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#refugeeswelcome

MY 2 CENTS

#bloggerfuerfluechtlinge | das ist MEIN deutschland!

luzia pimpinella | #bloggerfuerflüchtlinge | das ist MEIN deutschland - ein nachmittag in der kleiderkammer messehallen hamburg

als wir am samstag auf die holstenglacis abbogen, um zu den messehallen zu gelangen, standen wir erst mal wir im stau. normalerweise nervt uns stau total, aber aber am stamstag war die schlange von autos eher ein freudiger anblick. all diese menschen hatten nämlich das gleiche vor wie wir: in der KLEIDERKAMMER in der hamburger MESSEHALLE B6 spenden vorbeibringen und / oder zum helfen vorbeikommen. nicht lang schnacken, sondern machen! das ist für die hamburger dank einer handvoll privater initiatoren aus dem karoviertel ganz einfach geworden. was als reine
erstversorgung der flüchtlinge gedacht war, die in den hamburger messehallen untergebracht sind, hat sich zu viel mehr entwickelt, als sich das orga-team {moritz, simone, niklas, dominik, ole und ise} je hätten erträumen können. mittlerweile versorgt die kleiderkammer auch flüchtlingsunterkünfte in der umgebung, und das vor allem, weil die hamburger nicht nur kleidung, bettzeug und hygiene-artikel spenden, sondern auch ihre zeit!

luzia pimpinella | #bloggerfuerflüchtlinge | das ist MEIN deutschland - ein nachmittag in der kleiderkammer messehallen hamburg
luzia pimpinella | #bloggerfuerflüchtlinge | das ist MEIN deutschland - ein nachmittag in der kleiderkammer messehallen hamburg
luzia pimpinella | #bloggerfuerflüchtlinge | das ist MEIN deutschland - ein nachmittag in der kleiderkammer messehallen hamburg

auch wir wollen nicht nur hilfreiche dinge dort abgeben, sondern ein bisschen zeit und körperlichen einsatz schenken. selten haben wir unseren freien samstagnachmittag so sinnvoll verbracht und ich bin dankbar dafür, dass es einem hier so einfach gemacht wird, ein bisschen mit anzupacken. ohne typisch deutsche krümelkacker-bürokratie und generalstabsmäßige erbsenzähler-planung. einfach kommen und machen heißt in der kleiderkammer die devise – großartige sache! so standen wir vier {herr P., das fräulein, ihre beste freundin und ich }also am samstag dort am eingang. keine ahnung von nix, aber hoch motiviert!

luzia pimpinella | #bloggerfuerflüchtlinge | das ist MEIN deutschland - ein nachmittag in der kleiderkammer messehallen hamburg
luzia pimpinella | #bloggerfuerflüchtlinge | das ist MEIN deutschland - ein nachmittag in der kleiderkammer messehallen hamburg
luzia pimpinella | #bloggerfuerflüchtlinge | das ist MEIN deutschland - ein nachmittag in der kleiderkammer messehallen hamburg

zwei minuten später hatten wir einen namensaufkleber auf der brust. mehr als den vornamen braucht man hier nicht von den freiwilligen helfern. schließlich möchte man wissen, wie man sich gegenseitig anreden soll, wenn man hand in hand arbeitet. „geht mal da rüber“ ich glaube bei den gepackten kartons brauchen sie leute zum sortieren.“ und schon trugen wir kisten hin und her, die noch am selben tag in diverse flüchtlingsunterkünfte transportiert werden sollten. ich weiß nicht, wie viele hundert kartons wir an diesem samstag gemeinsam bewegt haben, aber es fühlte sich großartig an, etwas zu tun! in der halle herrschte eine absolut tolle stimmung… locker, freundlich, hilfsbereit, unkonventionell! auf den ersten blick vermutete man das größte chaos und doch war eine verblüffende ordnung in all der vermeindlichen unordung. unfassbar, was alle gemeinsam bearbeiteten, sortierten und wegschafften. dabei mitzuhelfen zu können, machte uns glücklich. wer etwas von sich gibt, bekommt eben so viel zurück.

luzia pimpinella | #bloggerfuerflüchtlinge | das ist MEIN deutschland - ein nachmittag in der kleiderkammer messehallen hamburg
luzia pimpinella | #bloggerfuerflüchtlinge | das ist MEIN deutschland - ein nachmittag in der kleiderkammer messehallen hamburg
luzia pimpinella | #bloggerfuerflüchtlinge | das ist MEIN deutschland - ein nachmittag in der kleiderkammer messehallen hamburg

wisst ihr, ich dachte… DAS HIER IST MEIN DEUTSCHLAND! diese wand am eingang der kleiderkammer messehallen ist vollgebappt mit den namensaufklebern unzähliger helfer, die hier in den letzten tagen und wochen mit angepackt haben. menschen, die einfach machen und damit viel bewegen… nicht nur buchstäblich klamottenberge, pappkisten und paletten. diese leute sind mein deutschland. 

ebenso die menschen, die am bahnhof stehen und die flüchtlinge herzlich wilkommen heißen. überall in deutschland! an dieser stelle möchte ich trotzdem ganz laut und insbesondere „danke, liebe münchner!“ sagen. ich finde es großartig, dass ihr eurem ministerpräsidenten {der am liebsten keinen einzigen einwanderer oder asylanten in unser land lassen möchte, weil er angst um seine bayrischen pfründe hat}, zeigt, dass er unrecht hat. dass IHR das anders seht! danke. das macht auch einen norddeutschen fischkopp wie mich stolz! 
ihr leute, die ihr – egal wo – etwas tut, und sei es auch nur eine kleinigkeit. die ihr anpackt, spendet, spenden sortiert und verteilt. ihr, die ihr kontakt zu flüchtlingen sucht, mit ihren sprecht, ihnen ein taxi spendiert, mit den kindern malt und bastelt, die erwachsenen bei behördengängen unterstützt, mit ihnen kocht, esst… was auch immer! ihr in erster reihe und ebenso in der 2. reihe, wie die liebe anna von BERLINMITTEMOM gestern schon so schön meinte. ihr, die ihr doch etwas sagt, obwohl ihr denkt, euch fehlen die passenden, schicken worte! {das denke ich selbst auch immer.} ihr, die ihr den besorgten bügern und denen „ich-bin-zwar-kein-nazi-aber…-argumentierern“ und den unverblümt fremdenfeindlichen „ja-nur-die-meinung-sagern“ die stirn bietet… IHR seid mein deutschland. ihr seid das deutschland, dass ich mir für mein kind {und irgendwann mal für meine enkelkinder} wünsche.

dunkel war gestern und soll gestern bleiben! schön, dass es so viele menschen gibt, die licht machen. danke.

P.S. falls ihr in hamburg und umgebung wohnt und euch bei der KLEIDERKAMMER in den MESSEHALLEN hamburg engagieren wollt… HIER  und auch HIER findet ihr alle informationen. wie gesagt, helfen war nie simpler… einfach hingehen und machen! mein mann rief mich übrigens gerade an und sagte, er fährt jetzt nach dem büro noch für eine stunde dort vorbei. dort etwas zu bewegen und die wunderbare stimmung vor ort, das fühlt sich eben einfach gut an. 
P.P.S. eine weitere wunderbare möglichkeit für blogger, sich einzubringen, bietet die community #BLOGGERFÜRFLUECHTLINGE. ihr findet sie auch HIER auf facebook. seid dabei.
MY 2 CENTS

#my2cents | niemand ist eine insel – ich auch nicht.

es lässt sich nicht leugnen, dass reisen ja auch immer ein bisschen den alltag und der realität entfliehen ist. raus aus dem langweiligen trott, es sich einfach mal gut gehen lassen. das tun, was einen wirklich glücklich macht und auch ein bisschen den kopp {und nicht nur die füße} in den sand stecken und das die ganzen beschissenen nachrichten in der welt ein bisschen ausblenden. genau das habe ich auch getan. 


facebook blieb auch lieber aus. zu oft blubberte mir da eine unangenehm braune suppe entgegen. dem himmel sei dank, nicht aus der timeline meiner freunde und bekannten, aber das, was durch umwege an lesbaren kommentaren auf meinem feed landete, reichte schon, um mir übelkeit zu verursachen. unverhohlene fremdenfeindlichkeit unter dem deckmäntelchen der besorgnis vor überfremdung und des patriotismus des anständigen, deutschen bürgers. ja, ich gestehe, das habe ich mir im urlaub nicht reingezogen. ich habe ihn aktiv ausgeblendet diesen hirnlosen mist. 
aber jetzt bin ich wieder da und es schwappt über mich. immerhin nicht nur braune suppe, sondern auch eine ganze menge offene arme und hilfsbereitschaft, wie zum beispiel bei #BLOGGERFUERFLUECHTLINGE. die haben allein in der letzten woche, in der ich offline war, 50.000 euro für die hilfe von flüchtlings gesammelt und zahlreiche aktionen an den start gebracht. wenn man selbst gar nicht weiß, was tun, dann kann man sich hier an die hand nehmen lassen. für mich ein guter anlauf- und startpunkt nach all der internetzabsinenz der letzten wochen.
ja, ich schreibe das alles, ohne mich vorher schlau gemacht zu haben, was geht. ohne optimal informiert zu sein. ohne schon überall involviert und in gruppen organisiert und vernetzt zu sein. ohne mir vorher tagelang einen kopp gemacht zu haben, wie ich das thema hier im blog und in meinem privatleben anpacke. kein ausgefeilter text, nur ein paar meiner persönlichen gedanken heute morgen. ich bin jetzt wieder da. kopp aus’m sand… ich will lieber was machen, als lange nachdenken und labern. ich habe heute morgen schon mal ganz banal angefangen und die spendenbox für flüchtlinge bei BUDNI mit hygieneartikeln vollgepackt {wenn ihr in hamburg und umgebung wohnt könnt ihr das auch ganz fix tun ohne viel tammtamm – infos gbt es HIER!}. nix dolles, nur eine kleine tat. ein kleiner schritt. aber mit vielen kleinen schritten kann man eben auch einen langen weg schaffen. niemand weiß das wahrscheinlich besser, als die flüchtlinge, die den beschwerlichen weg auf sich genommen haben, um hier bei uns sicherheit und hilfe zu finden.

keiner ist eine insel. kein land und auch kein mensch. ich auch nicht. ich geh jetzt gucken, was ich machen kann und wünsche euch einen schönen wochenstart! los gehts.