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In Australien wüten die Buschfeuer und wir können nichts tun… oder vielleicht doch ein bisschen – hier sind ein paar Vorschläge

In Australien wüten die Buschfeuer und wir können nichts tun... oder vielleicht doch ein bisschen – hier sind ein paar Vorschläge | luziapimpinella.com (Foto. silken photography)Ja, die Gedanken an die Buschfeuer in Australien lassen mich noch nicht so ganz los. Wie auch? Die Bilder von verkohlten Tieren und die Zahlen dazu sowie die Größe der verbrannten Fläche sind desaströs und brennen sich einem ins Hirn. Mir auch. Viele von uns fühlen sich komplett hilflos angesichts der Nachrichten. Ich auch. Aber tun können wir dennoch ein bisschen etwas.

Hier ein paar Vorschläge, die auch im Internet kursieren… aber manche Dinge kann man eben nicht oft genug teilen. Deswegen tue ich es hier auch ganz spontan und füge noch eine Portion persönliche Meinung hinzu…

1. Für Soforthilfe durch Tierschutzorganisationen, NGOs und/oder die australische Feuerwehr spenden {Diese Liste ist völlig unvollständig, beinhaltet aber nur seriöse und bekannte Empfänger}

  • WWF Australien – mit den Spenden werden verletzte Tiere versorgt, außerdem wird der WWF nach dem hoffentlich baldigen Ende der Feuer daran arbeiten, dass der Wald und und somit der Lebensraum der Tiere wieder aufgeforstet wird.
  • Rotes Kreuz Australien – mit dem „Disaster Relief and Recovery Fund“ werden Menschen unterstützt, die durch die Buschfeuer ihr Zuhasue verloren haben.
  • WIRES {=New South Wales‘ Wildlife Information, Rescue and Education Service} – diese Tierschutzorganisation leistet unter anderem vor Ort gerade Erste Hilfe für verletzte Wildtiere
  • Wildlife Victoria – die Organisation ist quasi das equivalent zu WIRES im Bundesstaat Victoria! Sie haben leider noch nicht so viele mediale Aufmerksamkeit bekommen, benötigen aber ebenso spenden Victoria stark betroffen ist! WIRES darf die Spenden nur in New South Wales verwenden. Senpen kann man ganz einfach auch HIER. {Danke an  Kristina @lefabuleuxdestin für diesen Tipp!}
  • Salvation Army Australia – Die Australische Heilsarmee unterstützt Evakuierungen, versorgt Betroffene und Helfer*innen mit Verpflegung und Sachspenden und leistet Krisenmanagement vor Ort.
  • NSW Rural Fire Service – das ist die die freiwillige Feuerwehr von New South Wales. Die Spenden sollen für die Opfer der Brände sowie für die Arbeit der Feuerwehr selbst genutzt werden.
  • Victoria Country Fire Authority – ist die Feuerwehr im Bundesstaat Victoria. Mit dem werden Geld betroffene Gemeinden vor Ort unterstützt.
  • Auch höchstpersönliche Hilfe mit den eigenen Händen ist möglich übrigens… Informationen für Freiwillige Helfer, die in Australien mit anpacken möchten, gibt es zum Beispiel beim Wegweiser Freiwilligenarbeit.

Ich habe heute Kritik gelesen und gehört, man solle doch jetzt noch gar nicht spenden, sondern ein paar Wochen warten, bis denn genauere Informationen vorliegen, wo das Geld am meisten gebraucht wird. Ich verstehe das Argument, sehe es jedoch trotzdem etwas anders. Denn tatsächlich ist JETZT die Aufmerksamkeit da und die Spendenbereitschaft der Menschen entsprechend groß. Hat sich die Lage in Australien erst einmal beruhigt und ist in den Medien nicht mehr so präsent, sind mit Sicherheit viel weniger Menschen bereit, ihr Geld für den die Arbeit dieser Organisationen zu spenden. Deswegen, warum nicht jetzt?

2. Ruhig davon reden, dass man gespendet hat, an wen und warum

Ich möchte auch ein paar persönliche und generelle Worte zum Thema Spenden loswerden. Wenn ihr meine Instagram-Stories anschaut, habt ich es vielleicht auch schon aus meinem eigenen Mund gehört heute. Es gibt Leute, die sind der Ansicht, dass es Angeberei oder Wichtigtuerei ist, wenn Jemand öffentlich darüber redet, dass sie*er Geld für irgendeine gute Sache gespendet hat. Oder es wäre schändliche Selbstbeweihräucherung und der eitle Wunsch nach Lobhudelei. Entsprechend oft kommt dann prompte Kritik an den Spendern. Es wird Selbstinzenierung als „Gutmensch“ {grauenvolles Unwort!} unterstellt oder generell mal in Frage gestellt, dass das alles ja sowieso nichts hilft. Gerne bekommt man auch eine große Portion Whataboutism zu hören, dass man ja gleichzeitig dies und das falsch mache und das das mit dem Spenden ja deswegen völlig scheinheilig sei. Besonders häufig kommt all dies von Menschen, die hinter allem aus Prinzip Abzocke und Betrug vermuten und das als Argument nutzen, selbst mit einem zugetackertem Portemonnaie durchs Leben zu gehen… und die auch sonst nichts tun, geschweige denn abzugeben.

Die Folge… Viele möchten sich der Nölerei solcher Leute gar nicht erst aussetzen und reden deswegen lieber nicht über ihre Spenden. Nicht im Privatleben und schon gar nicht im Internet. Ich sehe jedoch auch das anders. Ich rede darüber! Aber ganz bestimmt nicht aus den Gründen, die mir dann gerne mal vorgeworfen werden. Sondern deshalb, weil Spenden ansteckend ist! Wenn ich davon spreche oder schreibe, dass ich für irgendetwas gespendet habe und warum, dann fühlen sich vielleicht ein paar andere Menschen motiviert, es ebenfalls zu tun. Oder ich gebe dem Einem oder Anderen, der bereits über das Spenden nachgedacht, aber es noch nicht getan hat, einen letzten Stups. Das multipliziert das Engagement und das kann in meinen Augen nur gut sein. Nicht mehr, nicht weniger.

Ach ja, und falls ihr euch das fragt. Ich habe für WWF Australia, WIRES und Wildlife Victoria gespendet.

In Australien wüten die Buschfeuer und wir können nichts tun... oder vielleicht doch ein bisschen – hier sind ein paar Vorschläge | luziapimpinella.com (Foto. Charly Morlock)

3. Selbst auf einen Ökostrom-Anbieter wechseln

Das mag zwar auf den ersten Blick nichts mit Australiens Buschbränden zu tun haben, hat es aber indirekt doch. Fossile Brennstoffe haben einen sehr großen Anteil an der Klimakrise. Das niemals zuvor da gewesene Ausmaß der Buschbrände in Australien ist auch ein Resultat davon. Australiens aktuelle, konservative Regierung setzt dennoch auf den Ausbau des Kohleabbaus. Deutschland ist sogar indirekt daran beteiligt leider. Das ist zwar noch ein ganz ein anderes Thema, dass ich hier nicht episch ausführen möchte, aber falls es euch interessiert, sucht mal über Ecosia nach der Carmichael-Mine – die das soll größte Kohlebergwerk der Welt werden – und lest auch dem Hashtag #stopadani nach.

Auch hier in Deutschland tut die Regierung sich damit schwer, die Kohle als Energiequelle endlich mal aufzugeben. Die Arbeitsplätze, die Lobby… pipapo. Wenn wir in Zukunft aber keine Kohlekraftwerke mehr wollen, müssen wir selbst auch bereit sein, zu hinterfragen, wo denn der Strom aus unserer Steckdose herkommt. Am besten nämlich aus 100% erneuerbaren Energien. Wir selbst beziehen reinen Ökostrom über unsere Stadtwerke bereits, seit wir dieses Haus gekauft haben. Das sind immerhin 16 Jahre nun. Fragt doch bei euren Stadtwerken mal nach… oder wechselt zu einem komplett anderen Anbieter. Denn entgegen landläufiger Meinung, ist Ökostrom nicht unbedingt teurer als konventioneller. Ein Vergleich lohnt sich also. Super Tipps zum ganz einfachen Stromanbieter-Wechsel gibt es HIER bei Utopia.

4. Für die Zukunft wählen
Dies ist ja in Deutschland, gerade in der Internet-Kommunikation, ja gerne mal ein Reizthema, bei den die Kritik-Trolle besonders zackig aus ihren Ecken kommen. Ich sage nur soviel… JA! Auch Menschen, die Flugzeuge besteigen, Fleisch essen, und viele andere nichtnachhaltige Dinge jeden Tag tun, haben das absolute Recht, Grüner zu wählen.

5. Im eigenen Alltag versuchen, immer öfter ein Stück weit klimafreundlicher zu leben

Wie ich bereits in meinen Insta Stories heute sagte. Ich bin bestimmt keine Ökoheilige, ich mache Vieles falsch und meine Familie ist weit entfernt von einem kleinen CO2-Abdruck. Aber wie ich auch in diesem Blogpost zum Thema „nachhaltiger leben“ geschrieben habe. Jeder Schritt ist ein Schritt und wir gehen sie kontinuierlich und völlig unperfekt. Viel weniger Flesich zu essen {Luzie seit etlichen  Jahren gar keins}, ist zum Beispiel einer dieser Schritte. Und wer uns kennt, der weiß, wie viel Fleisch und Wurst früher einmal auf unsere Teller kam. ;) Mehr Bio-Produkte und weniger Plastik-Verpackungen zu kaufen, wo möglich Energie zu sparen, öfter bei nachhaltigen Unternehmen und regionalen Läden zu kaufen, anstatt bei Megakonzernen… das sind Kleinigkeiten, die fast Jeder von uns relativ einfach tun kann. Ich werde in diesem Jahr von unseren ganzen kleinen Änderungen weiter in der Baby Steps Kolumne berichten. Vielleicht seid ihr ja mit eigenen Ideen dabei. Denn Gutes gehört weitergesagt…

luzia pimpinella Gruss Macht's hübsch!

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15 Comments

  • Reply
    Beate Kalauch
    8. Januar 2020 at 19:42

    Hallo Nic,
    ich mag dich! Schön, dass du das so schreibst, ja ich finde, man kann gar nicht genug helfen. Liebe Grüße und ein schönes und glückliches Jahr 2020!
    Beate

  • Reply
    Martina
    8. Januar 2020 at 20:10

    Liebe Nic!
    Nachdem ich grade bei einer Freundin gelesen habe, dass die Tiere in Not getötet werden sollen – auf Regierungsbefehl ist nun auch mein letztes Fünkchen an Geduld verloren gegangen. Ich habe darauf erstmal auch dem WWF noch was gespendet. Es ist wirklich einfach nur grausam. Wieviele Fehler können Menschen überhaupt begehen bevor sie einigermaßen vernünftig werden – und auch ich bin definitiv keine Heilige!
    Hab einen ruhigen Abend – trotz all des Elends.
    LG Martina

    • Reply
      Nic {luzia pimpinella}
      10. Januar 2020 at 8:23

      Liebe Martina, hat deine Freundin auch davon gesprochen, welche Tiere getötet werden sollen und warum? ich verstehe die Aufregung über die Kamele total und ich finde die Tatsache schrecklich. Die Biologin in mir, versteht aber warum das manchmal sein muss. ich versuche, es gerne in Worte zu fassen, wenn du möchtest.

      • Reply
        Martina
        10. Januar 2020 at 9:52

        Es geht vor allem um verwaiste Babytiere!! Das kann ich in sofern nicht nachvollziehen, weil es ja die Tiere sind, die aus meiner Sicht für den Fortbestand unbedingt gehalten werden sollten. Oder sehe ich das falsch?

        • Reply
          Nic {luzia pimpinella}
          10. Januar 2020 at 10:13

          Okay, davon habe ich jetzt noch nichts gehört uns auch nicht gelesen. Ich dachte, du hast dich auf die Sache mit den Kamelen bezogen. Wo hat deine Freundin diese Information her?

          • Martina
            10. Januar 2020 at 10:22

            hier her

          • Nic {luzia pimpinella}
            10. Januar 2020 at 10:42

            Ah,okay. Klingt sehr schrecklich und ist eine fürchterliche Vorstellung. Ich muss allerdings auch sagen, dass diese Meldung und auch diese Anweisung sehr viel Interpretation offen lässt. Davon, dass dies systematisch getan wird, steht da nichts. Ich glaube auch, dass die Leute da vor Ort sehr engagiert sind und so viele Tiere retten, wie möglich.
            Aber tatsächlich kann ich mir auch vorstellen, dass es in gewissen Situationen Sinn macht, Tiere zu töten, weil sie einfach so verletzt sind, dass sie kaum Überlebenschancen haben und doch nur noch leiden. Einen Hund würde man auch einschläfern lassen, wenn ihm nicht mehr zu helfen ist.

  • Reply
    Petra
    8. Januar 2020 at 22:18

    Liebe Nic,
    Danke für den Anstupser. Das hat es tatsächlich bei mir bewirkt.
    LG Petra

    • Reply
      Nic {luzia pimpinella}
      10. Januar 2020 at 8:24

      Liebe Petra, das freut mich sehr. Wenn ich nur einen Menschen erreiche und der vielleicht weitere, dann hat sich meine Schreiberei schon gelohnt. :)

  • Reply
    Christiane
    8. Januar 2020 at 22:39

    Das trifft es ganz genau! Danke für deinen Beitrag!

  • Reply
    ina whatinaloves.com
    9. Januar 2020 at 20:45

    danke nic!! vorallem auch für die auflistung der hilfsorganisationen! Ich hatte selbst im anfangenden Arbeitsalltag boch nicht die muse mich richtig zu informieren wer außer wwf „passend“ ist aber dank dir gibt es jetzt eine ganze Liste! Wenn jeder einen kleinen Teil gibt haben wir am Ende ein großes Stückchen zusammen!

  • Reply
    Jessica Hensel
    12. Januar 2020 at 20:49

    Liebe Nic, ich bin sonst stille Leserin, dieses Thema ist für mich allerdings sehr persönlich. Seit meinem Schüleraustausch nach Australien vor 24 Jahren habe ich mich in dieses Land, die Menschen und Tiere verliebt. Auf eine Weise, die anderen Leuten kaum in dem Ausmaß beizubringen ist. Vor 6 Jahren konnte ich mit meinem Mann eine Rundreise machen und dieses wunderbare Land noch etwas besser kennenlernen. Mitten im Outback habe ich auch einen Heiratsantrag erhalten. Somit hat dieses Land nur noch mehr an Bedeutung für mich gewonnen. Die verheerenden Brände, das Leid der Menschen und vor allem Tiere zerreißt mir das Herz. Lange war ich wie gelähmt. Ich wollte spenden, war mir aber unsicher, wo und wie. Deswegen danke ich dir für deinen Bericht, der mein finaler Anstupser war, etwas zu unternehmen. Den meisten von uns geht es doch wirklich gut. Und ein Spende tut uns nicht weh. Wenn wir von so weit weg schon nichts unternehmen können, dann doch wenigstens spenden. Ich habe es gerade getan!

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