TRAVEL

Wie ich 12 bis 14 Stunden im Flieger überlebe – meine Tipps für Langstreckenflüge, inklusive Jetlag & Flugangst

Reissetipps | Hier kommen meine persönlichen Überlebens-Tipps für Langstreckenflüge, schlaflose Nächte im Flieger, Jetlag-Vermeidung und wie man (vielleicht) seine Flugangst in den Griff bekommt | luziapimpinella.com

Ich warte ja immer noch darauf, dass jemand das Beamen erfindet, dann könnte man ganz auf Langstreckenflüge verzichten, um über Tausende von Kilometern von A nach B zu kommen. Naja Wunschdenken, das wohl so einige Menschen haben, die gern Reisen.

Auch wenn ich vor zwei Wochen auf meiner Reise nach Vietnam das erste (und vielleicht auch das einzige) Mal in meinem Leben in den Genuss gekommen bin, einen Sitzplatz in der Business Class zu haben, fliege ich normalerweise Economy. Egal wie lang die Strecke ist. Und das kann bei großen Distanzen ganz schon schlauchen. Besonders, wenn man im Sitzen generell nicht schlafen kann, so wie ich.

Um einen langen Flug so entspannt wie möglich zu überstehen, habe ich da so meine Routine entwickelt und auch meine Reiseutensilien dabei. Die habe ich euch heute in meinen persönlichen Tipps für Langstreckenflüge zusammengestellt. Ein paar Ratschläge, wie man den Jetlag möglichst klein halten kann sind auch dabei. Und da mich das Thema Flugangst für ein paar Jahre sehr gestresst hat, habe ich auch hier ein paar meiner Erfahrungen, die ich mit euch teilen möchte.

Also bitte anschnallen, die Tische hochklappen und die Sitze in eine aufrechte Position stellen. Danke, los geht’s.

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Meine persönlichen Tipps für einen angenehmeren Langstreckenflug

Wählt euren Sitzplatz weise.

Ich gehe jetzt von dem Fall aus, dass ihr – wie wie ich eigentlich immer – Economy, also Holzklasse, fliegt. Wenn ihr euch Business oder gar First Class leisten könnt, sind die meisten meiner Tipps sowieso obsolet. ;)

Für fast alle Plätze gibt es ein Für und Wider. Sitz man am Fenster, kann man beim Nickerchen den Kopf seitlich anlehnen. Sitzt man am Gang, hat man die Möglichkeit, die Beine auch mal auszustrecken. Allein die Mittelplätze einer Reihe sind eigentlich immer Mist und gerade noch zu ertragen, wenn man zwischen Familienmitgliedern oder Freunden sitzt, an die man sich bei Bedarf schamlos anbucken kann. Wenn ich allein fliege, also neben Fremden sitze, nehme ich eigentlich lieber den Gangplatz. Dann muss ich den schnarchenden Menschen neben mir nämlich nicht wecken, wenn ich mal aufs Klo muss.

Wusstet ihr übrigens, dass Sitzplätze in der Höhe der Tragflächen, die ruhigsten sind, wenn es Turbulenzen gibt? Das liegt daran, dass sie nah am Schwerpunkt des Flugzeuges sind.

Und auch wenn die erste Reihe vielleicht einladend erscheint, weil man keine Sitze vor sich hat, sollte man vielleicht daran denken, dass es ein unruhiger Platz sein kann, weil dort generell Familien mit Babies und kleinen Kindern untergebracht.

Vergesst schickilacki Outfits und tragt Klamotten, die nicht kneifen.

Es mag zwar reizvoll sein, den Flieger wie eine Fashionista gekleidet zu besteigen, aber Sinn macht das nicht, wenn man Economy Langstrecke fliegt. Nicht mal in der Business oder First Class, wenn ihr mich fragt.

Joggibüxen sind schon lange salonfähig und ein absolut adäquates Kleidungsstück für einen Langstreckenflug. Ich setze außerdem aufs Layering. So kann ich etwas aus oder überziehen, sobald die Klimanlage mal wieder zwischen Sauna und Eisschrank schwankt. Außerdem immer dabei: ein kuscheliges großes Tuch oder ein Schal.

Mein aktuelles Lieblingsoutfit zum Fliegen, könnt ihr übrigens HIER auf Instagram sehen: Ringel-Jeseykleid, Leggings und dazu einen Hoody, falls es kühl wird. Übrigens trage ich auf Flügen immer einen bequemen „seamless“ Sport-BH, nichts mit drückenden Bügeln oder kratzenden Materialien.

Macht es euch so kuschelig wie nur möglich.

Dicke Socken und wie bereits erwähnt ein kuscheliger großer Schal gehört für mich unbedingt ins Hanggepäck. Ich zögere auch nie, die Flugbeleiter/innen nach einer zweiten Decke zu fragen, wenn ich denke, ich könnte eine brauchen. Meist gibt es noch welche.

Ein Nackenhörnchen vergesse ich manchmal (und ärgere mich jedes Mal), aber es hilft selbst mir, die ich im Flieger nicht richtig schlafen kann, beim Dösen. Wer keine Lust hat, so ein Ding mit sich herumzuschleppen, kann sich auch ein aufblasbares besorgen. Das kann dann klein zusammengefaltet wieder in der Tasche verschwinden. Übrigens ist es bequemer, wenn ihr das Nackenkissen umdreht und daraus ein „Kinnkissen“ macht. Denn wenn man einnickt, fällt der Kopf natürlicherweise nach vorn und wird so besser gestützt. ;)

Probleme mit den Druckausgleich? Habt ein Nasenspray dabei.

Manchmal piekt es beim Start und beim Landen ihn den Ohren. Vielleicht, weil sich ungeahnt eine Erkältung anschleicht oder aber weil man auch schon einen Infekt hat, aber trotzdem fliegen muss. Für den fall habe ich immer ein Nasenspray dabei. Das erleichtert durch seine abschwellende Wirkung ganz schnell die Belüftung des Mittelohrs und somit den schmerzlosen Druckausgleich. Ein Spray für Kinder reicht nach meiner Erfahrung völlig.

Stay hydrated! Gebt eurem Körper und auch eurer Haut ausreichend Flüssigkeit.

Viel Wasser trinken, ist an Bord eines Flieger ein Muss, besonders auf einem Langstreckenflug. Ich habe immer eine leere Trinkflasche dabei, die ich in der Bordküche auffüllen lasse. So erspare ich mir auch den Heckmeck mit den oft winzig kleinen Bechern und habe genug Wasser zum Trinken für die Nacht.

Auch die Haut braucht mehr Feuchtigkeit, weil sie wegen der Klimaanlagenluft im Flieger die Haut austrocknet und sie dann spannt. Deswegen habe ich immer etwas Feuchtigkeitscreme und ein kleines Thermalwasser Spray (z.B. Thermalswasser von Avène oder Kiehl’s Cactus Flower Hydrating Mist) in meinem Täschchen mit den Reiseutensilien. Das kann ich mir bei Bedarf mal eben ist Gesicht sprühen, es spendet Feuchtigkeit, pflegt und erfrischt. Eine Lippenpflege darf für mich ebenfalls nicht fehlen.

Verzichtet besser auf Alkohol.

Mag sein, dass der Rotwein zum Abendessen oder das Bier verlockend ist. Aber im Flugzeug verzichte ich eigentlich immer auf das Trinken von alkoholischen Getränken. Alkohol dehydriert den Körper zusätzlich, kann auch in kleinen Dosen schon Kopfschmerzen verursachen und verschlimmert auch den zu erwartenden Jetlag.

Habt ein paar Knabbereien im Handgepäck.

Und damit meine ich keine Gummibärchen oder Chips (obwohl ich die auch sehr mag), sondern Snacks, wie Nüsse, getrocknete Apfelstückchen und Protein- oder Müsliriegel. Euer Energiehaushalt wird es euch danken. Vor allem, wenn die Mahlzeiten an Bord grottig sind. ;)

Bewegt euch während des Flugs.

Das sollte bei langen Flügen eigentlich ein No-Brainer sein, aber die wenigsten Passagiere tun es wirklich. Ehrlich gesagt, komme ich mir auch immer ein bisschen blöde vor, wenn ich auf meinen Platz die Übungen machen, die auf den letzten Seiten des Airline-Magazins im Vordersitz beschrieben werden. Aber ich versuche trotzdem immer wieder, mich ein bisschen zu bewegen. Am liebsten stehe ich einfach mal 5 Minuten zwischendurch im Gang und wippe langsam auf den Zehenspitzen auf und ab. Das bringt die Venenpumpen in Gang.

Übrigens macht das Tragen von Kompressionsstrümpfen, die Thrombose verhindern sollen, auf jedem Langstreckenflug Sinn. Obwohl ich zugeben muss, dass ich mich daran aus Bequemlichkeit und Faulheit selbst nicht halte.

Blendet alles andere aus, um zur Ruhe zu kommen.

Macnhe Airlines versorgen ihre Fluggäste auch in der Economy Class mit Schlafmasken und Ohrenstöpseln. Ich habe trotzdem gerne meine eigenen dabei. Dann weiß ich nämlich, dass sie bei mir richtig passen und sitzen und auch das tun, was sie sollen.

Sanfte, leise Chill-Out Musik aus den eigenen und gut sitzenden Kopfhörern kann auch helfen, sich zu entspannen und auszublenden, dass man in einem voll besetzen Flugzeug sitzt

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Tipps gegen die Schlaflosigkeit auf Langstreckenflügen und wie ich versuche, Jetlags zu vermeiden

Bucht einen Nachtflug – wenn es geht.

Wenn man eine Langstrecke über Nacht fliegen kann und während des Flugs zur Ruhe kommt, fällt es einem leichter, sich am Zielort in der neuen Zeitzone zu akklimatisieren und die innere Uhr neu zu justieren. Wobei es für gewöhnlich weniger belastend ist, westwärts zu reisen als ostwärts. Deswegen ist es besonders auf Flügen in Richtung Osten wichtig, sich auszuruhen und, wenn möglich, zu schlafen.

Macht die Augen zu und versucht, zu entspannen – auch wenn ihr nicht wirklich schlafen könnt.

Für mich, als jemand, der im Sitzen fast gar nicht schlafen kann, war es immer verlockend, mich einfach die ganze Nacht durch das Movie-Programm der Bord-Unterhaltung zu glotzen. Die Auswahl an Filmen auf Langstreckenflügen ist ja meist reichhaltig genug. Mit dem Effekt, dass ich bei der Ankunft am Zielort nicht nur Augen wie ein Angorakaninchen hatte, sondern auch entsprechend groggy und völlig übermüdet war.

Irgendwann habe ich angefangen, mich zu zwingen, wenigstens zu ruhen. Mit Schlafmaske und Ohrenstöpseln. Mittlerweile schaffe ich Phasen, in denen ich döse oder auch kurze Nickerchen mache und die sind tatsächlich besser als gar kein Schlaf, denn auch so kann sich der Körper etwas erholen. Es gibt ja Leute, die schwören auf Power-Napping. ;)

Die Amerikaner schwören übrigens darauf, bei Schlafproblemem im Flieger einfach das Schlafhormon Melatonin in Tablettenform zur Hilfe zu nehmen. das gibt es in den USA rezeptfrei zu kaufen, Hierzulande jedoch leider nicht. Leider habe ich bei meinen letzten Amerika-Reisen immer vergessen, mir davon mal ein Döschen zu besorgen.

Ach ja, und nochmal… stay hydrated! Trinkt viel Wasser!

Die Uhr schon im Flieger umstellen.

Darauf schwören ja Manche, um sich schon mal gedanklich an die andere Zeitzone zu gewöhnen. Ich persönlich bin da immer nicht so sicher, ob einen das Sehen der „neuen“ Zeit nicht unter Umständen auch nervös macht. Weil einem vor Augen geführt wird, wie viele Stunden vor Ort man vielleicht noch durchhalten muss, bevor man endlich schlafen darf. Meine Meinung eben.

Versucht euch direkt der neuen Zeitzone anzupassen und den Ankunftstag durchzuhalten

Nach einem langen, anstrengenden Flug (womöglich noch mit wenig oder gar keinem Schlaf) ist die Versuchung groß, im kuscheligen Hotelbett direkt ein kleines Nickerchen zu machen, wenn man völlig kaputt endlich angekommen ist. Das sollte man sich aber unbedingt verkneifen, denn das bringt die innere Uhr nur noch mehr aus dem Trott. Es sei den es ist am Zielort tatsächlich Nacht, dann ist Schlafen natürlich erlaubt.

Ansonsten heißt es, den ersten Tag in der neuen Zeitzone so gut wie möglich, aber vor allem wach, zu überstehen. Am besten, man hat direkt etwas Spannendes vor, erkundet die Gegend, esst was Schönes, dann ist die Müdigkeit oft erst einmal verflogen.

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Noch ein paar Worte zu Flugangst und wie ich meine wieder überwunden habe

Ich spreche hier (wie auch im restlichen Artikel natürlich) aus ganz subjektiver Erfahrung. Angst ist immer ein völlig irrationales Gefühl, dem man schlecht mit Vernunft beikommen kann. Auch wenn ich glaube, dass eine „vernünftige“ Perspektive manchmal helfen kann, mit der eigenen Angst umzugehen und sie auch zu bekämpfen.

Tatsächlich bin ich nie sehr gern geflogen. Das Gefühl so viele Kilometer Luft und sonst nichts unter mir zu haben, war mir schon immer irgendwie unbehaglich. Vor allem, wenn Turbulenzen aufkamen. Aber so richtig schlimme Angst hatte ich nie. Das änderte sich plötzlich als ich Mutter wurde. Nach Luzies Geburt fing ich an, innerlich auszuflippen, sobald das Flugzeug zu wackeln anfing. Die üblichen Turbulenzen, die es auf Flügen nun mal gibt, versetzten mich zunehmend in Panik. Eine ganz schlechte Sache für eine Familie, die auch mit einem kleinem Kind genau so gern verreiste wie zuvor.

Von Flug zu Flug wurde es schlimmer. Oft krampfte ich mich an Stephans Hand fest, bis sie blutleer und taub war – immer bemüht, meine Panik vor Luzie zu verbergen. Schließlich wollte ich meine Ängste nicht auf sie übertragen. Manchmal hockte sich sogar eine Flugbegleiterin neben mich und versicherte mir, dass alles völlig normal, ungefährlich und okay sei… so sehr war mir die Hysterie ins Gesicht geschrieben. Manchmal kullerten Tränen vor lauter Angst.

Ich kann das Gefühl, das ich bei länger andauernden Flugzeugwackeleien bekam, kaum beschreiben. Erst war es nur ein ängstliches Unbehagen, das ich dann immer versuchte weg zu atmen. Das steigerte sich dann zusehends in ein panisches Gefühl und wenn ein bestimmtes Limit erreicht war, kochte alle Angst in mir über und war gar nicht mehr zu stoppen. Ein schreckliches, panisches Kribbeln in der Brust, das für mich kaum noch unter Kontrolle zu bekommen war, solange Turbulenzen anhielten – und das konnte ja auch schon mal länger sein… Es war, als müsste ich die Flugzeugwände hochgehen und durchdrehen.

Irgendwann hatte ich schon Angst vorm nächsten Flug und diesen Panik-Attacken. Ich sprach mit meiner Hausärztin darüber und sie verschrieb mir ein Beruhigungsmittel, das ich nur vor einem Flug bei Bedarf nehmen sollte. Das half mir tatsächlich sehr. Ich merkte, dass ich (tatsächlich ohne weitere Nebenwirkungen) beim Fliegen relaxter war und auch Turbulenzen gelassener und weniger panisch ertragen konnte.

Die Tabletten halfen mir 5 Flüge lang, bis ich mein kleines Täschchen mit meinen „Travel Essentials“ irgendwann in der Tasche am Vordersitz vergaß. Natürlich auf einem Hinflug. Ich musste also gezwungenermaßen den Langstreckenflug zurück nach Hause wieder ohne meine kleinen Helfer überstehen. Und das ging erstaunlich gut. Es war, als wäre ich aus einer Angstspirale befreit worden, weil ich inzwischen gelernt hatte, dass ich das sehr wohl (wenngleich mit Hilfe) aushalten kann. Heute sind mir Turbulenzen immer noch unbehaglich, das wird sich auch nicht ändern. Aber die Panik-Attacken hatte ich seitdem nie mehr so schlimm.

Ich habe da ja noch eine These: Meine Tochter ist größer geworden und nicht mehr so auf mich angewiesen, wie früher. Klingt vielleicht komisch, aber ich glaube, dass es auch mit den natürlichen Instinkten zu tun hat, dass man als Mutter eines Babies oder Kleinkindes plötzlich Ängste hat, die man vorher in dieser Form nie kannte. Die Natur hat uns vielleicht einfach so programmiert, dass wir vorsichtig sind, solange wir den Nachwuchs zu versorgen haben? Ich stelle auf jeden Fall fest, dass ich in den letzten Jahren, in vielerlei Hinsicht, Ängste auch wieder verloren habe, die ich zwischenzeitlich ganz schlimm hatte. Stellt mich zum Beispiel jetzt auf eine hohe, schwankende Hängebrücke und ich sage „Na und?“. Vor einigen Jahren noch, hätte ich vor lauter Höhenangst keinen Schritt auf so ein Ding gemacht. ;)

Was kann also gegen Flugangst helfen?

• Pflanzliche oder auch chemische Beruhigungsmittel (lasst euch da am besten von einem Arzt eures Vertrauens beraten!)

• Die Ablenkung mit Musik, Hörbüchern oder auch spannenden Filmen im Bordprogramm. Lesen hilft meiner Erfahrung nach nicht so effektiv als Ablenkungsmaßnahme.

• Bei Langstreckenflügen möglichst einen Nachtflug buchen, den man zum größten Teil verschlafen kann, wenn man denn im Flieger schlafen kann.

• Auf Alkohol während des Fluges verzichten, denn angesäuselt hat man oft nur noch mehr Emotionen, also auch mehr Angst.

• Bei aufkommender Angst, ruhig eine Flugbegleitung rufen, um mit ihr/ihm zu sprechen. Diese Leute sind Profis und fliegen jeden Tag und manchmal helfen ein paar beruhigende Worte, um die wachsende Panik in den Griff zu bekommen.

• Ein Seminar gegen Flugangst besuchen. Fluggesellschaften, wie z.B. die Lufthansa und auch andere bieten solche an. Und hätte sich meine panische Angst vor Turbulenzen, nicht von allein wieder gelegt hätten, hätte ich so einen Kurs absolut in Betracht gezogen.

• Sich mit den Fakten ums Thema Fliegen und Flugsicherheit befassen. Wenn man weiß, dass Turbulenzen nicht gefährlich sind, dass bemannte Flugzeuge sogar in das Auge von Wirbelstürmen hineinfliegen können, dass Tragflächen sich unglaublich biegen können, ohne dass ein Flugzeug abstürzt, und dass 2014 drei Milliarden Menschen geflogen und dabei nur 692 Menschen zu Tode gekommen sind, dann kann das durchaus helfen. Einen sehr informativen Artikel, in dem ein Pilot zu diesem Thema interviewt wird, könnt ihr auch HIER dazu lesen.

Eine Sache, die mir damals nämlich auch sehr geholfen hat, meine Angst in eine „vernünftigere“ Perspektive zu rücken, war tatsächlich ein Artikel über Flugangst im örtlichen Käseblatt. Darin ging es um die irrationale Angst vorm Fliegen und wie man diese mit Sachwissen bekämpfen kann. Denn eigentlich leben wir alle gefährlicher, wenn wir über die Straße gehen oder unser Auto besteigen. Aber haben wir da Angst? Nee.

Und wie geht es euch, wenn ihr lange im Flieger sitzen müsst? Könnt ihr auf einem Langstreckenflug gut ein Nickerchen machen oder eher nicht so. Fliegt ihr generell gern oder plagt euch schon mal die Flugangst? Ich würde mich freuen, eure Erfahrungen zu hören.

Safe travels!

luzia pimpinella Gruss Macht's hübsch!

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16 Comments

  • Reply
    Nathalie
    16. September 2018 at 9:19

    Liebe Nic, ganz vielen und speziellen Dank für diesen Beitrag. Er trifft bei mir genau ins Schwarze, denn während ich früher gern und viel geflogen bin, habe ich über die Jahre eine solche Flugangst entwickelt, dass ich auf Flugreisen inzwischen völlig verzichte. Auch unter anderem deswegen, weil ich vor meinem zehnjährigen Sohn nicht völlig ausflippen möchte. Aus Gründen, die du ja sehr gut erklärt hast. Das ist natürlich schade und ich würde es gern ändern. Deine Tipps motivieren mich zumindest, es wieder mal zu versuchen. Wir träumen momentan von Städtetripps nach London und Lissabon, an diese recht kurzen Flugstrecken muss ich mich einfach mal wieder herantrauen.

    • Reply
      Nic {luzia pimpinella}
      17. September 2018 at 13:34

      Liebe Nathalie,
      aus meiner persönlicher Erfahrung kann ich dir nur sagen, dass es auch wieder besser werden kann. Wenn es dir wichtig ist, weiterhin auch Flugreisen machen zu können, solltest du dran bleiben. Kurze Flüge sind sicherlich ein guter Neuanfang. Und wie gesagt…. wenn der Leidensdruck sehr hoch ist, hilft es vielleicht auch mal, mit seinem Hausarzt darüber zu sprechen.

      Ich drücke dir die Daumen, dass es – wie bei mir – eine Phase ist, die du auch wieder überwinden kannst. Toi toi toi.

  • Reply
    Bine
    16. September 2018 at 11:09

    Danke für Deine Tipps, Nic! In wenigen Wochen fliege ich, nach 15 Jahren, mal wieder Langstrecke.
    Auch ich habe ein bisschen Bammel und schon eine lange Liste mit Ideen, was wir mitnehmen werden
    und wie wir es uns an Bord bequem machen können.
    Liebe Grüße Bine

  • Reply
    Miriam
    16. September 2018 at 12:07

    Hallo Nic,
    Da hast du viele nützliche Sachen zusammengetragen, hab herzlichen Dank dafpr. Ich habe auch einen Tipp: Melantinon ist auch un den Niederlanden rezeptfrei erhältlich – und die erreichst du sogar ohne Langstreckenflug ;-)

    • Reply
      Nic {luzia pimpinella}
      16. September 2018 at 12:24

      Hi Miriam, danke für den super Tipp! Das wusste ich nicht. Dann werde ich da in den Herbstferien gleich mal schauen, da sind wir nämlich in Amsterdam.:)

  • Reply
    Denise
    17. September 2018 at 9:22

    Ich liiiiiebe fliegen! Schon als kleines Kind fand ich es toll und die Begeisterung hat sich auch als Erwachsene nicht gelegt. Allein die Atmosphäre am Flughafen hat etwas aufregendes für mich.
    Mit meinen Eltern bin ich oft innerhalb Europas geflogen, meinen ersten Langstreckenflug bin ich dann mit 20 Jahren allein angetreten, nach Australien meinen damaligen Freund besuchen.

    Schlafen im Flieger geht so bei mir. Ich habe lange Beine, so dass man sich selten gemütlich in den Sitz fläzen kann, und schlafen so richtig aufrecht ist wirklich schwierig.
    Als wir vor 2 Jahren nach Japan geflogen sind, hatten wir einen Nachtflug und Plätze vor den Toiletten. Da konnte man schamlos die Rückenlehne nach hinten stellen ohne ein schlechtes Gewissen dem hinter einem sitzenden Menschen zu haben, das hat tatsächlich beim schlafen geholfen.

    Den Tipp mit der Wasserflasche muss ich mir merken. Denn ich finde es echt nervig, wie wenig man immer zu trinken bekommt, obwohl doch immer betont wird, wie wichtig das ist.
    Als wir dieses Jahr auf Mallorca waren, haben wir auf dem Rückflug nicht einmal kostenlos etwas zu trinken bekommen, weil das in unserem gebuchten Tarif nicht drin wäre. Komischerweise haben wir auf dem Hinflug etwas bekommen, und da wir eine Pauschalreise gebucht hatten, gehe ich davon aus, dass Hin- und Rückflug im gleichen Tarif waren. Naja, aber da die Spanier zuvor bei der Sicherheitskontrolle sehr human waren, durften wir für unser gerade 1 Jahr altes Kind sehr viel Wasser mit an Bord nehmen, das hat uns „gerettet“ :-)

    Flugangst hab ich überhaupt nicht. Dafür ganz schlimme Höhenangst. Der Schritt von der Treppe ins Flugzeug (wenn der Spalt dazwischen sehr „groß“ ist) ist für mich fast das schlimmste :-D

    Liebe Grüße
    Denise

  • Reply
    Nic {luzia pimpinella}
    17. September 2018 at 13:39

    Hallo Denise,

    gegen das Fliegen an sich habe ich auch nichts, nur gegen die Turbulenzen. Ich habe zum Beispiel beim Starten und Landen und während eines ruhigen Flugs gar keine Angst.

    Aber dein eigenes Beispiel mit der Flugzeugtreppe zeigt ja auch wieder, wie irrational diese ganze Angstgeschichte ist. Haha.

    P.S. Die Plätze vor den Toiletten mag ich gar nicht. Da ist einständiges Kommen und Gehen. da komme ich gar nicht zur Ruhe.

  • Reply
    Karin
    17. September 2018 at 15:25

    Hallo Nic,
    ich finde Du hast die Angstzustände sehr gut beschrieben. Mit Anfang zwanzig hatte ich einige Langstreckenflüge in die USA. Die fand ich total entspannend und ich konnte mir gar nicht vorstellen, was das ist „Flugangst“. Als ich mit unserem ersten Sohn schwanger war änderte sich dies auch bei mir schlagartig. Bei einer Landung auf die griechische Insel Samos musste der Flieger bei der Landung nochmal durchstarten, da die Landebahn sehr kurz ist und es ihm beim ersten Mal nicht gereicht hat. Danach war sie da über viele Jahre: Flugangst. Start und Landung bin ich schweissgebadet und Turbulenzen „überlebe“ ich nur durch Ablenkung oder immerwährende Mantren „alles ist gut, das Flugzeug ist das sicherste Verkehrsmittel“. Ich vermied zu fliegen. Mein Traumziel war aber schon immer Vietnam…..13 Flugstunden…. 2013 fasste ich den Entschluss mit der ganzen Familie und den inzwischen großen Jungs den Schritt zu wagen. Was soll ich sagen, nach einer Stunde gab es recht lange Turbulenzen, die ganz schön lange anhielten. Gefühlt ist das ja der halbe Flug, wenn es auch nur 1-2 Stunden sind. Aber ich war stolz auf mich.
    Seither bin ich nicht mehr geflogen. Es hat mich also nicht geheilt. Bis vor 10 Tagen. Wir sind nach Kreta geflogen.
    Drei Stunden dachte ich, dass schaffe ich und endlich hatte ich positive Erfahrungen gemacht. Gerüstet mit beruhigenden homöopathischen Tropfen und einigen Artikeln über die Sicherheit des Fliegens (das hilft tatsächlich) war ich nur bei Start und Landung angespannt und etwas feuchte Hände. Kurven fliegen finde ich auch nicht mehr unangenehm. Ich stimme Dir zu, jetzt sind die Kinder gross und vielleicht ändert sich dann tatsächlich das Angstverhalten. Da die Kinder ja sozusagen nun alleine klar kommen. Eine Freundin hat mir auch den Tipp gegeben mir eine Beruhigungsmittel oder Schlafmittel verschreiben zu lassen. Dies werde ich auf jden Fall beim nächsten längeren Flug machen, da es mir die Sicherheit gibt, wenn Turbulenzen kommen kann ich mir damit helfen. Man muss nicht alles durchhalten, man kann sich auch helfen lassen. Das lerne ich gerade, Danke dass Du so offen darüber sprichst ! Einen Gangplatz finde ich außerdem auch gut, man hat dann auch mal was zu sehen, wenn man Ablenkung braucht und hat definitiv mehr Platz für die Beine !

    • Reply
      Nic {luzia pimpinella}
      17. September 2018 at 18:29

      Hallo Karin,

      ist doch super, dass du dich wieder getraut hast und dass es ein erträglicher Flug für dich war. Dann auf zu neuen Abenteuern!!!

      Ich glaube ja, dass allgemein unterschätzt wird, dass Fakten und Daten über Flugsicherheit tatsächlich ein besseres Gefühl geben können. Viele meinen ja, weil Angst irrational ist, kann man ihr mit rationalen Argumenten nicht beikommen. Aber ich glaube das stimmt nur bedingt. Es kann sehr wohl helfen, der Angstsituation eine neue Perspektive zu geben.

      Ich habe übrigens auch ein Mantra bei Turbulenzen: „Alles gut, es ist nur Kopfsteinpflaster!“ ;D

      Und nein, man muss nicht alles aushalten. Man muss auch nicht alles aufgeben. Manchmal muss man sich einfach nur etwas Hilfe holen und weiter dranbleiben, wenn es einem wichtig ist.

  • Reply
    Tinka
    17. September 2018 at 20:41

    Ich habe noch einen super Tipp für die Ohren, besser als Nasenspray. Es gibt spezielle Ohrstöpsel (auch einmal im Jahr im Discounter), die man beim Start und der Landung in die Ohren macht und man hat null Probleme mehr mit dem Druckausgleich. Ansonsten stimme ich Dir zu zum Thema Flugangst, ich hatte nie Angst, bis mein Sohn im Urlaub mal eine schwere Lungenentzündung bekam. Natürlich mussten wir trotzdem heimfliegen und obwohl mein Sohn da wieder quietschfidel war, hatte ich seitdem beim Fliegen Angst („es kann ja was passieren und man kann nicht notlanden“, so Gedanken halt). Ich kann bestätigen, dass autogenes Training, ablenken durch Medien, schlafen oder ruhen wirklich die beste Möglichkeiten sind, runterzukommen. Und immer das Ziel zu fokussieren, also auf dem Hinflug daran denken, was man alles sehen will, wie man am Strand läuft usw. und auf dem Rückflug, was man im Garten machen möchte, dass man das Haustier wiedersieht usw. Das mit dem Kopfsteinpflaster bei Turbulenzen denke ich auch :-)) Achso, und ich nehme immer Bachblüten oder Baldrian mit, für den Notfall, allein das reicht schon, ich hab sie noch nie benötigt :-)
    LG
    Tinka

  • Reply
    Stefanie
    18. September 2018 at 18:16

    Huhu, ich schwöre auch auf Melatonin und kann voll Freude verkünden, dass es im Reformhaus ein Produkt von Alsiroyal gibt. 1mg pro Veganer Kapsel. Spitzenzeug… Liebe Grüße Steffi

    • Reply
      Nic {luzia pimpinella}
      19. September 2018 at 20:19

      Danke für den Tipp, Steffi! 1mg ist ja schon mal was, das sich lohnt auszuprobieren.

  • Reply
    Kerstin Bienzle
    18. September 2018 at 20:47

    Coole Tipps, ich habe letztens ein Flugangstcoaching gemacht. Ich musste nicht oft fliegen aber, die Angst wurde, wie bei dir, von mal zu mal schlimmer. Seit meine beiden kleinen Jungs (jetzt 8 und 5) auf der Welt waren, hat mich niemand mehr in einen Flieger bekommen.

    Unser 8-jähriger (er ist Autist) wünschte sich so sehr, mal zu fliegen. Für ihn habe ich mich coachen lassen.

    https://tagaustagein.org/2018/06/07/flugangst-ueberwinden-erfahrungen-wingwave/

    Wir fliegen jetzt zum ersten Mal, nur wir beide, von Stuttgart nach Dresden zur großen Tochter. Und was soll ich sagen. Mir kribbelt es, aber vor Vorfreude. Das Coaching hat übrigens auch gegen meine Tunnel- und Höhen-Angst geholfen… Kann ich nur jedem empfehlen…

    LG Kerstin

    • Reply
      Nic {luzia pimpinella}
      19. September 2018 at 20:21

      Hallo Kerstin,

      das ist total interessant. Du bist die erste, von der ich mal Erfahrungen höre, was eine aktive Therapie angeht. Ich bin sehr gespannt, wie du deinen „ersten“ Flug empfindest. Toi toi toi, dass du den nun ganz locker rockst!

  • Reply
    Sabine
    20. September 2018 at 9:13

    Deine Flugangst_Theorie teile ich ab-so-lut!!!
    Bin vor Juli beruflich ständig rund um den Globus geflogen.
    Danach war Palma schon eine Herausforderung.
    Ging/ geht mir übrigens generell mit Höhen genauso und diese Angst ist auch bis heute geblieben,
    Da, wo sich Fliegen mit zunehmendem Alter des Lütten wieder entspannt, bleibt der Oberragng in der Lanxess Arena zu Köln unerreichbar für Mutti *heul*
    Hab hier lange nicht mehr gelesen – ist mal wieder nett, mit Tweety im Öhrchen;-))
    Die Typo/ Schreibschrift gefällt mir sehr!
    Darf ich fragen, welcher font das ist?
    Liebe Grüße,
    Sabine

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