Blogger-Interview – meine Frage-Stippvisite bei Flo von Tasteboykott

Blogger-Interview | Meine Frage-Stippvisite bei Flo von Tasteboykott | luziapimpinella.com

Tasteboykott heißt ein Interior-Blog, dem ich schon seit zwei Jahren folge. Hinter ihm steckt ein erstaunlich junger Mann namens Flo und ich möchte ihn euch heute vorstellen… falls ihr ihn noch nicht schon kennt. Im Rahmen meiner Frage-Stippvisiten bei anderen Bloggern, habe ich ihm ein paar neugierige Fragen gestellt.

Hier ist also mein neusten Blogger-Interview mit Flo von Tasteboykott. 

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Nic: Ich muss mich erst einmal outen und dir gestehen, dass ich deinen Blog schon eine ganze Weile gelesen habe, bevor ich überhaupt realisiert habe, dass ein sehr junger Mann dahinter steckt. Und ich muss auch gestehen, dass mich das sehr überraschte. Ich glaube, ich kenne deinen Blog jetzt schon 2 Jahre. Da warst du demnach 17. Unglaublich!

Das bringt mich zu meiner ersten Frage. Wie hast du in schon so jungen Jahren einen so erwachsenen Stil entwickelt und wie würdest du deinen Look, den ich schon unglaublich aufgeräumt, geradlinig und minimalistisch finde, selbst beschreiben?

Flo: Meine stark ausgeprägte Begeisterung für Interior Design und Einrichtung ist wahrscheinlich wirklich nicht ganz gewöhnlich, schon seit über zehn Jahren ist Wohnen einfach „mein“ Thema, mit dem ich mich sehr intensiv beschäftige.

Meine Eltern haben damals unser Haus gebaut und meine Leidenschaft war erwacht, seitdem habe ich viel ausprobiert, gelernt und meinen Stil weiterentwickelt, Wissen aufgesaugt wie ein Schwamm, Sachen gekauft und wieder aussortiert, Zeitschriften, Websites und Blogs gelesen… Gerade die Entdeckung deutscher Wohnblogs vor einigen Jahren hat mich stark beeinflusst und meine Vorstellung von einem schönen Zuhause sehr geprägt, weil sie für mich so viel neue Inspiration boten, die Themen waren immer im Trend und ein bisschen anders als alles was ich kannte.

Zu meinem Stil: Geradlinig trifft es wahrscheinlich recht gut, ich finde auch schnörkellos, reduziert, monochrom, hell, kreativ und manchmal schon minimalistisch passend.

Zwei Herzen schlagen in meiner Brust, wenn es ums Wohnen geht: Wichtig sind mir Ordnung, viel Licht, wenig Zeug und eine gewisse optische Ruhe mit Platz für Kreativität und neue Ideen, aber auch Kunst, Bücher und meine stetig wachsende Sammlung an Dekokram gehören unbedingt dazu, sie bringen meine Persönlichkeit mit ein. Sich zuhause wohlzufühlen hat oberste Priorität für mich, in totalem Chaos würde ich nicht leben wollen. Komplett minimalistisch aber auch nicht, denn ich bin einfach ein Liebhaber schöner Dinge und werkle auch selbst gerne kreativ vor mich hin. Zurzeit siegt meistens der Wunsch nach Klarheit und ich räume vieles weg, rotiere dafür immer mal wieder die ausgestellten Dekostücke.

Wobei, seit einigen Monaten entwickle ich eine starke Vorliebe für ganz andere Einrichtungsstile: sehr traditionell, alte Holzverkleidungen, dunkle Wandfarben, Bodenfliesen im Schachbrettmuster und antike Ölgemälde… Ein bisschen wie in einem britischen Landsitz, aber mit modernem Twist. Da ein Wohnstil aber auf jeden Fall zur Architektur des Hauses passen sollte {und auch das Budget eine Rolle spielt}, werde ich das nie in diesem eher neuen Haus umsetzen. Vielleicht ergibt sich mal ein Wohnprojekt in dieser Richtung, bis dahin bleibe ich wohl dem skandinavisch-modernen Look weitestgehend treu.

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Nic: Was inspiriert dich für deine Einrichtung zu Hause… und sorry, wenn ich das ganz unverblümt und schrecklich neugierig frage… wohnst du allein oder noch bei deinen Eltern? Im Blog sieht es ganz eindeutig so aus, als könntest du dein Interior-Talent in den eigenen vier Wänden austoben.

Flo: Irgendwie freue ich mich sehr über diese Frage, denn ich möchte nicht den Eindruck erzeugen, dass ich meinen Lesern immer dieselben Sachen zeige wie in einer schlechten Serie, bei der jede Folge nach einem sehr ähnlichen Konzept aufgebaut wird.

Ja, tatsächlich wohne ich noch bis Herbst komplett bei meinen Eltern, habe aber in meinem Zimmer ziemlich alle Freiheiten beim Einrichten, was ich auch ausnutze. Ich verändere hier überdurchschnittlich viel, oft und gerne.

Es sind circa 15 Quadratmeter, aber nur weil man jung ist und wenig Platz hat, heißt das ja nicht, dass man es sich nicht schön machen kann. Genau das versuche ich mit meinem Blog zu zeigen, durch Dekoideen, Stylingtipps und DIY-Projekte.

Allerdings sollte man sich von den Fotos nicht täuschen lassen, so ordentlich ist es nicht immer und hässliche Dinge schiebe ich aus dem Bild. :)

Inspiration hole ich mir mittlerweile überwiegend online, besonders auf Pinterest verliere ich mich regelmäßig in den zahllosen perfekten Fotos. Bekannte norwegische Wohnblogs wie Elisabeth Heier und Stylizimo sind stets sehr inspirierend für mich was Wohnideen, Stylings und Trends angeht, und auch deutsche Blogs lese ich viele, z.B. Leelah Loves, bildschœnes oder Raumideen.

Auf Instagram folge ich vielen Einrichtungsaccounts, Designstudios, Kreativen und Künstlern, auf deren Bildern ich vor allem die Details wahrnehme. Wenn der Kopf auf diese Weise ständig mit visuellem Input gefüttert wird, ist es kein Wunder, dass auch viele Ideen darin entstehen!

Und dann ist da noch die Inspiration aus dem realen Leben. Ein Museumsbesuch, Bummel durch ein Geschäft, der Wechsel der Jahreszeiten, das planlose Herumspielen mit Dekoobjekten, ein Spaziergang, Eindrücke unterwegs…All das kann mich auf neue Ideen bringen und Anlass für eine Veränderung geben.

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Nic: Was ist dein persönliches Interior Goal, das du gern umsetzten würdest oder auch DAS Möbelstück, dass du gern dein Eigen nennen würdest?

Flo: Ich liebe zum Beispiel den Wishbone Chair von Hans J. Wegner und auch einen Diamond Sessel von Harry Bertoia möchte ich gerne mal mein Eigen nennen, am liebsten ein Mid-Century Original. Für mich sind das nicht nur Sitzmöbel, sondern Skulpturen!

Mindestens genauso wichtig wie die Möbel und Einrichtungsgegenstände ist aber das Gebäude drumherum: Hier träume ich von einem eigenen alten Haus mit lichtdurchflutetem Kreativstudio und viel Platz zum Umsetzen meiner Ideen, natürlich ganz nah am Meer gelegen, alte Holzdielen oder cooler Estrich als Bodenbelag, große Fenster…

Ausstatten würde ich mein Traumhaus dann auf jeden Fall mit kuscheligen Sofas und Lesesesseln vor einem riesigen Bücherregal, das ich mit all meinen Büchern und Bildbänden fülle, dazu kämen dann tolle Kunstwerke an den Wänden und eine Küche im Shaker-Stil von deVOL. Die seh‘ ich schon vor mir: Spülbecken aus Keramik mit Bridge Faucet vor einem alten Sprossenfenster, Küchenarbeitsplatten aus Marmor, weiße Wände, lackierte Schränke, eine Kochinsel oder ein alter Holztisch in der Mitte des Raums und abgerundet wird alles durch ein paar feine Dekodetails.

Es wird zwar noch eine ganze Weile vergehen, bis ich die Schlüssel zu so einer Immobilie in der Hand halten werde, aber wenn es soweit ist, muss ich ja schließlich vorbereitet sein!

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Nic: Du hast ja gerade dein Abitur gemacht. Was sind deine Pläne für die nahe Zukunft?

Flo: Ist das zu glauben, bald ist das schon wieder ein Jahr her! Wirklich große Pläne habe ich gar nicht, dafür viele kleine, auf die ich mich schon sehr freue. Ab Oktober werde ich Kunstgeschichte und Germanistik studieren, bis dahin bleibt noch genug Zeit für viele tolle Erlebnisse und neue Erfahrungen:

Ich möchte noch ein bisschen mehr von der Welt sehen, gerne von Freunden begleitet oder auch alleine, weiter meine Italienisch-Sprachkenntnisse ausbauen, das ein oder andere Praktikum machen, kreativ tätig bleiben und mich endlich für eine Universität entscheiden. Dafür brauche ich jetzt schon viel zu lange, generell tue ich mich leider sehr schwer, größere Entscheidungen zu treffen und es ist schonmal ein Fortschritt, dass ich überhaupt einen Studiengang gefunden habe, auf den ich mich sehr freue. Kunst hat schon immer eine große Rolle in meinem Leben gespielt und das soll sie auch weiterhin tun.

Zusammengefasst möchte ich dieses Jahr also einfach das tun, was mir gerade Freude bereitet und den Gelegenheiten folgen, die sich mir bieten. Bisher bin ich damit immer ganz gut gefahren.

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Nic: Wenn du dein Leben auf per „fast forward“ vorspulen könntest {was natürlich keiner wirklich will ;)}, wo würdest du dich dann in 10 Jahren als immer noch sehr junger Erwachsener wiederfinden wollen?

Flo: Hmhmhm. Darauf würde ich zurzeit wahrscheinlich jede Woche eine andere Antwort geben.

In 10 Jahren bin ich 29, habe {hoffentlich} meinen Master gemacht und einen Job, der mir sehr viel Freude bereitet. Momentan würde ich gerne später die Kunst- und Designbücher bei einem Verlag als Lektor betreuen, aber wer weiß, vielleicht {wahrscheinlich} ist das ganz anders als ich es mir vorstelle und ich lande in einem anderen Beruf. Arbeit im Museum, in der Erwachsenenbildung, als Kunstvermittler oder einfach im Büro – kann ich mir alles irgendwie vorstellen und dann doch noch nicht. Abwarten, ich bin gespannt, in welche Berufsfelder ich in den nächsten Jahren noch so reinschnuppern darf und wo ich dann letztendlich lande! Vielleicht wird es auch die Selbstständigkeit als freier Künstler oder Interior Stylist, träumen darf man ja :).

Du merkst, was meine Zukunft angeht ist alles noch recht offen und ich habe kaum feste Pläne, und das ist auch ok so wie es ist! Es ist wichtig, dass ich auf mein Bauchgefühl höre, denn das hat meistens recht.

Außerhalb des Berufs wünsche ich mir einen schönen Wohnort mit einer noch schöneren Wohnung {als Zwischenetappe vor dem Traumhaus :)}, viele gute (alte und neue) Freunde, Gesundheit für alle meine Lieben und mich selbst, tolle Reisen und Erlebnisse, Freizeit für kreative Tätigkeiten und dazu für mich selbst etwas mehr Sicherheit, Selbstvertrauen und Weisheit… Ich hoffe mal, dein Blog bleibt die nächste Dekade online, damit ich das hier später nachlesen und mich dann darüber amüsieren kann!

Und ich hoffe, meine Antworten stellen dich zufrieden, mir hat die Beantwortung sehr viel Freude gemacht und es war spannend, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Danke, dass ich dabei sein durfte und liebe Grüße!

Nic: Lieber Flo, ich danke dir herzlich, dass du bei meiner Frage-Stippvisite zu Gast warst. Von deiner Aufgeräumtheit könnte ich mir eine Scheibe abschneiden übrigens. ;) 

P.S. Ihr findet Flo und seinen minimalistischen Tasteboykott auch auf Instagram, Facebook, Printerest & Twitter.

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11 Kommentare

  1. Vielen Dank, dass ich dabei sein durfte, ich freu mich so!
    Und lass dir gesagt sein: Es ist nicht immer so ordentlich hier :)

  2. Krass. 19 Jahre alt? Wie kann man da schon so erwachsen sein? Ist gar nicht negativ gemeint, ich wünschte, ich hätte mich früher mit sowas etwas mehr beschäftigt. Manchmal schwant mir, ich habe meinen Stil bis heute nicht gefunden….
    Sehr spannend und ich wünsche ganz viel Spaß in den künftigen eigenen 4 Wänden!
    LG /inka

  3. Ein sehr interessantes Interview. Ich folge Flo erst seit ein paar Monaten, bin aber von dem geradlinigen Stil und den schönen Details immer wieder sehr angetan. Und mir ging es auch so, mit Blick auf das Alter dachte ich erst einmal, wtf, das kann doch nicht sein :D

  4. Ich kenne Flos Blog auch schon sehr lange und schaue immer wieder gerne vorbei :)
    Tolles und sehr symphatisches Interview!
    Liebe Grüße, Yvonne

  5. Ach super, Deine Fragen, Nic, decken auf was auch bei mir nach und nach mit durchweg positiver Überraschung „Tasteboykott ist ein junger Spunt“ durchrieselte. Und all das Wohnliche, das es neben vielen anderen schönen Eindrücken zu sehen gibt, auf ca. 15 m² – wunderbar!! Schön, mehr von Dir, Flo, zu erfahren!

    Liebe Grüße x 2 !
    Maren

  6. Mega, denk ich mir. Und das trifft nicht nur auf die Studienfachwahl zu :-p (von Kunsthistoriker/Germanist zu einem angehenden ;-)). Was für eine unglaubliche Reife und Klugheit in diesen Sätzen steckt. Ein echt tolles Interview!

  7. Liebe Nic,
    tolle Fragen!

    Liebe Flo,
    interessante Antworten!

    Jetzt ist Tasteboykott wohl kein Geheimtipp mehr ;)

    Liebe Grüße. Cora

  8. Annika
    10

    Wow – sehr spannend! Und in dem Alter schon dieser Anflug von Weisheit – alle Achtung!

    Bei mir hat er – ehrlicher Weise – aber schon durch den Hemnes auf dem ersten Bild gewonnen 😉. Ich liebe Hemnes einfach! Und wäre da nicht mein Mann, hätte ich nicht nur die schöne große weiße Kommode im Flur!

    Liebe Grüße von Annika

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