keine Scherz, um mich dahin zu bekommen, das alles wahrzunehmen und zu erkennen, was meine Arbeit eben wert ist.
    Nämlich viel.
    Alle Blumen umtopfen, die es nötig haben … ist ein beachtliches Todo. Skypen ist auch nicht in 3 Minuten erledigt. Es ist nur leider in unseren Köpfen falsch abgespeichert als „wenig wertvoll“. Da muss man dagegenarbeiten im eigenen Hirn.

    Ich habe mal gelesen, dass das Wort „Arbeit“ bis vor kurzem (60 Jahre oder so) alles beinhaltete, was eben Arbeit war. Also auch Kochen, Wäsche waschen etc. Erst in den letzten Jahrzehnten wurde „Arbeit“ zu „bezahlter Arbeit“. Der Rest ist durch diesen Wortsinneswechsel völlig verschwunden. Denn: Wie nennt man das dann?
    Das hat mir sehr geholfen beim Loslassen.

    • Reply
      Nic {luzia pimpinella}
      3. April 2019 at 19:44

      Ich habe jetzt auch angefangen, diese Banalitäten mal nebenbei aufzuschreiben. Dann sieht es nämlich wirklich gleich ganz anders aus, so schwarz auf weiß. Das Ding ist natürlich wirklich, dass in unserer Gesellschaft oft zwischen „bezahlter Arbeit/Job“ – wertvoll und „unbezahlte Hausarbeit“ = nicht nennenswert unterschieden wird. da sollte sich in den Köpfen wirklich mal etwas tun.

  • Reply
    Julia Erdbeerqueen
    2. April 2019 at 8:02

    Ich kenne dein Gefühl nur zu gut. Man nimmt sich immer so viel, kann aber gar nicht so viel schaffen. Bei der Arbeit genauso. Im Job habe ich eh oft das Gefühl, dass ich nichts gebacken bekomme, was auch an den vielfältigen Aufgaben in der Agentur liegt.
    Dort trage ich übrigens auch kleine DInge eine, die ich getan habe, aber die noch gar nicht auf meiner Liste standen. So merke ich dann doch, dass ich ganz schön viel geschafft habe. Für den Blog und daheim habe ich keine To Do Liste das stresst mich irgendwie. So bekomme ich aber auch weniger geschafft, da es nur ein Hobby ist, finde ich es aber nicht sooo schlimm.

    Berichte doch mal in ein paar Monaten, ob dir die neue Methode gefällt!
    Erdbeerige Grüße
    Juli

    • Reply
      Nic {luzia pimpinella}
      4. April 2019 at 8:28

      Hi Juli!

      Ich habe früher auch in einer Werbeagentur gearbeitet… ich weiß, was du meinst. ;) Da hatte auch auch ziemlich viele „Hüte“ auf. Allerdings hatten wir da auch ein ziemlich genaues Zeiterfassungssystem… alles wurde eingetragen, was man gemacht hatte. Das sollte dazu diesen, nachzuvollziehen, für welche Arbeit in der Agentur der meiste Arbeitsaufwand nötig ist.

      Wenn das Bloggen wirklich nur Hobby ist und bleiben soll, solltest du dich da aber auch gar nicht stressen!

  • Reply
    LInda
    2. April 2019 at 9:05

    Liebe Nic,

    ich verstehe dich so gut! Und dein Lösungsansatz gefällt mir auch sehr gut und ich hoffe, dass er so für dich passt und sich umsetzen lässt. Ich versuche es ein bisschen anders: Ich habe einfach die Intervalle, für die ich meine ToDo-Listen schreibe, flexibler gestaltet und passe sie jetzt ganz individuell an. Im Büro habe ich zum Beispiel eine ToDo-Liste für die ganze Woche, gleichzeitig liegt aber die für die nächste Woche auch schon bereit. So muss nicht immer alles in die gleiche Woche. ToDos für die nächsten 2-3 Stunden werden dann umkringelt und schon sieht das ganze nicht mehr so schlimm aus.
    Zuhause haben wir eine Wochen-ToDo-Liste mit großen Haushaltsaufgaben für mich und meinen Mann. Wenn ich aber mal einen ganzen Tag Zuhause bin und richtig viel erledigen möchte, schreibe ich auch hier immer ganz kleinteilig die Aufgaben für die nächsten ein / zwei Stunden auf. Dann werden die richtig schnell abgehakt und wirken nur halb so bedrohlich. Und Abends ist die Liste richtig schön lang und meistens komplett abgearbeitet :-)

  • Reply
    Tina
    2. April 2019 at 9:17

    Dieses Gefühl kenne ich sowas von!! Und die Done-Liste finde ich einen hervorragenden Selbst-Versuch! Da mache ich direkt mit!!

    • Reply
      Nic {luzia pimpinella}
      4. April 2019 at 8:32

      Hallo Linda, das scheint mir eine sehr gute Methode zu sein.

      Was den Job angeht, halte ich es eigentlich so ähnlich… allerdings mit einem Bullet-Journal, in dem ich immer die ganze Woche auf einem Blick sehe. Wenn dann ein To Do an einem Tag nicht klappt, mache ich es eben am nächsten oder übernächsten. Damit bin ich auch nicht unzufrieden.
      Mit meinen „häuslichen“ To Dos experimentiere ich gerade…

  • Reply
    Denise
    2. April 2019 at 10:13

    Ich hab generell auch immer viel bzw zu viel auf der To Do Liste.
    Aber da wir ja alle auch irgendwie den Spruch „To Do Listen abhaken macht mich glücklich“ leben, versuche ich mich ein bisschen selbst auszutricksen:
    Ich schreibe mir auch den ganzen Alltagskram auf, dann hat man mehr Punkte zum abhaken :-)
    Und: ich teile einzelne Aufgaben nochmal in Unteraufgaben auf. Und ich versuche, das in der zu erledigenden Reihenfolge aufzuschreiben, dann verzettelt man sich weniger – klappt aber nur manchmal.
    Man könnte nur „Wäsche“ schreiben. Aber damit ist ja meist verbunden: Wäsche sortieren, Wäsche ansetzen, vielleicht noch „alte“ Wäsche von der Leine nehmen und falten und dann die frisch gewaschene aufhängen. Das werden dann bei mir auch 4 Punkte auf der To Do Liste. Und Müll rausbringen landet auch auf der Liste.
    Ich glaub man ist oft versucht, so lästige Routine-Aufgaben, für die man nicht viel Hirnschmalz benötigt und die man irgendwie im Alltagstrott nebenher erledigt, gar nicht auf Listen zu schreiben. Aber die brauchen halt auch ihre paar Minuten und deswegen hab ich beschlossen, dass die auch ihre Berechtigung auf der To-Do Liste haben.
    Ich schreibe mir mittlerweile sogar kochen und essen auf :-D Ich hab ne Stunde „Pause“ zwischen Feierabend und Kind in der Kita abholen, da ist man immer versucht, gaaanz viel zu erledigen. Wenn ich aber dann kochen und essen draufstehen habe, sehe ich schon bildlich, dass da gar nicht mehr viel Zeit für viele andere Tätigkeiten bleibt.
    Wenn ich dann bei so einem 10x10cm Schmierzettel schon die zweite Spalte anfange mit den To Dos, dämmert mir, dass die Aufgaben vermutlich zu viel für den Tag sind und höre auf, weiter Aufgaben aufzuschreiben oder akzeptiere von vornherein, dass abends nicht alles abgehakt ist.

    Viele Grüße, Denise

    • Reply
      Nic {luzia pimpinella}
      4. April 2019 at 8:34

      Hallo Denise,

      ich werde auf jeden Fall auch mal mehr aufschreiben. Allein damit ich schwarz auf weiß sehe, was ich in Wirklichkeit alles tue. Und du hast recht…. nur „Wäsche“ ist es halt nicht. ;)

  • Reply
    Nicole
    2. April 2019 at 12:01

    Ich bin in meinem Berufsleben sehr fremdbestimmt. Mein Tagesablauf hängt sehr von den drei Partner ab, die ich als Assistentin betreue. Ich habe keine täglichen oder wöchtentlichen to-do Listen mehr … ich kommem doch nicht dazu, das zu erledigen, weil immer was anderes ist. Deshalb habe ich das ganz aufgegeben. Mir fehlt es allerdings manchmal sehr, dass ich meine Arbeit nicht mehr sehe – wie ich es zu Beginn meines Berufslebens, als ich noch mit Papier gearbeitet habe, getan habe – und deshalb schreibe ich mir auf, was ich alles geschafft und erledigt habe. Ich mache das nicht regelmäßig, aber immer dann, wenn ich das Gefühl habe, dass ich gar nicht mehr sehe, was alles erledigt ist. Das hilft mir dabei, die Dinge ins rechte Licht zu rücken. Ich mache das auch ganz oldschool mit Stift und Papier, virtuelle Listen sind für mich einfach nicht so präsent, wie ich das in dem Moment haben muss.

    Ich bin gespannt, wie Dein Selbstversuch ausgeht. Insgesamt gefällt mir der Gedanke einer „Done“-Liste viel besser als der einer „to do“ Liste. Auch wenn schöne Dinge darauf steht, hat das so einen kleinen Beigeschmack von „muss erledigt werden“.

    Herzliche Grüße
    Nicole

    • Reply
      Nic {luzia pimpinella}
      4. April 2019 at 8:36

      Hi Nicole, das hört sich ja ziemlich stressig an, sich zwischen 3 Partnern, mit vermutlich eigenen Anforderungen, aufteilen zu müssen.

      ich bin übrigens auch ein Fan von Stift und Papier. Virtuelle Listen funktionieren bei mir nicht.

  • Reply
    Karin Be
    2. April 2019 at 12:34

    Schon nah den ersten Zeilen … ein ganz klares Du-bist-nicht-allein! Selbst eine zu-viel-auf-Einmal-Macherin mit einer ganzen Reihe durchgebrannter Töpfe versuche ich seit Zeit das Frustpotential im täglichen Beruf, wie Allerlei zu minimieren.
    Zuallererst verkleinerte ich die Taschen-Kalendergröße von Din A5 auf Din A6 und den Wandkalender von vier auf zwei Spalten. Termine kommen in den Wandkalender und ist die Feld voll muss etwas gecancelt werden. Im Taschenkalender stehen die Wat-mutt-dat-mutt- Dinge, aber nur maximal drei! Auf den freien Platz darunter trage ich dann die Dinge ein, die ich sonst erledigt habe. Sonntag ist Ruhetag (klappt nicht immer, aber immer häufiger). Mit ein wenig farbiger Gestaltung macht sich das auch noch ganz hübsch, weshalb ich gerade überlege, darüber könnte ich ja mal bloggen. Hmm?
    Mich hat dieses System einigermaßen befriedet. Trotzdem ist der Tag immer noch gut gefüllt mit viel zu wenig Zeit für die Dinge, die ich gerne mache, wie fotografieren, zeichen, nach Kräutern suchen (es ist Frühling!), Farben herstellen, … und hier mache ich einen Punkt, bevor das kleine unzufriedene Karinsche sich in meinem Kopf festsetzen kann.
    Viele Grüße,
    Karin

    • Reply
      Nic {luzia pimpinella}
      4. April 2019 at 8:39

      ZITAT “ Mich hat dieses System einigermaßen befriedet. Trotzdem ist der Tag immer noch gut gefüllt mit viel zu wenig Zeit für die Dinge, die ich gerne mache, wie fotografieren, zeichnen…“

      Genau das nervt mich auch, Karin…. ich habe immer das Gefühl, dafür hatte ich früher einfach mehr Zeit. :(

  • Reply
    wegwunder
    2. April 2019 at 20:30

    Ich habe schon länger kapituliert, führe keine to-do Liste, bin resistent geworden gegen einen Grundsockel an „Unordnung“, OK die Wäsche macht der Mann weil ich mehr arbeite, habe eine Reinigungsfrau (ich würde gründlicher reinigen, bin einfach froh, dass jemand kommt), bin gelassen obwohl ich weiss ich sollte mal den Maler organisieren (hach dann dauert’s halt noch ein Weilchen), im Garten ist schon lange Wiese, …, ja so schaut’s aus. So irgendwie.
    Liebe Grüsse, Sibylle

    • Reply
      Nic {luzia pimpinella}
      4. April 2019 at 8:43

      Hallo Sibylle, das Problem ist, dass di Unordnung mich riesig nervt und ich mich dann auch selbst nerve, weil ich mich wie ein Loser fühle, das nicht mal in den Griff zu bekommen. Ich hatte früher auch eine Putzhilfe. Das hat wirklich enorm geholfen. Leider hatte sie irgendwann, wegen ihrer anderen Jobs, kein Zeitfenster mehr für mich. Und leider tute ich mich sehr schwer damit eine wildfremde Person meine Sachen putzen zu lassen, deswegen habe ich immer noch einen Ersatz. Vielleicht sollte ich mich da mal wieder drum kümmern.

  • Reply
    Kathrin
    2. April 2019 at 21:20

    Hallo Nic, google gerne mal Kanban-Tafel, dann noch am besten mit echten post-its an einer echten Wand, die Oberkategorien sind dabei wählbar, z.B. Stories (Ideen), Todo (klare Ziele), Doing (in Arbeit), Finishing (letzter Schliff, Veröffentlichung oder so fehlt noch) und Done (fertig). Alle Aufgaben (auf je einem Postit) wandert so über das Board und man kann unheimlich gut sehen, wo gerade etwas steht oder wo gerade ein Stau besteht. Und sei es nur, um am Ende Erfolgsfokus auf Done zu haben. Viele Grüße, Kathrin

    • Reply
      Nic {luzia pimpinella}
      4. April 2019 at 8:46

      Hi Kathrin, ganz lieben Dank für deinen Tipp. Aber ich glaube nicht, dass das die richtige Methode für mich ist. Ich möchte eigentlich keine Tafel, die mir im noch größerem Format sagt, was ich alles noch tun muss. Haha. ;)

      Der Überblick ist auch nicht mein Problem, den habe ich ganz gut mit meinem Bulllet-Journal mit Wochenüberblick. Aber eben nur, was den Job angeht. Der Rest an Arbeiten fällt weitgehend unsichtbar unter den Tisch. Da versuche ich gerade eine Lösung zu finden.

  • Reply
    Sharon
    3. April 2019 at 14:55

    Ja, ich muss zugeben, es wurmt mich auch jedesmal, dass ich nur sehe, was ich am Tag nicht geschafft habe.
    Aber ich mache es wie eine meiner Vorschreiberinen tatsächlich auch so, dass ich alles auf die Liste schreibe wie Lernen (ich mache einen Fernlehrgang), Turnen, Wäsche waschen und aufhängen, Wäsche zusammen legen und aber auch die Mutterfahrdienste zum Instrumentenunterricht und zum Sport werden mit aufgeschrieben.
    Und doch frage ich mich immer wieder, wie das Mütter machen, die die ganze Woche voll Arbeiten gehen, haben die dann garkeine Hobbys mehr?
    Auch mache ich es so, dass ich meine „Arbeit“, inkl. Turnen unter der Woche erledige, während ich am Wochenende eben nur das nötige mache.

    Irgendwie ist man doch nie wirklich zufrieden mit sich und dem was man macht oder? Aber ich schaffe es immer mehr auch mal nur den Moment zu genießen und alles andere was gemacht werden muss auszublenden.

    Liebe Grüße
    Sharon

    • Reply
      Nic {luzia pimpinella}
      4. April 2019 at 8:52

      Hi Sharon, das frage ich mich auch immer, muss ich sagen. Ich habe ja immerhin noch den Vorteil, dass mein Job aus einem Hobby heraus entstanden ist und ich demnach die meiste Zeit eben auch Spaß damit habe.

      Ich glaube mittlerweile, dass wir einfach wieder mal lernen müssen, loszulassen und unsere Wahrnehmung für das, was wir tun, gerade zu rücken, um zufriedener zu sein. Da arbeite ich gerade dran…

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